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Brigitte Eicher erhielt den Pflegepreis

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Für ihren Einsatz in der Pflege ihres Mannes, aber auch als Leiterin der Traunsteiner Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose erhielt die Inzellerin Brigitte Eicher gestern in München den Pflegepreis 2013 der Bayerischen Multiple Sklerose-Stiftung.

Inzell. Den Pflegepreis 2013 erhielt jetzt die Inzellerin Brigitte Eicher von der Bayerischen Multiple Sklerose-Stiftung überreicht. Sie ist eine von acht pflegenden Angehörigen aus ganz Bayern, die mit diesem Preis ausgezeichnet werden, und die einzige aus dem Bezirk Oberbayern. Brigitte Eicher erhält den Preis von Nicolaus König, Vorsitzender der Bayerischen Multiple Sklerose-Stiftung, und von Gerhard Guske, Schatzmeister der Stiftung, weil sie seit vielen Jahren ihren Mann Anton Eicher pflegt.


Seit neun Jahren würdigt die Bayerische Multiple Sklerose-Stiftung die Leistung von pflegenden Angehörigen von schwerst betroffenen Multiple Sklerose-Kranken mit der Vergabe des Pflegepreises. Multiple Sklerose ist immer noch nicht heilbar. Die chronische Autoimmunerkrankung tritt meist im jungen Erwachsenenalter auf und verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen schlagartig. Die Diagnose bedeutet nicht nur für die Betroffenen eine ungewisse Zukunft mit vielen schmerzhaften Entbehrungen – auch die Betreuenden sind mit großen Belastungen und Unsicherheiten konfrontiert, die nicht selten jeglichen Plänen und Lebensentwürfen ein jähes Ende setzen.

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Mit der Verleihung des Pflegepreises erhalten pflegende Angehörige Anerkennung für ihre Arbeit, die stillschweigend und im Verborgenen stattfindet. Die Ehrung gilt damit der gesamten Familie, da von diesem schweren Schicksal neben den MS-Patienten auch Partner, Eltern und Kinder betroffen sind. Der Pflegepreis ist mit 1000 Euro pro Preisträger dotiert.

»Liebe Frau Eicher, als sie beide 1971 heirateten, war ihr Mann schon an Multipler Sklerose erkrankt«, sagte Nicolaus König zur Begründung für die Preisverleihung an Brigitte Eicher. »Sie organisierten ihr Familienleben und unterstützten ihren Mann viele Jahre bei seiner Arbeit im eigenen Architekturbüro, indem sie ihn zu Terminen fuhren und immer an seiner Seite waren. Ihre eigenen Bedürfnisse stellten sie dabei oft zurück.

Seit 21 Jahren sei ihr Mann nun schon auf den Rollstuhl angewiesen und werde von ihr rund um die Uhr liebevoll umsorgt und gepflegt. In allen Bereichen des täglichen Lebens vertraue er völlig auf ihre Hilfe. Neben der Pflege ihres Mannes betreue sie seit zehn Jahren auch ihre an Parkinson erkrankte Schwiegermutter, die im Nachbarhaus lebt. »So ist es ein Glück, dass ihre beiden Kinder mit ihren Familien bei ihnen wohnen und das Lachen und Toben der fünf Enkel das Haus mit Leben und Fröhlichkeit füllen«, so König weiter. »Die jungen Familien unterstützen sie bei der Pflege und kümmern sich liebevoll um ihren Mann, wann immer es nötig ist. Dadurch können sie sich kurze Erholungszeiten gönnen, um wieder Kraft zu schöpfen.«

Seit 2009 hat Brigitte Eicher die Leitung der MS-Gruppe Traunstein übernommen und engagiert sich auch hier für die schwer betroffenen Gruppenmitglieder; für Kranke ehrenamtlich tätig sei sie schon seit vielen Jahren. »Für ihre großartige Leistung möchten wir ihnen heute von ganzem Herzen danken und sie mit dem Pflegepreis der Bayerischen MS-Stiftung ehren.«