weather-image
30°

Bücherei zieht nicht in das leer stehende Trauna-Center

0.0
0.0
Bildtext einblenden
In dem seit Jahren fast leerstehenden Trauna-Center in Traunreut (nicht zu verwechseln mit der Traunpassage) würde ein rund 900 Quadratmeter großes Mietobjekt für die Stadtbücherei zur Verfügung stehen. Der Stadtrat sprach sich aber vor allem wegen der hohen Mietpreisvorstellungen dagegen aus. (Foto: Rasch)

Traunreut. Der Traunreuter Stadtrat hat sich in seiner Sitzung mehrheitlich dagegen ausgesprochen, eine seit Jahren leerstehende Immobilie im sogenannten Trauna-Center an der Kantstraße für die städtische Bücherei anzumieten. Die Mehrheit im Gremium vertrat die Ansicht, dass die laufenden Verhandlungen und Preisvorstellungen mit dem Eigentümer der Immobilie nicht den Vorstellungen entsprächen. »Zu teuer«, kritisierte Reinhold Schroll (CSU). Ernst Ziegler (SPD) warnte davor, sich auf ein Abenteuer einzulassen.


Die Bücherei ist derzeit in einer Übergangslösung am Rathausplatz, nachdem sie wegen des Gymnasium-Neubaus vor rund einem Jahr dort ausziehen musste. Ursprünglich stand ein Neubau in der Diskussion, der jedoch einem Bürgerentscheid zum Opfer gefallen war. Die Bürger votierten für ein Mietobjekt.

Anzeige

Auf der Suche nach einem geeigneten Mietobjekt bot sich eine leerstehende rund 900 Quadratmeter große Immobilie im Trauna-Center an. Mit dem Eigentümer wurde daraufhin verhandelt, der Stadtrat sollte jetzt über den Vertragsabschluss entscheiden. Nach Angaben der Verwaltung würden die dafür notwendigen Umbauarbeiten des Eigentümers in den Mietpreis einfließen. Ein Preis wurde allerdings nicht genannt.

Nach Aussagen von Reinhold Schroll wäre der Mietpreis auf einem Niveau, das nicht rentabel sei: »Das ist ein Spitzenpreis.« Auch Ernst Ziegler stellte die Wirtschaftlichkeit infrage. Seine Fraktion halte das Objekt ohnehin für ungeeignet. »Wir können noch einige Jahre mit der Übergangslösung leben und sollten abwarten, bis wir was Besseres finden«, sagte Ziegler. Michael Elsen (CSU) regte an, die Preisvorstellungen nachzuverhandeln.

In den Augen von Martin Czepan (Grüne) und Johannes Danner (Bürgerliste) sollte von Fachleuten überprüft werden, ob das Objekt überhaupt für eine Bücherei geeignet ist. Johann Jobst (CSU) regte an, vergleichbare Objekte zu besichtigen, um sich auch ein Bild von den Kriterien einer Bücherei zu machen. Nach Aussagen von Steffi Gampert-Straßhofer (CSU) hätten sich Mitarbeiter der Bücherei ihr gegenüber geäußert, sich eher mit einer Optimierung der jetzigen Situation zufrieden zu geben, als in das Trauna-Center auszuweichen.

Die Befürworter, vor allem die Freien Wähler, waren der Ansicht, dass mit der Verlegung der Bücherei in das Trauna-Center gleichzeitig der Handel in der Innenstadt einen Aufschwung erleben könnte. Mit der Lage könne man einen Pluspunkt setzen und die Fluktuation des Handels in den Griff kriegen, sagte Ernst Biermaier (FW). In den Augen seines Fraktionskollegen Alfred Wildmann könnten die Räume »schön hergerichtet« werden und der Preis gehe für ihn auch in Ordnung. Paul Obermaier (FW) betonte, dass die Bürger ganz klar Nein zu einem Neubau gesagt hätten. »Wir sollten die Vertragsverhandlungen konkretisieren und dann dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegen, um endgültig eine Entscheidung zu fällen.«

Ursprünglich sollte der Tagesordnungspunkt in der nichtöffentlichen Sitzung behandelt werden. Auf Antrag der Bürgerliste hatte sich das Gremium aber dafür ausgesprochen, ihn öffentlich zu behandeln. Mit 18:12 Stimmen wurde letztendlich beschlossen, die Verhandlungen für das Objekt nicht weiterzuverfolgen.

Bürgermeister Klaus Ritter äußerte sich enttäuscht: »Ich finde es unheimlich schade, dass diese Möglichkeit nicht genutzt und jetzt gegen den Volkswillen abgestimmt wurde«, so Ritter. Das Vorhaben wäre innerstädtisch »cool« gewesen. Er teilte auch mit, dass auch die Stadtplanerin Anne Beer diesen Standort sehr befürwortet hätte. ga