Brand im Landratsamt und digitaler Unterricht: Verwaltung informiert im Kreisausschuss

Landratsamt Traunstein
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Foto: Pültz

Traunstein – Vor allem der Brand im Landratsamt sowie der aktuelle Stand der Digitalisierung im Schulbereich beschäftigte die Kreisräte in ihrer heutigen Sitzung. Der stellvertretende Landrat Josef Konhäuser (SPDplus) führte das Wort und schickte zunächst Genesungswünsche an den an Corona erkrankten Landrat Siegfried Walch, der sich laut Konhäuser auf dem Weg der Besserung befinde.


In diesem Zuge berichtete Konhäuser auch kurz über die aktuelle Impfsituation im Landkreis: Im Altenmarkter Impfzentrum habe man in der vergangenen Woche über 700 Impfdosen täglich verteilt. Inklusive der niedergelassenen Ärzte gab es in etwa 1000 Impfungen pro Tag, wie Pressesprecher Michael Reithmeier ergänzte. „Dieses Pensum soll in den nächsten Wochen kontinuierlich gesteigert werden“, so Konhäuser.

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Erster Punkt auf der Agenda des Kreisausschusses war der Brand im nordseitigen Hauptgebäude des Landratsamts in der Nacht auf Dienstag, den 13. April. Dabei wurde die komplette Heizzentrale mit den zentralen Anschlussräumen für unter anderem Strom und Gas zerstört. Das gesamte Landratsamt musste folglich vom Stromnetz genommen werden. Sachgebietsleiter Martin Aschauer betonte, dass Notstromversorgung, Brandmeldeanlage und Schließung aller Brandschotten des Gebäudes zuverlässig funktioniert hätten, wodurch sich der Schaden in Grenzen halten ließ.

Nach Löschung des Brandes wurden Stromversorgung und IT wieder aufgebaut. „Das Landratsamt war bereits ab Dienstagmittag wieder arbeitsfähig“, berichtete Konhäuser. Und schon am Mittwoch konnte man vollständig in den Dienstbetrieb zurückkehren. Die nächsten Schritte seien nun Reinigung und Sanierung des betroffenen Gebäudeteils, womit eine mehrere Spezialfirma mehrere Wochen beschäftigt sein werde.

Weiteres Thema war die Digitalisierung im schulischen Bereich: Bereits vor einigen Jahren habe der Landkreis Traunstein als Sachaufwandsträger von 15 Schulen einen Sonderweg eingeschlagen, indem die Steuerung und Betreuung der IT in den Schulen durch eigenes Personal vorgenommen werde. „Es herrscht ein sehr hoher Ausstattungsstandard und damit ein extrem hoher Digitalisierungsgrad an den Schulen im Landkreis“, erläuterte der stellvertretende Landrat.

Michael Reupert, Gruppenleiter in der Abteilung Schul-IT & EDV-Betreuung, gab einen Überblick über aktuelle Projekte. So werden in den nächsten Monaten auch die letzten vier Schulen des Landkreises mit Glasfaserkabeln ausgestattet. Außerdem wurde seit Sommer 2020 am flächendeckenden Ausbau von WLAN gearbeitet, was nun abgeschlossen sei: „Vor der Corona-Krise wurde das von Eltern und Lehrern wegen der Strahlenbelastung noch abgelehnt und deshalb nicht schon früher umgesetzt“, berichtete Reupert.

Seit 2018 erhielt der Landkreis durch staatliche Fördermaßnahmen bisher PCs, iPads, Beamer, Bildschirme und mehr im Wert von über zwei Millionen Euro. Zusätzliche kommunale Investitionen in die Schul-IT belaufen sich ebenfalls auf eine Million Euro jährlich. Insgesamt besitzt der Landkreis derzeit etwa 3000 iPads für die Schülerinnen und Schüler und 2200 Klassen-PCs.

Christoph Bauhofer (Bündnis 90/Die Grünen) regte dazu an, einen Standard für digitalen Unterricht zu schaffen, da es „fast schon Hohn“ sei, zu hören, was der Landkreis alles an Geld für Hard- und Software ausgibt: „Und man selbst sitzt mit den Kindern zu Hause und druckt einfach nur Arbeitsblätter aus.“

Josef Daxenberger (CSU) fragte nach, ob sozial schwächere Kinder, die keinen PC zu Hause haben, hier möglicherweise benachteiligt werden oder ob es Leihgeräte gäbe. Dazu Michael Reupert: „Jedes Kind, das einen PC benötigt, bekommt einen. Während der Pandemie wurden auch Klassensätze aufgelöst und an die Schülerinnen und Schüler vergeben.“

JuC

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