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Bürger interessierten sich für vielerlei Themen

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Waging am See. Eine gute halbe Stunde lang wurden bei der Bürgerversammlung in Waging an Bürgermeister Herbert Häusl allerlei Fragen gestellt. Vor allem waren es Verkehrsprobleme, die die Bürger bewegten; aber auch Hundekot und Tetrafunk sowie der Winterdienst fehlten nicht und die mögliche Privatisierung von Wasserversorgungen kam auch aufs Tapet.


Radweg nach Nirnharting war ein Thema

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Im Bereich Verkehr ging es zunächst um den Radweg nach Nirnharting, der von der Gemeinde schon einmal abgelehnt worden war. Damals sei aber in Aussicht gestellt worden, so Klaus Brandstetter, dass in Sachen Radwege ein Prioritätenplan erarbeitet werden solle. Dies sei gerade für Nirnharting insofern aktuell, als hier jetzt wieder ein neues Baugebiet entstehe. Bürgermeister Herbert Häusl konnte einerseits Positives vermelden: Entlang der Straße am neuen Baugebiet entlang werde der Platz für einen Radweg freigehalten. Eine negative Auskunft gab es dagegen bezüglich des Baus neuer Radwege, zu viele andere Straßenbauten stünden an.

»Wir sind in eine Zeit gekommen, in der viele Straßen sanierungsbedürftig sind. Wir werden in den nächsten Jahren viele Straßen sanieren müssen, was sehr viel Geld kosten wird«, sagte Häusl. Da falle es schwer, neue Sachen anzugehen. Lediglich in Angerpoint werde heuer ein neuer Radweg gebaut: »Solche Brennpunkte müssen wir zuerst richten, da ist Nirnharting nicht ganz vorn dabei.« Und auf eine Nachfrage stellte Häusl fest, dass es in der Tat noch keinen Generalplan für Radwege gibt: »Das ist noch nicht gemacht, ist aber sinnvoll und ein nächster Schritt.« Erst aber werde eine Prioritätenliste für Straßenreparaturen erstellt.

Die Tatsache, dass in Waging in den Siedlungen nicht mehr gesalzen wird, beschäftigt Sepp Fuchs. Wo er wohnt, sei die Situation im Winter, gerade auch für die Schulkinder, sehr gefährlich, schilderte er, das Streuen von Splitt helfe da nicht. Ob man nicht an besonders brenzligen Stellen eine Ausnahme machen könnte, fragte er an. Häusl stellte in Aussicht, dass man darüber reden könnte, gerade auch mit dem Bauhof. Jedenfalls könne er nichts definitiv zusagen, denn schließlich müsse man alle Gebiete gleich behandeln.

Unterführungen werden an der Staatsstraße 2105 im Bereich Waging immer wieder gefordert. Herbert Mitterer sprach speziell eine mögliche Unterführung beim Postkellerberg an. Häusl gab ihm insofern Recht, als diese Querungen ständige Gefahrenquellen seien. Die Gemeinde bemühe sich um Querungsmöglichkeiten, könne aber gegenüber dem Staatlichen Bauamt nur Vorschläge machen, zudem gebe es das Problem des Grunderwerbs. Mitterer schlug einen Ortstermin mit den zuständigen Behörden vor. Grundsätzlich habe man Verständnis für die Problematik, räumte der Bürgermeister ein. Aber ein Fahrbahnteiler sei wohl realistischer als eine Unterführung, einen Ortstermin könne man durchaus machen.

Ein weiteres Thema waren geparkte Autos an der Traunsteiner Straße, die laut Johann Babl überhandnehmen –- und das, obwohl ganz in der Nähe ein großer Parkplatz sei. Häusl bestätigte, dass die Verkehrssituation hier relativ gefährlich sei, dass man dagegen möglicherweise ein eingeschränktes Halteverbot erlassen könnte. Dieses Themas werde man sich seitens der Gemeinde annahmen, versprach er.

Helmut Huber kritisierte zum einen die vielen Hundehaufen in den Wiesen, gerade im Bereich des Campingplatzes. Häusl sagte dazu, viele Campinggäste brächten ihre Hunde mit, und da gebe es halt auch »schwarze Schafe«. Er habe in dem Zusammenhang auf eine private Regelung gehofft. So aber müsse man sich wohl nochmals zusammensetzen. Insgesamt wolle er sich über dieses Thema nicht zu sehr in der Öffentlichkeit auslassen. Zum anderen sprach Huber, der ja auch Feuerwehrkommandant ist, den Tetrafunkmasten an: Ob denn jetzt wieder alles in der Schwebe sei, wollte er wissen, nachdem der Bescheid der Regierung von einem Gericht aufgehoben worden war. Es gebe jetzt in der Tat keinen festen Standort mehr, bestätigte der Bürgermeister. Das Verfahren laufe neu an, die Regierung von Oberbayern müsse jetzt das artenschutzrechtliche Gutachten beibringen.

In den verkehrsberuhigten Zonen im Ort werde zu schnell gefahren, stellte Thomas Kaindl fest. Ob man das nicht eventuell besser überwachen könnte, fragte er an, beziehungsweise ob man nicht die Geschwindigkeitsbeschränkung in Form von Ziffern auf die Straßen aufmalen sollte. Dazu meinte der Bürgermeister, das Fahren in Schrittgeschwindigkeit funktioniere im Großen und Ganzen schon und habe sich auch bewährt. Ob man dafür eine Verkehrsüberwachung organisieren solle, wolle er dahingestellt sein lassen. Was das Aufmalen von Zahlen anbetrifft, meinte Häusl, dass das alles dann nichts helfe, wenn Schnee auf der Straße liege.

»Da macht es keinen Spaß mehr zu spielen«

Wie sich eine Gemeinde gegen eine mögliche Privatisierung von Trinkwasserversorgungen schützen könnte, wollte Elisabeth Bauer wissen. Dazu wiederholte Bürgermeister Häusl seine Aussage von der Ottinger Bürgerversammlung: »Unternehmen wie in Waging, die nur eigenen Wirkungsbereich versorgen, sind davon nicht betroffen. Wir brauchen uns da keine Gedanken machen.« Bei den möglichen Privatisierungen gehe es um Größenordnungen, von denen Waging meilenweit entfernt sei, »aber wir bleiben aufmerksam«, versprach er.

Alfons Thaler, Vorsitzender der Blaskapelle Jung-Otting, sprach im Zusammenhang mit den Marktkonzerten die beengte Situation in der Ortsmitte an. Besonders bei den Dreifachkonzerten, also wenn die drei Kapellen der Gemeinde gemeinsam spielen, sei es eine Zumutung, wie man sich »zusammenbatzen« müsse, um die Rettungsgasse frei zu halten. »Da macht es fast keinen Spaß mehr zu spielen. Da muss eine andere Lösung her«, forderte Thaler. Dazu meinte der Bürgermeister, der Marktplatz gebe einfach nicht mehr Platz her. Dabei sei das Dreifachkonzert der Höhepunkt der Montagskonzerte. Man müsse sich darüber unterhalten, wie man das Problem abfedern könne. Die Rettungsgasse müsse allerdings in jedem Fall frei bleiben. he

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