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Buben ohnmächtig an der Straße gefunden

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Siegsdorf – »Ich kann doch ein verletztes Kind nicht einfach liegen lassen!« Nicole Bauer ist immer noch stinksauer und fassungslos zwecks des Vorfalls, der sich am frühen Montagnachmittag ereignet haben soll – nur wenige Meter vom Zuhause der Siegsdorfer Familie entfernt.


Ihr zehnjähriger Sohn Dominik hatte sich gegen 13.45 Uhr zum ersten Mal allein auf den Heimweg von der Haltestelle des Schulbusses zur elterlichen Wohnung am Siegsdorfer Schwimmbad aufgemacht. Was danach passierte, ist bisher noch weitestgehend unklar. Klar ist, dass etwa eine halbe Stunde später ein Fußgängerpärchen den Buben ohnmächtig an der schmalen Straße unter der Autobahnbrücke gefunden hat. Ein Auto war zu diesem Zeitpunkt nicht zu sehen.

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Sofort alarmierten die Fußgänger den Rettungsdienst und auch die Polizei. Bevor die Einsatzkräfte eintrafen, war auch Nicole Bauer schon bei ihrem Buben. »Erst dachten wir noch, er sei einfach ohnmächtig geworden«, erzählt die Siegsdorferin im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Gleich, nachdem Dominik aufgewacht ist, habe er aber kurz von einem grauen Auto gesprochen.

»Er hatte noch Glück im Unglück«

Dann ging es mit dem Sanka in die Klinik. Dort stellten die Ärzte unter anderem eine Gehirnerschütterung, eine Beule am Kopf und Abschürfungen am Schienbein fest. »Er hatte noch Glück im Unglück.« Bis Dienstagabend musste der Zehnjährige in der Klinik bleiben. Mittlerweile könne sich ihr Sohn an ein paar Details erinnern, erzählt Nicole Bauer. Es soll ein silbergraues, kleines Auto gewesen sein, mit einem Mann am Steuer. »Der Arzt hat uns bestätigt, dass seine Verletzungen zu dieser Geschichte passen«, so die besorgte Mutter.

Am Wochenende hat die Familie einen Termin bei der Traunsteiner Polizei, sie will Anzeige gegen den Unfallfahrer stellen. Im Vorfeld ist Nicole Bauer aber bereits aktiv geworden und hat auf Facebook einen Zeugenaufruf in der Gruppe »Spotted: Traunstein und Umgebung« gestartet. Über 300 Mal wurde der Beitrag bisher geteilt, fast 30 Mal kommentiert. Doch ein hilfreicher Hinweis war bislang nicht dabei. »Wir hoffen trotzdem, dass jemand etwas gesehen hat.«

Der Weg am Siegsdorfer Freibad liegt direkt an der Traun und ist sehr beliebt bei Fußgängern und Radfahrern. Autofahrer dürfen dort eigentlich nicht fahren, außer den Anliegern und dem Lieferverkehr. »Die Strecke wird aber immer wieder als Schleichweg, besonders von Betrunkenen benutzt«, sagt Nicole Bauer, die direkt daneben wohnt.

Die Traunsteiner Polizei geht dem Fall nach

Reifenspuren, die auf einen Unfall hindeuten, seien am Montag keine gefunden worden, erklärt Traunsteins Polizei-Chef Rainer Wolf auf Anfrage. Trotzdem werde dem Fall weiter nachgegangen. Zeugen, die etwas gesehen oder gehört haben, sollen sich bei der Polizei, Telefon 0861/987 30, melden. apo