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Braune Flecken und Löcher im Rasen

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Die Sonnenwärme von oben und der Wurzelfraß der Käferlarven von unten setzen dem Rasen zu. Stellenweise kann man ihn wie Rollrasen abziehen, an sonnigen Stellen stirbt der Rasen flächig ab und wird braun. (Fotos: Landratsamt Traunstein)

Sie verursachen Löcher und braune Stellen im Rasen und ein schöner Anblick sind die Larven auch nicht. »Es sind meist Engerlinge, also die Larven von Blatthornkäfern, die an den Pflanzenwurzeln fressen und damit unschöne Stellen im Rasen verursachen«, weiß Markus Breier, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein.


Die Sonnenwärme von oben und der Wurzelfraß der Käferlarven von unten setzen dem Rasen zu. Stellenweise kann man ihn wie Rollrasen abziehen, an sonnigen Stellen stirbt der Rasen flächig ab und wird braun.

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»Die Auswirkungen des Wurzelfraß können beträchtlich sein, die Bekämpfungsmöglichkeiten sind allerdings leider überschaubar«, so der Gartenfachmann, der derzeit mehrere Anrufe pro Tag von besorgten Gartenbesitzern erhält. Jedoch holen Igel und Vögel die eiweißreichen Engerlinge gerne aus dem Boden. Deshalb sei die Bekämpfung nicht grundsätzlich nötig, weil die Käferlarven jetzt im Herbst hervorragendes Kraftfutter für den Winterspeck sind. »Bei geringem Befall reicht das Zutreten der von Igel und Vögel hinterlassenen fünf bis zehn Zentimeter großen Löchern.« Bei flächig abgestorbenem Rasen bleibt nur die Neuanlage – September und Oktober sind dafür gut geeignet, sonst erst wieder ab April.

Denn im Rasen sind meist die Larven der Gartenlaufkäfer (Engerlinge bis zwei Zentimeter) oder der Junikäfer (Engerlinge bis über zwei Zentimeter) zu finden. Ersterer mit einer Entwicklung vom Ei zum Käfer in einem Jahr, bei letzteren mit zwei bis drei Jahren. Im Winter ziehen sich die Käferlarven in tiefere Bodenschichten zurück und sind so geschützt vor Frost. Im kommenden Frühjahr fressen sie nochmals an den Wurzeln, dann verpuppen sie sich und schlüpfen als Käfer. Im Juni werden die nächsten Eier gelegt und der Kreislauf beginnt von neuem.

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Bevor aus den Engerlingen ein ausgewachsener Junikäfer wird, vergehen zwei stolze Jahre. Während dieser Zeit leben die Larven in der Erde und fressen Pflanzen- und Gräserwurzeln.

Mit einer Gartenfräse lasse sich nur ein Teil der Engerlinge bekämpfen, das haben auch Versuche im landwirtschaftlichen Bereich ergeben, erklärt Breier und weiter: »Auch der Einsatz von nützlichen Fadenwürmern, den sogenannten Nematoden, ist zwar prinzipiell möglich, aber es müssen Temperatur, Bodenfeuchte und das Alter der Engerlinge optimal passen.« Gegen große Engerlinge helfen die Fadenwürmer nicht mehr, nur gegen die kleinen in den ersten Monaten – das wäre letzten Herbst der Fall gewesen. Am wirkungsvollsten ist das Absammeln der Käferlarven, dann können sich diese Exemplare nicht verpuppen und als Käfer neue Eier ablegen. Aber dafür müsse man selbst graben und letztlich auch neu ansäen. »Eine einfache Lösung gibt es nicht«, so Gartenfachberater Breier.

Kein wesentliches Problem sind Engerlinge in Blumenwiesen und extensiv gemähte Kräuterrasen. Hier wurzeln die Blumen und Gräser tiefer. Auch legen die erwachsenen Käfer ihre Eier lieber in kurz gemähte Rasenflächen. Für den aktuellen Befall ist das kein Trost. Es bleibt die Chance, den Rasen im kommenden Jahr zur Flugzeit im Juni länger stehen zu lassen oder einen Kräuterrasen anzulegen.

Für weitere Fragen steht Kreisfachberater Markus Breier unter Telefon 0861/58 385 zur Verfügung. fb

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