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»Boarische Zauberflöte« begeisterte

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Die »Boarische Zauberflöte« begeisterte. Mit dabei waren Vogelfänger Papageno (Tessa Liesting, links) und Prinz Tamino (Hannah-Marie Schmidt). (Foto: Müller)

Grabenstätt – Nach dem Erfolgsmusical »Schuihofgschroa«, das im Schuljahr 2014/15 in bairischem Dialekt in der Grundschule Grabenstätt aufgeführt worden war, meinten viele Besucher, dass dies nicht mehr zu toppen sei; doch...


Bei der Uraufführung der Boarischen Zauberflöte (Oper) wurden sie nun eines Besseren belehrt. Es gab stehende Ovationen und die rund 800 Gäste überschlugen sich geradezu mit Lobeshymnen und Superlativen – zu Recht. Denn was die 158 Kinder der Klassen 1a, 1b, 2a, 2b, 3a, 3b, 4a und der 4b als Darsteller, Sänger (Chor) und Musikanten (Orff) mit Unterstützung der Jugendkapelle Grabenstätt auf die Bühne zauberten, war tatsächlich eine Meisterleistung. Der lang anhaltende und donnernde Applaus, der grenzenlose Jubel und nicht zuletzt die Anwesenheit des Bayerischen Fernsehens waren der verdiente Lohn.

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Zum Auftakt durften sich Autor Emanuel Schikaneder (Sophia Stefanutti/Zweitbesetzung: Selina Richter) und Komponist Wolfgang Amadeus Mozart (Andreas Lex) gleich einmal zu den »Rock me Amadeus«-Klängen von Falco austoben und Papageno (Tessa Liesting/Maximilian Höpfl) stellte sich als lustiger Vogelfänger der Königin der Nacht (Carola Schreiber/Johanna Dietl) vor. Die Darbietungen der zehnjährigen Carola Schreiber waren so überzeugend, dass ihr gleich von mehreren Seiten eine große Schauspielkarriere vorausgesagt wurde. Prinz Tamino (Hannah-Marie Schmidt/Tobias Ober) wurde von einem gefährlichen Tatzlwurm verfolgt, den die Königin der Nacht tötete.

Da ihre Tochter, Prinzessin Pamina (Eleni Gürtler/Franziska Beisse) vom »Sonnenkini« Sarastro (Katharina Probst/Tobias Frimmel) gefangen genommen worden war, bat sie Tamino sie zu befreien. Tamino bekam von der Königin der Nacht eine magische Zauberflöte und sein Begleiter Papageno erhielt ein Glockenspiel. Damit waren sie gegen alle Gefahren gewappnet, auch gegen eine Räuberbande und »schaurig schiache«, bedrohliche Wolpertinger.

Am Ende wurde alles gut, denn nicht nur Papageno fand in Papagena (Caterina Frenzel/Helena Speckbacher) seine große Liebe, sondern auch Tamino durfte nach zwei Prüfungen seine Pamina heiraten. Die Königin der Nacht versöhnte sich mit Sarastro und lernte sogar boarisch und König und Königin übergaben ihre Reiche an Tamino und Pamina. Neben der Monostatos-Darstellerin (Franziska Lex/Michael Hille) wussten auch die Nebendarsteller und Tanzgruppen zu überzeugen.

Opernprojekt hat viel Kraft geraubt

Auch wenn aktuell die Freude überwiege, habe das Opernprojekt schon viel Kraft gekostet, verriet Rektorin Josephine Brunnhuber und machte ihren Schülern ein Riesenkompliment. »Man braucht dazu aber auch ein gescheites und fleißiges Team und das habe ich«, lobte die Schulleiterin ihr Kollegium. Ein Sonderlob verteilte Brunnhuber an ihre Kolleginnen Irmi Schneider (Orff), Michaela Mannhardt (Chor) und Birgit Gebert-Schwarm, der Mutter der boarischen Fassung der Mozart-Oper.

Zur Unterstützung war sogar die ehemalige Lehrerin und Musikerin Amelie Urner aus dem Ruhestand reaktiviert worden. Ein besonderer Dank galt auch den pensionierten Lehrern Christine Anton und Joachim Donsbach, die einst die »Zauberflöte« mit ihren damaligen Schülern in anderen Bundesländern aufgeführt und die Aufzeichnungen und Orffbegleitungen zur Verfügung gestellt hatten. Brunnhuber brach eingangs eine Lanze für die bairische Sprache, »die witzig, praktisch, schlagfertig und sympathisch ist«.

Projekt mit 11 650 Euro unterstützt

Glückwünsche gab es vom begeisterten VR-Bank-Vertreter Rolf Hasslach, der das Schulprojekt über die Initiative »Viele schaffen mehr« begleitete und für die Finanzierung Spenden in Höhe von 11 650 Euro überreichen konnte. Auch den vielen Ehrengästen, darunter Schulamtsdirektor Klaus Biersack, Bürgermeister Georg Schützinger, stellvertretender Landrat Andreas Danzer, die Landesvorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft Ursula Lay, Ingrid Ritt vom Wertebündnis Bayern, der Vorsitzende des Bayernbundes MdL a.D. Adolf Dinglreiter und der Vorsitzende des Vereins Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn, Rudi Mörtl, waren über die Maßen begeistert. mmü