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Bürger mahnten Verkehrsprobleme im Ortsgebiet an

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Auch über die Zukunft des alten Erlstätter Schulhauses wurde bei der Bürgerversammlung gesprochen. (Foto: Archiv Müller)

Grabenstätt – Eine lebhafte Diskussion gab es in der Erlstätter Bürgerversammlung. Zunächst wurde eine schriftliche Eingabe von Helmut Vordermayer behandelt. Darin mahnte dieser an, dass das Queren der Kreisstraße TS 54 im westlichen Erlstätter Ortsgebiet für Fußgänger lebensgefährlich sei, da der Schwerlastverkehr enorm zugenommen habe und dort viel zu schnell gefahren werde. Es müsse alles dafür getan werden, dass auch die schwächsten Verkehrsteilnehmer, also Kinder und Senioren, die Straße in Zukunft gefahrlos überqueren könnten, um beispielsweise zum Sportgelände des SV Erlstätt oder zum gemeindlichen Kindergarten zu gelangen, so Vordermayer.


Bürgermeister Georg Schützinger erinnerte an den bereits durchgeführten Ortstermin mit dem Landratsamt und den zuständigen Behörden. Als Sofortmaßnahme sollen heuer noch auf Anordnung der Unteren Verkehrsbehörde und der Kreisstraßenverwaltung Kindergarten- und Fußgängerschilder angebracht werden. Auch große Schilder zur Verdeutlichung des Kreuzungsbereichs seien angedacht, so Schützinger.

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Zudem verwies er auf die Überlegungen der Gemeinde, einen Fußweg und eine Querungshilfe anzulegen. »Wir haben entsprechende Mittel eingestellt und ich gehe davon aus, dass der Haushalt am 4. Dezember im Gemeinderat so beschlossen wird«, betonte der Rathauschef und sprach von einer »erheblichen Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Beseitigung der Gefahrenpunkte«. Eine Kostenbeteiligung des Landkreises am Fußweg werde es wohl nicht geben.

Anders sehe es beim seit Jahren geplanten Radweg zwischen Tettenmoos und Erlstätt aus, der aber nur in Verbindung mit dem Kreisverkehr an der Kreisstraßenkreuzung TS 3/TS 54 südlich von Erlstätt realisiert würde. Die Grundstückverhandlungen sind bisher aber bekanntlich erfolglos gewesen.

Bürgermeister will sich um Ampel bemühen

Angesprochen auf die seit langem geforderte Ampel an der Kreisstraße in der Erlstätter Ortsmitte unweit des Gasthofs Fliegl, meinte Schützinger, dass die Gemeinde dazu vor 15 Jahren und auch 2005 einen Antrag gestellt habe und man einen neuerlichen Versuch mit hoffentlich positivem Ausgang starten werde. Der Zebrastreifen helfe nichts, deswegen müsse auch dort etwas geschehen, forderte Vordermayer. »Ihr Einfluss als dienstältester Bürgermeister des Landkreises reicht mit Sicherheit soweit, dass wir an beiden Stellen bald eine Ampel haben werden«, wandte er sich an Schützinger.

Herbert Klauser zweifelte an den einst an einem Werktag gezählten »nur« 280 Schwerlastern auf der Kreisstraße TS 54 und »nur« 147 Schwerlastern auf der Kreisstraße TS 3. Es komme halt darauf an, wer zum Schwerlastverkehr gezählt werde.

Ihr sei es völlig unverständlich, warum die Anlieger der im Vorjahr ausgebauten Erlstätter Högelbergstraße die Kosten fast komplett selbst tragen müssten, während der Erschließungsbeitrag anderswo offenbar deutlich niedriger gewesen sei, ärgerte sich Brigitte Schiel. »Es handelt sich hier um eine erstmalige Erschließungsmaßnahme und deswegen werden laut Satzung 90 Prozent der Baukosten auf die Anlieger umgelegt«, stellte Schützinger klar. Die Högelbergstraße ist nicht Teil der Städtebauförderung.

Zum renovierungsbedürftigen alten Erlstätter Schulhaus und zu dessen zukünftigen Nutzung durch die Pfarrei und die Ortsvereine meinte Schiel: »Ich bin da geboren und habe zehn Jahre meiner Kindheit dort verbracht und es liegt mir sehr am Herzen, dass es da endlich weitergeht«. Schützinger erwiderte, »dass wir auf einem guten Weg sind, bereits ein Arbeitskreis gebildet wurde, der schon viermal zusammengekommen ist, und 2018 und 2019 sicher was passieren wird.« Im ersten Quartal 2018 werde es eine Infoveranstaltung geben, da man dann mehr Fakten zu Statik, Brandschutz und ähnlichem zur Verfügung habe.

Josef Hölzle mahnte den unbefriedigenden Abfluss des Oberflächenwassers bei Starkregenfällen im Erlstätter Ortsteil Bergen an: »Wir sitzen dann wieder auf Kohlen und müssen Angst haben, dass das Wasser im Keller steht«. Man habe ein Ingenieurbüro beauftragt, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, versicherte Schützinger.

In der ganzen Gemeinde gebe es gute Radwege, rings um Erlstätt, insbesondere in Richtung Kaltenbach und an der Staatsstraße 2095 nahe Kraimoos befänden sie sich aber in einem »äußerst schlechten Zustand«, so Josef König vom örtlichen Agenda-Arbeitskreis Verkehr, Energie, Ortsbild.

Einheimischengrundstückein Erlstätt reichen nicht

»Wer von den jungen Leuten keinen Baugrund hat, der hat in Erlstätt keine Chance einen zu bekommen und muss wegziehen«, mahnte Stefan Muggenhamer an und hoffte, dass sich hier was tue. »Wir wissen, dass die Einheimischengrundstücke in Erlstätt nicht ausreichen«, so Schützinger. In Grabenstätt sei nun aber der Bebauungsplan »Erlstätter Straße« für eine Wohngebietsausweisung fertig.

Nachdem das Gerätehaus des SV Erlstätt abgebrannt sei, benötige man dringend eine Unterstellmöglichkeit für die Geräte und Möbel, so Sepp Gruber. »Wir schauen nach einer Möglichkeit«, so Schützinger.

Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer aus Erlstätt freute sich über die lebhafte Bürgerversammlung mit langer Diskussion: »Es ist ein gutes Zeichen, wenn aus der Bürgerschaft so viele gute Anregungen und Vorschläge kommen«. Er sehe es als Auftrag an, sie aufzunehmen und im Rahmen der gemeindlichen Möglichkeiten auch umzusetzen. mmü

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