weather-image
30°

Brände löschen müssen die Feuerwehren nur noch selten

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die technische Hilfeleistung aller Art ist zum Schwerpunkt der Einsätze der Feuerwehren geworden. Mehr als 3200 Mal rückten die Feuerwehren im vergangenen Jahr aus, zum Beispiel um bei Verkehrsunfällen Schwerverletzte und eingeklemmte Personen aus Unfallfahrzeugen zu befreien und zu retten. Das Bild entstand bei einer Einsatzübung.
Bildtext einblenden
Fast 900 Buben und Mädchen gehören den Jugendfeuerwehren im Landkreis an. Dabei steht die Ausbildung ebenso im Mittelpunkt wie Kameradschaft und Teamgeist.
Bildtext einblenden

Im Landkreis Traunstein gewährleistet ein dichtes Netz von 81 Feuerwehren mit einer Personalstärke von 4550 Feuerwehrmännern und -frauen rund um die Uhr sofortige und effektive Hilfe, wenn Menschenleben in Gefahr sind oder Sachwerte geschützt werden müssen.


Damit bilden die 76 Freiwilligen, drei Werk- und zwei Betriebsfeuerwehren mit ihren fast ausnahmslos ehrenamtlich tätigen Dienstleistenden das größte Helferkontingent aller »Blaulicht-Organisationen« im Landkreis Traunstein. Die Personalstärke, die sehr gute technische Ausstattung und die große Schlagkraft der Feuerwehren macht sie zur Nummer 1 im Katastrophenschutz.

Anzeige

Als Anfang Juni des letzten Jahres schier unaufhörliche Regenfälle zu einer Hochwasserkatastrophe führten, waren es einmal mehr die Feuerwehren, die vielen Hundert Menschen schnelle und wertvolle Hilfe leisteten. Rund 2000 Floriansjünger bewältigten damals in der Hochphase der Naturkatastrophe in 48 Stunden mehr als 1500 Einsätze. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2012 wurden die Feuerwehren im Landkreis Traunstein »nur« insgesamt 3260 Mal alarmiert. Das heißt: In den zwei »Spitzentagen« des Jahrhundertwassers 2013 bewältigten die Feuerwehren halb so viele Einsätze als üblicherweise in einem ganzen Jahr.

Die starke Verwurzelung der Freiwilligen Feuerwehren in der Bevölkerung und in den Kommunen des Landkreises trage dazu bei, dass die Menschen zur Selbsthilfe bereit sind und angeleitet werden, betont Kreisbrandrat Hans Gnadl: »Die Feuerwehren sind eine große Bürgerinitiative und dürfen als das »Rückgrat« des Katastrophenschutzes bezeichnet werden«, so Gnadl.

Durch das vorhandene flächendeckende System sind die Feuerwehren bei Katastrophen aller Art die Hilfe erster Wahl. Ob Unwetter, Hochwasser, Sturm, extreme Schneefälle, Waldbrände, Chemie- oder Gefahrgutunfälle – die Feuerwehrler stehen Tag und Nacht bereit und helfen professionell und effektiv.

Die klassische Aufgabe der Feuerwehren – die Hilfe bei Feuersnot und das Löschen von Bränden – ist im breiten Spektrum der Aufgaben der Feuerwehren aber mittlerweile in den Hintergrund getreten. Im letzten Jahr ging es bei »nur« 13 Prozent aller Einsätze um das Löschen von Bränden – das waren 715 Mal.

Der größte Teil der Alarmierungen hatte mit 59 Prozent jedoch einen Einsatz der technischen Hilfeleistung zur Folge. 3245 heulten die Sirenen und schlugen die »Piepser« Alarm, um Sturm- und Hochwasserschäden zu beseitigen, bei Verkehrsunfällen Menschen zu retten und die Umwelt zu schützen. Zur technischen Hilfeleistung gehören auch die sogenannten Türöffnungen, um hilflose Personen zu befreien oder die Tierrettungen.

Die Ersthelfer-Einheiten (First Responder) der Feuerwehren, vorrangig aus Waging und Grabenstätt, rückten 284 Mal aus und leisteten qualifizierte Hilfe bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt. 291 Sicherheitswachen bei Veranstaltungen wurden zudem erbracht. 252 Mal gab es Fehlalarm, darunter auch einige mit böswilliger Absicht.

Träger der Feuerwehren sind die Städte, Märkte und Gemeinden. Sie sorgen für die nötige Ausrüstung an Fahrzeugen und Gerätschaften. Geführt werden die Ortsfeuerwehren von den Kommandanten. Sie leiten und führen die aktiven Mannschaften.

Vom Landkreis Traunstein finanziert wird die Kreisbrandinspektion als übergeordnete Leitung des Feuerlöschwesens. An der Spitze der Kreisbrandinspektion steht der Kreisbrandrat, seit 14 Jahren Hans Gnadl. Die Landkreisfläche und somit die 81 Wehren sind in vier Inspektionsbereiche unterteilt, in denen je ein Kreisbrandinspektor und zwei Kreisbrandmeister zur Unterstützung und Förderung der Feuerwehren tätig sind.

Der Kreisfeuerwehrverband (KFV) Traunstein ist der Fachverband der Feuerwehren im Landkreis. Er wurde am 22. Juli 1994 und somit vor fast genau 20 Jahren wiedergegründet und gehört dem Landesfeuerwehrverband Bayern an. Als Dachverband vertritt der KFV die Interessen der Feuerwehren im Landkreis. Seine Aufgaben bestehen vor allem aus der Förderung des Brand-, Umwelt- und Katastrophenschutzes sowie der technischen Hilfeleistung und des Rettungsdienstes. Aber auch die Aus- und Fortbildung hat oberste Priorität.

Die Betreuung und Förderung der Jugendarbeit ist ein besonderes Anliegen des Kreisfeuerwehrverbandes. 864 Buben und Mädchen gehören aktuell den Jugendfeuerwehren im Landkreis an. Fast alle Freiwilligen Feuerwehren betreiben aktiv Jugendarbeit und Nachwuchsförderung und versuchen Kinder und Jugendliche für die Mitwirkung im ehrenamtlichen Feuerwehrdienst zu begeistern und langfristig mit Erreichen der Volljährigkeit als Aktive zu gewinnen. pv

Im Rahmen eines Blaulicht-Tages präsentieren sich die verschiedenen Rettungs- und Hilfsdienste im Landkreis am kommenden Samstag ab 9 Uhr auf dem Traunreuter Festplatz.