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Brasilienhilfe weiter unter bewährter Führung

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Dank der finanziellen Unterstützung der Partnerschaftlichen Brasilienhilfe (Grabenstätt) konnte im »Centro Esperanca« (Zentrum der Hoffnung) im brasilianischen Lábrea (Amazonas) diese neue hygienische Küche gebaut werden. Die Nachwuchs-Köche sind begeistert.

Grabenstätt. Die Partnerschaftliche Brasilienhilfe bleibt auch in den kommenden drei Jahren unter bewährter Führung. So bestätigten die Mitglieder Vorsitzende Uschi Erl und deren Stellvertreter Johann Nepomuk Huber, Pfarrer in Ruhe, einstimmig in ihren Ämtern. Die Kassenverwaltung bleibt in den Händen von Irmgard Gottsmann und Engelbert Gottsmann fungiert weiterhin als Schriftführer. Komplettiert wird die Vorstandschaft von den Beisitzern Betty Wülfing, Job Wülfing, Pia Ostler, Sandra Speckbacher, Georg Schützinger, Rolf Zollner und Hannes Piller. Die bisherigen Beisitzer Christina Schmolling und Hans Stefanutti senior hatten nicht mehr kandidiert. Laut Satzung hätten bis zu zehn Beisitzer bestellt werden können. Kassenprüfer bleiben Josef Juretschke und Henry Scholtysik.


Einen sehr erfreulichen Kassenstand vermeldete Kassenverwalterin Irmgard Gottsmann. Allein in diesem Jahr habe man deswegen schon wieder 25 000 Euro ins brasilianische Amazonasgebiet überweisen können. Insgesamt hätten sich die Projektausgaben 2012 unter anderem für die beiden Jugendzentren, das »Centro Esperanca« (Zentrum der Hoffnung) in Tapauá und jenes in Lábrea auf über 36 000 Euro belaufen. Mit 15 000 Euro unterstützte man im Zentrum der Hoffnung in Lábrea den Bau einer neuen Küche. »Langsam aber deutlich bauen sich unsere Rücklagen ab«, betonte Erl und zeigte sich deswegen besonders erfreut über die »großzügigen Spenden«. Die 10 850 Euro, die die Sternsinger in Grabenstätt und Erlstätt ersungen hatten, habe man gleich nach Tapauá weitergeleitet. Ein Dank gelte auch den Grünwalder Sternsingern, von denen man rund 4700 Euro erhalten habe, und den Grabenstätter Schulkindern und Ministranten »fürs Klöpfeln«. Insgesamt seien über 15 000 Euro an Spenden eingegangen. Auch wenn es den Menschen im Süden Brasiliens »durchgehend besser« gehe, sei dieser Fortschritt im »Armenhaus« Amazonas noch nicht angekommen, so die Vorsitzende. Der Staat zahle leider einen Großteil der Lehrergehälter erst rückwirkend und verspätet. »Ohne unsere Spenden hätten schon beide Centros schließen müssen«, stellte Erl klar. Die Eltern seien zu arm, um Beiträge zu zahlen.

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Das Projekt in Alexânia habe man beenden müssen, da die Unterstützung seitens der Behörden ausgeblieben und die Kommunikation mit den ständig wechselnden Schwestern schwierig gewesen sei, betonte die gebürtige Brasilianerin Betty Wülfing, die seit 1975 in Deutschland lebt und die Grabenstätter Brasilienhilfe von Beginn an tatkräftig begleitete. Im Gegensatz zu Tapauá und Lábrea seien beim Projekt in Alexânia auch immer wieder Gelder verschwunden. Nachdem man die »Graswurzelarbeit« verrichtet und wichtige Dinge in Bewegung gesetzt habe, hätten sich viele Projekte in Brasilien »zum Selbstläufer entwickelt«, freute sich Nepomuk Huber. In dem Moment, in dem es die Menschen dort schaffen würden, solche Einrichtungen selbstständig zu tragen, sei der richtige Zeitpunkt gekommen, sich zurückzuziehen. Erl und Wülfing betonten, wie wichtig es sei, die Jugendlichen gut auszubilden. Während im »Centro Esperanca« in Tapauá jeden Tag 120 junge Leute im Alter von zwölf bis 18 Jahren lebenspraktische Fertigkeiten erlernen, werde die Einrichtung in Labrèa sogar von 340 Heranwachsenden besucht. Die andere Hälfte des Tages gehe man zur Schule. In beiden Centros stehen unter anderem Holzarbeiten, Nähen, Sticken, Kochen, Musik und das Zehn-Finger-System auf dem Programm. Auch Ordnung und Disziplin werden großgeschrieben. Zudem gibt es eine warme Mahlzeit.

Stolz führte Erl ein Video von einer gut eingespielten Gitarrengruppe vor, deren Gitarren man finanziert habe. Als »wichtigstes Ereignis im Jahr 2012« bezeichnete sie »unsere Projektreise nach Brasilien im Mai/Juni«.

Es sei gut, dass es den Verein gebe, lobte Dritter Bürgermeister Wiesholler und freute sich über dessen 30-jährige Erfolgsgeschichte. Die Leute, die unlängst in Brasilien zu recht auf die Barrikaden gegangen seien und ihre Stimme gegen den Staat erhoben hätten, »gehören der unteren Mittelschicht aufwärts an, wir sind aber die Stimme der Ärmsten«, so Wülfing. mmü