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Bürger konnten Barrieren hautnah erleben

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Mit Rollstühlen und Gehhilfen machten sich Oberbürgermeister Christian Kegel und einige Bürger auf den Weg, um die Barrieren auf dem Stadtplatz selbst zu erleben. (Foto: Buthke)

Traunstein – Mit dem Aktionstag »Barrieren erleben« auf dem Maxplatz setzte die Stadt Traunstein ihre Bemühungen fort, das Thema Barrierefreiheit stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu stellen. Beim Projekt »Bayern barrierefrei 2023« des Freistaats Bayern, mit dem der barrierefreie Aus- und Umbau in den bayerischen Städten und Gemeinden vorangetrieben werden soll, war Traunstein eine von 16 Modellkommunen.


Bei verschiedenen Mitmachaktionen konnte die Bevölkerung am eigenen Leib feststellen, dass es vor allem für Menschen mit einer Behinderung oder Einschränkung noch eine Vielzahl von Hindernissen und Hürden im alltäglichen Leben gibt. Welche dies im Einzelnen sind, konnten die Bürger selbst ausprobieren. Zusammen mit Oberbürgermeister Christian Kegel unternahmen einige einen Rundgang mit einem der Rollstühle, die die Firma Pohlig zur Verfügung gestellt hatte, und erlebten auf dem Stadtplatz, dass bereits kleine Höhenunterschiede im Pflaster für Rollstuhlfahrer zu einem unüberwindbaren Hindernis werden können.

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Wer auf einen Rollstuhl oder eine Gehhilfe angewiesen ist, ist schnell in der Mobilität eingeschränkt. Barrieren erleben aber nicht nur sie. Mit Simulationsbrillen und Langstöcken machte der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund auf die Benachteiligungen von Menschen aufmerksam, die von Sehbehinderung oder Blindheit betroffen sind. Wer seine Sehschwäche mit einer Brille nicht mehr ausgleichen kann, gilt als sehbehindert. Mit Kopfhörern machte zudem der Gehörlosenverein Traunstein auf die eingeschränkte Wahrnehmung der Umgebung aufmerksam, wenn das Gehör teilweise oder gar nicht mehr in Ordnung ist. Beim Mütterzentrum konnte man sich Kinderwagen abholen und feststellen, dass auch nichtbehinderte Menschen mit solch einem Gefährt durch Unebenheiten und Hindernisse auf Gehwegen eingeschränkt sind.

Mit einem Fragebogen konnten die Teilnehmer am Schluss wiedergeben, wie es ihnen beim Sehen, Hören, Gehen, Fühlen, Orientieren, Essen, Ertasten und Schmecken mit den erlebten Barrieren »Blindheit/Sehbehinderung«, Taubheit/Schwerhörigkeit« sowie »Bewegungseinschränkung« ergangen war. Ferner wurde gefragt, wie stark sie in Beruf, Sport, Hobby, Ehe/Partnerschaft, Gesundheit und Wohlstand von den erlebten Barrieren betroffen wären.

Für Gespräche rund um das Thema »Barrierefreiheit« standen ferner Stadtbaumeister Klaus Hechfellner, Stadtplaner Elmar Schwäbisch, Eva Schneider, zuständig für Senioren und Behinderte, der Referent der Stadt für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Stadtrat Karl Schulz, der VdK-Ortsvorsitzende Jürgen Pieperhoff, einige Mitglieder des Seniorenbeirats der Stadt Traunstein sowie die Lebenshilfe Traunstein Rede und Antwort. Bjr