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Bücherei wirkt als Kulturzentrum für Waging

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Interessante  Angebote  der Bücherei  Waging:  Monika Aigner  aus  Siegsdorf  zog  die  anwesenden  Mädchen  und  Buben mit ihren Geschichten und Märchen auf Bairisch in ihren Bann. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Die Bücherei St. Martin in Waging leiht nicht nur gut 17 000 Medien pro Jahr aus, sondern wirkt nebenbei wie ein gar nicht so kleines Kulturzentrum – und das alles ehrenamtlich. Neben Veranstaltungen wie Lesungen, Buch-Vorstellungen, Ferienprogramm und Vorlesestunden für Kinder besuchen Mitarbeiterinnen die Grundschulen Waging, St. Leonhard und Otting, seit September auch Taching.


Um die 1800 Arbeitsstunden pro Jahr leisten die zwölf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen unter Leitung von Agnes Ochsenfahrt, um die Ausleihe (allein gut 300 Stunden) und die vielen anderen Routine-Arbeiten sowie die Veranstaltungen bewältigen zu können.

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2014 standen drei Termine im Mittelpunkt: das Landkreistreffen des St.-Michaelbunds mit den Vertretern der Büchereien, ein mit dem Lions-Club ausgerichtetes »Oktoberfest« und eine Lesung mit Schauspielerin Bettina Mittendorfer mit einer 800-Euro-Spende an die Kinderkrebshilfe.

Mit Bücherkisten auswärtige Schüler versorgt

Zwei Mitarbeiterinnen fahren einmal pro Monat mit Bücherkisten zu den Schulen, um auch den auswärtigen Schülern das Ausleihen von Büchern zu ermöglichen – und sie damit zum Lesen zu motivieren. Dabei wird den Schülern immer auch eine Geschichte vorgelesen. Die Grundschüler aus Waging kommen klassenweise selbst in die Bücherei. Unterstützt werden die Bücherei-Mitarbeiterinnen von »Lese-Mamas«.

Zweimal im Jahr stellt die Bücherei bei Kaffee und Kuchen ihre neuen Bücher und sonstigen Medien (CDs, DVDs, Zeitschriften, Spiele) vor. Im Herbst hatte Monika Aigner aus Siegsdorf die Kinder mit Geschichten und Märchen auf Bairisch in ihren Bann gezogen. Im Ferienprogramm gab es einem Bastelnachmittag und ein Bilderbuchkino mit Kochen und Backen.

2015 gab es zudem den »Ferien-Leseclub« in den Sommerferien: Mit dem ersten gelesenen Buch nahmen die jugendlichen Teilnehmer an einer Verlosung teil, bei der es Preise wie eine Fahrt in den Bayernpark und jede Menge Bücher und Spiele zu gewinnen gab. Wer mindestens drei Bücher las, erhielt eine Urkunde. Dabei konnten die »Ferien-Leseratten« aus rund 130 Büchern auswählen. Aufgrund des großen Andrangs wird die Bücherei auch heuer wieder an dieser Aktion teilnehmen. Die Berliner Autorin Jeannette Hagen las aus ihrem Sachbuch »Die verletzte Tochter« vor. Des Weiteren gab es mit der Pfarrei eine Kapellenwanderung aus Anlass der »Woche der Spiritualität«.

Zu alledem kommen die regelmäßigen Angebote vor allem für Kinder. In der Reihe »Lesestart – drei Meilensteine für das Lesen« gibt es jeden ersten Donnerstag im Monat um 16 Uhr eine Lesestunde für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren. Alle zwei Monate gibt es das Bilderbuchkino; im Anschluss wird meist noch gemeinsam gebastelt. Auch Touristen können sich aus den knapp 7000 Medien der Bücherei bedienen: Mit der Kurkarte ist die Ausleihe kostenlos, ebenso wie für Schulklassen.

Weitere Helfer wären dringend gefragt

Weiter gab es Einzelangebote wie Kinderschminken im Fasching, einen Einführungstermin in das Lern- und Spielsystem »Tiptoi«, einen »Tag der offenen Tür« und jede Menge Teamsitzungen. Nicht zuletzt bindet das Einpflegen der neuen Bücher und die Verwaltung des Bestands viel Arbeitskraft. Auch die Internetseite will gepflegt sein. Unterm Strich sind die Mitarbeiterinnen am Ende ihrer zeitlichen Kapazität angelangt – weitere Helfer wären dringend gefragt.

Das Geld ist stets knapp. Die Gemeinde leistet seit 2014 einen regelmäßigen Zuschuss von 2000 Euro, weitere Einnahmen kommen vom St.-Michaelsbund, aus Leserbeiträgen und Flohmärkten, die die Bücherei zu verschiedenen Anlässen übers Jahr hinweg veranstaltet.

Derzeit wird überlegt, die Bücherei mehr zu unterstützen. Auch wird überlegt, ob nicht die Bücherei im Obergeschoß der Tourist-Information, in dem sich derzeit das Bajuwarenmuseum befindet, angesiedelt werden könnte, wo mehr Platz als bisher zur Verfügung stünde. Die Bibliothekswoche steht heuer unter dem Motto »Woche der Toleranz«. Hierfür laufen bereits die ersten Planungen. he

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