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Blumenwiesen und Wiesenblumen

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Die Sonderausstellung im Museum »Salz und Moor« im Klaushäusl beschäftigt sich mit Wiesenarten. Nicht nur auf Bildern, sondern auch in natura kann man die unterschiedlichen Wiesenpflanzen bewundern. (Foto: T. Eder)

Grassau. Mit den unterschiedlichen Wiesentypen befasst sich die neue Sonderausstellung im Museum »Salz und Moor« im Klaushäusl. Eindrucksvoll werden die charakteristischen Pflanzen, Wiesenblumen und Wiesenkräuter mit vielen Exponaten dargestellt, ebenso welche Bodenbedingungen und Bewirtschaftung für die jeweilige Wiese notwendig sind. Die Ausstellung ist bis zum 26. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums zu sehen.


Zusammengestellt wurde die Ausstellung von dem Biologen Stefan Kattari und von Museumsleiter Klaus Thiele. Bei der Eröffnung der Sonderausstellung erklärte 2. Bürgermeisterin Doris Noichl, als Bäuerin habe sie Interesse an der Pflanzenwelt im Chiemgau. Sie sprach von den unterschiedlichen Interessenslagen von Naturschützern, Naturliebhabern, Touristikern und Landwirten. Dennoch verfolgen alle das gleiche Ziel: eine liebenswerte und lebenswerte Landschaft. Doris Noichl informierte, dass die Landschaft erst durch unsere Vorfahren so gestaltet wurde. Dies bestätigte auch Stefan Kattari, der erklärte, dass ohne Landwirtschaft das Tal von einem »Waldmeer« bedeckt wäre. Erst durch die traditionelle Bewirtschaftung konnte der enorme Zuwachs an Artenvielfalt entstehen. Je nach Standort würde zwischen Mähwiesen, Streuwiesen, Berg- und Almwiesen und Magerrasen unterschieden. Je nährstoffärmer eine Wiese ist, desto größer sei auch der Artenreichtum. Auf einer Magerwiese können so rund 200 verschiedene Arten entdeckt werden, da keine Art zu Dominanz gelangen könne. In seiner Ausstellungseinführung machte Kattari den Unterschied zwischen Streu- und Mähwiesen deutlich und bezeichnete auch die unterschiedlichen Gräser, Blumen und Kräuter. Er beleuchtete die unterschiedlichen Bewirtschaftungsmöglichkeiten und widmete sich der besonderen Flora der Bergwelt.

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Die Ausstellung informiert, wie die Wiesen im Tal und auf den Bergen entstanden sind, beschäftigt sich mit Standort, Bodenbeschaffenheit und Bewuchs der Wiesenarten. Eindrucksvoll werden die Pflanzen in großen Schaukästen gezeigt, benannt und ihre Tricks bei der Fortpflanzung beschrieben. Ob Magerrasen, Fettwiese, Feuchtwiese oder Almwiesen – nach dem Ausstellungsbesuch wird man sicherlich mehr Pflanzen benennen können. Ergänzt wird die Ausstellung mit praktischen Beispielen zu Wiesenspielen. Insekten, die für den Erhalt der Wiesen eine wichtige Rolle spielen, werden vorgestellt und auch wird gezeigt, welche Heilkraft in den Wiesenpflanzen liegt. Letztlich befasst sich die Ausstellung auch mit den Anlagen von »Trittsteinbiotopen«, unterstützt vom Ökomodell Achental, wobei innerorts auf kleinen Flächen blütenreiche Biotope zum Erhalt des Artenreichtums entstehen.

Die ohnehin schon bunte, einladende und lehrreiche Ausstellung wird zudem durch Bilder der Grundschüler ergänzt, die ihre Vorstellung von Blumenwiesen darstellen. tb