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Breitbandausbau für Inzeller Neubaugebiete

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Inzell. Auch die Gemeinde Inzell will das neue Förderprogramm des Freistaats Bayern zum Ausbau des schnellen Internets nutzen. Im Auftrag der Kommune hat die Firma IK-T Mannstorfer und Hecht aus Regensburg die Ist-Situation in Inzell untersucht und das Ergebnis nun im Gemeinderat vorgestellt. Angedacht ist, im Bereich der geplanten Neubaugebiete in Gschwall und Gewerbegebiet Sulzbacher Feld das schnelle Internet mit Hilfe der Förderung weiter auszubauen.


Bürgermeister Martin Hobmaier erklärte einleitend, dass man den Auftrag dieser Firma anvertraut habe, da diese bereits für den Landkreis Traunstein und die Gemeinde Waging tätig gewesen sei und hierbei gute Erfahrungen gemacht worden seien.

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Wie Michael Hierl von IK-T erläuterte, ist durch Kabel Deutschland bereits ein Großteil der Ortschaft abgedeckt, was in anderen Gemeinden selten der Fall sei. DSL mit mindestens 10 Megabit pro Sekunde gibt es im gesamten dicht besiedelten Bereich wie Ortskern, touristisches Zentrum Außerfeld, Kreuzbaumstraße-Auweg, und Schmelzer Straße und entlang der Bundesstraße 306. Die Versorgung mit VDSL bis 50 Megabit pro Sekunde beschränkt sich im Wesentlichen auf das Ortszentrum, rund um einen Hauptverteiler der Deutschen Telekom. Über die funkbasierte LTE-Versorgung durch T-Mobile sind fast im gesamten besiedelten Talkessel bis zu 50 Megabit möglich.

Mit dem neuen Förderprogramm soll das DSL in für Netzbetreiber unwirtschaftlichen Gebieten ausgebaut werden. Förderfähig sind Gewerbegebiete und sogenannte »Kumulationsgebiete«. Ein Erschließungsgebiet muss mindestens fünf Unternehmen aufweisen. Mindestens ein Unternehmer muss glaubhaft den Bedarf von 50 Megabit anmelden, und es darf keine Versorgung mit mindestens 25 Megabit vorhanden oder in den nächsten drei Jahren geplant sein. Bis 2017 kann jede Gemeinde über das Programm bis zu 500 000 Euro abrufen. Die Förderrate beträgt 40 bis 80 Prozent.

Kosten werden sich auf 300 000 Euro belaufen

Laut Hierl müssen nun zuerst die Gebiete festgelegt und dann der Bedarf mit Hilfe von Fragebögen ermittelt werden. Als Gebiete schlug Hierl das geplante Neubaugebiet in Gschwall mit Umfeld vor sowie das künftige Gewerbegebiet Sulzbacher Feld, wobei es sinnvoll sei, hier auch das bestehende Gewerbegebiet See dazu zu nehmen. Danach folgen Anfragen bei den Netzbetreibern zum Ausbau ohne Beihilfe sowie bei der Bundesnetzagentur, bis der Förderantrag gestellt und der Auftrag vergeben werden können. Hierl rechnet mit sieben bis zehn Monaten bis zur Vergabe. Danach dauere es nochmal 12 bis 18 Monate, bis der Ausbau realisiert sei. Für den Ausbau der beiden Gebiete prognostizierte er Kosten von 300 000 Euro. Etwa die Hälfte entfalle auf die Gemeinde. Es zeigte sich, dass der Gemeinderat zu einer Leitungsvariante anstelle des Ausbaus per Funk neigt. Bürgermeister Martin Hobmaier ergänzte, die Funkstrahlung werde kritisch gesehen. In einer der nächsten Sitzungen wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Den Antrag auf Anbau eines Gewerbegebäudes und Aufstockung einer gewerblichen Halle mit einem Satteldach an der Traunsteiner Straße 14 durch den Inzeller Bauunternehmer Josef Plereiter billigte das Gremium einstimmig. Keine Gegenstimme gab es auch zu einem Antrag im Sinne der Aufwertung der Ferienwohnungen in einem Appartementhaus an der Kreuzfeldstraße 41: Die Wilhelm & Kluge Immobilien GmbH & Co. KG plant, zum Innenhof im Obergeschoß einen Balkon anzubauen.

Aus nicht-öffentlicher Sitzung gab Hobmaier bekannt, dass Aufträge für die Tiefbauarbeiten und die elektronische Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik im Rahmen der energetischen Sanierung der Kläranlage vergeben wurden, die Ölschleuse für die Kälteanlage am Eisstadion repariert wird und ein Mitarbeiter für den Bauhof eingestellt wurde. Auf Nachfragen von Annelie Gromoll zur Gesellschafterversammlung der ITG und zum Thema Olympia sagte Hobmaier, ITG-Geschäftsführer Gerhard Steinbacher berichte in der nächsten Sitzung im Gemeinderat. In Sachen Olympiabewerbung werde es vor einem Bürgerentscheid ausreichend Informationen für die Bürger geben. Das Thema Eis sei »in München angesiedelt, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen«, betonte er. vm