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BRK-Gebäude bleibt an der Munastraße

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Das BRK-Gebäude in Traunreut bleibt vorerst an seinem angestammten Platz. Wegen der negativen Haushaltsentwicklung hat sich der Stadtrat darauf verständigt, die Rettungswache nicht an die Kolpingstraße zu verlagern, wie es 2013 beschlossen worden war. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der Traunreuter Stadtrat hat sich in seiner Sitzung darauf verständigt, das BRK-Gebäude erst einmal an der Munastraße zu belassen. Vor rund anderthalb Jahren war der Beschluss gefasst worden, das Gebäude an die Kolpingstraße zu verlagern; dieser Beschluss wird außer Vollzug gesetzt. Als Grund wurde die negative Haushaltsentwicklung angeführt.


Zwischen der Rettungswache des BRK und der Stadt Traunreut besteht ein Erbbaurechtsvertrag, der über mehrere Jahrzehnte abgeschlossen wurde. Sollte also die Stadt das Grundstück für sich beanspruchen, muss sie für die Rettungswache ein neues Gebäude bauen. Im Mai 2013 hatte der Stadtrat eine Grundsatzentscheidung getroffen, das BRK-Gebäude an einen anderen Standort zu verlagern und alle anfallenden Kosten zu tragen.

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Nach einer Gegenrechnung des Grundstückswertes geht die Verwaltung von einer finanziellen Belastung für die Stadt in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro aus. Wegen der negativen Haushaltsentwicklung soll nach dem Willen des Stadtrats dieses Vorhaben zunächst nicht verwirklicht werden.

Die Entscheidung der Standortverlegung fußt auf der Diskussion, das Grundstück in der Stadtmitte für ein Hotel ins Auge zu fassen. Deshalb schlug Ernst Biermaier (FW) vor, dem BRK zu signalisieren, dass das Grundstück für die weitere Stadtentwicklung von größter Bedeutung sei. Biermaier regte auch an, den Beschluss weiter aufrechtzuerhalten aber im Moment nicht zu vollziehen. Auch Ernst Ziegler (SPD) mahnte an, die Stadt dürfte sich die Gelegenheit nicht vergeben. Sein Fraktionskollege Günther Dzial meinte, dass man trotz Sparhaushalt über den Tellerrand hinausschauen sollte und über eine Verlagerung des BRK-Gebäudes nachdenken sollte, um auf dem Grundstück in naher Zukunft ein Hotel zu bauen.

Bürgerliste-Anträge zur Stadtbücherei abgelehnt

Die Anträge der Bürgerliste, vorsorglich für Umzugs- und Umbaukosten im Falle neuer Räume für die Stadtbücherei im Haushalt 2015 500 000 Euro einzustellen sowie rund drei Millionen Euro in den Jahren 2017 und 2018 für einen möglichen Neubau, wurden mehrheitlich abgewiesen. In einer Stellungnahme der Verwaltung wurde auf die laufende Diskussion zur Finanzsituation verwiesen, dass in der bisherigen Prioritätenliste des Vermögenshaushalts für die Stadtbücherei keine Haushaltsmittel vorgesehen seien.

Die Bürgerliste vertritt die Meinung, sollte die Suche nach geeigneten Mieträumen für die Bibliothek, die derzeit in einem früheren Ladengebäude am Rathausplatz untergebracht ist, bis Mitte 2016 erfolglos verlaufen, über einen Neubau nachzudenken und vorsorglich die Mittel einzuplanen.

Nach Ansicht von Ernst Ziegler sei die jetzige Situation am Rathausplatz zufriedenstellend. Einen Neubau hinzustellen wäre aus Sicht des Bürgerentscheids falsch, sagte Ziegler. Diese Ansicht teilten auch sein Fraktionskollege Christian Stoib und Reinhold Schroll (CSU). »Mir war zwar ein Neubau immer lieber, aber wenn es der Bürger wünscht, muss man das akzeptieren«, sagte Schroll. Auch Matthias Bauregger (FW) vertrat die Meinung, man sollte sich nicht auf einen Neubau fixieren, sondern weiter nach geeigneten Objekten suchen. Für seinen Fraktionskollegen Alfred Wildmann wäre die Suche längst gegessen, hätte man sich auf das Mietobjekt in der Traun-Passage verständigt. »Die Passage wäre ideal gewesen«, so Wildmann.

Raumnot in der Übergangslösung

Nach Aussagen von Bürgermeister Klaus Ritter ist man auf der Suche nach geeigneten Räumen bislang nicht fündig geworden. Für die Unterbringung der Stadtbibliothek werden rund 1000 Quadratmeter benötigt. Nach Angaben der Bürgerliste herrsche in der jetzigen Unterbringung Raumnot. Größere Flächen seien dringend erforderlich.

Den Vorschlag, für Umzugs- und Umbaukosten im nächsten Haushalt 500 000 Euro einzustellen, trugen neben der Bürgerliste Hans Kneffel und Andrea Haslwanter (beide CSU). Die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für einen Neubau, sollte sich bis Mitte 2016 kein geeignetes Mietobjekt finden, wurde mit 17:8 Stimmen abgelehnt. Gabi Rasch

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