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Bürgerdialog zum Hochwasserschutz Hörpolding

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Traunreut – Um den Hochwasserschutz von Hörpolding Unterdorf ging es beim Bürgerdialog im k1. Die Hörpoldinger Bürger zeigten reges Interesse an den Informationen und Vorschlägen, die Bernhard Unterreitmeier vom Ingenieurbüro aquasoli vortrug. Die neueste Planung sieht die Errichtung von Hochwasserschutzdeichen vor, um eine Überflutung des Unterdorfes wie 2013 künftig zu verhindern.


Seit dem großen Hochwasser im Juni 2013 ist das Ingenieurbüro aus Siegsdorf mit der Planung von Schutzmaßnahmen für Hörpolding Unterdorf befasst. Bisher wurden Grundwassermessstellen eingerichtet, um die Strömung und den Pegel zu erkunden. Die Informationen aus einer der Messstellen können künftig im Internet per Datenfernübertragungssystem abgerufen werden, sodass ein Ansteigen des Grundwassers schnell erkannt und beobachtet werden kann.

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Die neueste Planung sieht nun für den Bereich südlich des Unterdorfes die Errichtung einer »Rücklaufbedeichung« vor. Auf einem Feldweg soll ein Querdeich entstehen, entlang des Mühlbaches ein Rücklaufdeich errichtet und an der Grenze des Anwesens Kollmeier ein Schutzwall gebaut werden, der eventuell noch mit einer Flutmulde kombiniert wird. Über eine »Schöpfstelle« im Damm in Form einer abgesenkten Uferböschung kann dann eine planmäßige Überströmung und Rückführung des Wassers in die Traun erfolgen.

Problem bei der Sache ist der dadurch verlorengegangene Retentionsraum. Der Hauptteil dieses notwendigen Rückhalteraums wird vor Ort durch den Anstau des Wassers wiederhergestellt. Der Rest könnte mit einem Rückhaltebauwerk auf der Ökoausgleichsfläche in Haßmoning errichtet werden, von wo das Wasser ebenfalls in Richtung Traun abfließt. Die genaue Position der zu errichtenden Deiche ist laut Bernhard Unterreitmeier noch diskutierbar, die Höhe sollte circa 1,50 Meter betragen.

Der Vorschlag des Ingenieurbüros wurde so weit von den Bürgern mitgetragen, auch weil derzeit keine andere Alternative zur Debatte steht. Einige Bedenken wurden jedoch geäußert. So befürchtet Franz Kollmeier, neben dessen Anwesen der Schutzwall entstehen soll, dass bei ihm das Grundwasser trotzdem steigt, wenn auf der Wiese das Wasser steht. Dem könnte laut Bernhard Unterreitmeier entgegengewirkt werden, indem der Wall mit einer Dichtung bis in eine Tiefe von zwei bis drei Metern versehen wird. Der Ingenieur gab aber auch zu: »Wir können die Grundwasser-Situation nur in Summe verbessern.«

Eine Entwertung seiner Felder und Schwierigkeiten, diese über den Damm hinweg mit den schweren landwirtschaftlichen Geräten zu bearbeiten, sieht Landwirt Hans Lahr auf sich zukommen. Angeregt wurde in der Diskussion, noch zusätzlich eine Flutmulde zu errichten, um den Rücklauf des aufgestauten Wassers in Richtung Traun kontrolliert durchführen zu können. Das Anwesen Aumaurer macht Stadtrat Bernhard Seitlinger noch Sorgen, da es mitten im Überschwemmungsgebiet liegt. Nach den Worten des Ingenieurs werde gewährleistet, dass sich die Situation mit den Maßnahmen nicht verschlechtern wird.

Auf Frage von Rainer Hofmann, wie die Bauwerke genau aussehen sollen, konnte der Geschäftsführer von aquasoli noch keine Angaben machen: »Zuerst müssen wir eine Lösung finden, die von allen mitgetragen wird, dann können wir uns um die Details kümmern.« Die genauen Ausmaße der Deiche würden mit den betroffenen Landwirten abgestimmt. Bei einer möglichen Höhe von 1,50 Meter sieht Hans Lahr sogar »ein Jahrtausend-Hochwasser abgedeckt«.

Bürgermeister Klaus Ritter erklärte, dass die bereits heuer für den Hochwasserschutz im Haushalt eingestellte Summe von einer halben Million Euro auch 2017 bereit stehen wird. Als nächste Schritte soll es ein Gespräch mit den Grundstückseigentümern geben, dann muss der Stadtrat einen Beschluss fassen und die baulichen Maßnahmen festlegen. mix