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Buchkritik: »24 Lieder« von Julia Schweiger

4.7
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Eine Kassette auf dem Buchdeckel und 24 Lieder aus den sechziger und siebziger Jahren, auf denen die ganze Handlung aufbaut: In »24 Lieder« wirkt alles ein wenig retro. Da möchte man kaum glauben, dass Autorin Julia Schweiger erst 16 Jahre alt ist. Dem erwachsenen Leser drängen sich darum gleich mehrere Fragen auf: Kennen Jugendliche überhaupt noch Kassetten? Geschweige denn die »Everly Brothers«, die »Boomtown Rats« oder »Simon and Garfunkel«? Zumindest für die Gymnasiastin aus Rettenbach sind wohl beide Fragen mit einem eindeutigen Ja zu beantworten. Und genau darum ist ihr Buch, das sich inhaltlich um die Nöte einer Pubertierenden und ihrer Altersgenossen dreht, auch für alle Generationen zu empfehlen.


Julia Schweiger erzählt das, was im Prinzip jeder kennt: die Probleme Pubertierender mit ihren Eltern, das Glücksgefühl der ersten großen Liebe. Wo Teenager sich wiederfinden, da denken Eltern und Großeltern seufzend an eine aufregende Zeit zurück – und bekommen den Sound von damals gleich noch gratis mitgeliefert.

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Autorin Julia Schweiger fällt auf durch sprachliche Versiertheit. Sie überzeugt mit genauer Beobachtungsgabe, Pointiertheit und Sprachwitz.

Da »24 Lieder« wie ein Adventskalender aufgebaut ist – es besteht aus 24 Kapiteln – ist es die perfekte Lektüre für kalte Adventsabende am Kamin. Kleiner Tipp: Lassen Sie beim Lesen die alten Kassetten im Schrank und schmeißen sie lieber den Laptop an. Auf »Youtube« lassen sich alle 24 Lieder finden – und so kann man die Stimmung eines jeden Kapitels nicht nur erlesen, sondern auch hören. san