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Bonhoeffer-Preis ging an Trostberger Musikgruppe

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Der junge Ziachspieler Simon Kirmse (links) und vier kleine Bäckerinnen aus Inzell haben beim Dietrich-Bonhoeffer-Preis den zweiten Platz belegt. Unser Foto zeigt sie zusammen mit Dekan Peter Bertram und der Pflegedienstleiterin des Chiemgau-Stifts Inzell, Beate Hamm. (Foto: H. Eder)

Traunreut. Die Trostberger Musikgruppe »Not Perfect« ist von der Förderstiftung des Diakonischen Werks Traunstein mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Preis für soziales Engagement Jugendlicher ausgezeichnet worden. In einer Feier im Wilhelm-Löhe-Zentrum in Traunreut erhielten die vier Mitglieder der Familie Schinko, verstärkt von Thomas Zimmermann, den mit 1000 Euro dotierten Preis. Mit Benefizkonzerten haben sie mehrere tausend Euro für den Trostberger Afrikahilfe-Verein »Faraja« und andere soziale Projekte in der Stadt eingespielt.


Den zweiten Platz, dotiert mit je 250 Euro, teilen sich der junge Ziachspieler Simon Kirmse und die vier kleinen Bäckerinnen aus Inzell. Simon hat drei Jahre lang alle 14 Tage im Chiemgau-Stift in Inzell die Senioren unterhalten, die Mädchen haben für die Bewohner Kuchen gebacken. Die Buben der Gruppe »Zauberdrachen« des Pädagogischen Zentrums Niedernfels aus Marquartstein haben bei der BDKJ-Aktion »72 Stunden« innerhalb von drei Tagen viele kleine gute Taten vollbracht: Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser, Kontakt mit Kindern und Senioren und vieles mehr. Dafür kamen sie auf Platz drei, mit 300 Euro dotiert. Die Feier eröffneten Thomas Zugehör, der Vorsitzende des Diakonischen Werks Traunstein, und Dekan Peter Bertram. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Preisträger selbst: Simon Kirmse spielte einige Stücke auf seiner Ziach und sorgte für einiges Schmunzeln als er mit »Heit gibt's a Rehragout« anstimmte. Er bekam ebenso viel Applaus wie die Gruppe »Not perfect«, die zwei selbst geschriebene Lieder spielte. Sie mussten schließlich sogar noch eine Zugabe spielen: Bei »An Tagen wie diesen« von den Toten Hosen sangen viele der rund 100 Besucher kräftig mit. Traunsteins Altoberbürgermeister Fritz Stahl nannte im ersten Teil seiner Rede Beispiele »aus unserer normalen Alltagswelt«. Morgens um vier die Damm- und Brückenwachen an der Hochwasser führenden Traun aufzusuchen, habe nichts Romantisches, aber man bekomme ein gutes Gefühl, wenn man den guten Geist eines gemeinsamen Einsatzes spüre und merke, wie wichtig jede und jeder sein könne. Als Negativbeispiel nannte er die Diskussion um die Asylbewerber in Traunstein. Da habe man gesehen, »wie harte persönliche Interessen und massive Drohungen einschüchtern und die Mitmenschlichkeit zur Seite schieben können«.

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In diesem Sinn dankte Stahl den Preisträgern und allen Nominierten, dass sie »ganz im Sinne Bonhoeffers gelebt und gearbeitet, anderen geholfen, sie beachtet und wertgeschätzt« haben. Dabei hätten sie sicher gemerkt, wie gemeinsame Aktivitäten verbinden und anspornen.

Auch Diakonie-Vorsitzender Zugehör würdigte alle Preisträger und vorgeschlagenen Gruppen und Personen dafür, dass sie Zivilcourage und soziales Engagement gezeigt hätten. Damit seien sie die Zukunft der Gesellschaft. Alle Bewerbungen seien hervorragend gewesen. Daher erhielten auch die drei Nicht-Preisträger Urkunden und wurden kurz vorgestellt.

Auch das Engagement der Nicht-Preisträger gelobt

15 Jugendliche aus dem Kreis Traunstein, von der Caritas im Rahmen des Projekts »Mindzone« geschult, versuchen bei Feiern ein Bewusstsein zu schaffen für den vorsichtigen Umgang mit Alkohol und den Verzicht auf Drogen. Lisa Franziska Bichler aus Ruhpolding war nach ihrem Abitur in Thailand und Ghana sozial tätig und hat auch ein halbes Jahr lang im HPZ in Ruhpolding gearbeitet. Andreas Bottisch aus Traunstein ist ehrenamtlich sehr engagiert in der Kirche. Vor allem aber hat er als THW-ler beim jüngsten Hochwasser 100 Einsatzstunden in einer Woche geleistet. Auch Dekan Bertram dankte schließlich all denen, die sich im sozialen Bereich engagiert hatten; dies sei heute nötiger denn je, sagte er. he