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Blumenpracht im nächsten Frühjahr: Zwiebeln und Knollen jetzt pflanzen

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Pflanzen wie die Iris reticulata, eine Netzblatt-Schwertlilie (links) oder Narzissen läuten jedes neue Gartenjahr ein. (Fotos: Putzhammer)
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Krokusse, Schneeglöckchen, Tulpen, Hyazinthen, Winterlinge oder Narzissen bringen nach dem Winter die ersten Farbtupfen in den Garten. Damit diese Pflanzen ab März ihre volle Blütenpracht entfalten können, gehören ihre Zwiebeln und Knollen Ende September beziehungsweise Anfang Oktober ins Blumenbeet gepflanzt. Zur Not ist eine Pflanzung bis zum ersten Bodenfrost möglich.


»Blumenzwiebeln sollten dreimal so tief gepflanzt werden, wie die Zwiebel oder Knolle hoch ist«, rät Markus Putzhammer, Kreisfachberater für Gartenbau am Landratsamt Berchtesgadener Land. Dabei sollte der Hobbygärtner unbedingt vermeiden, die Zwiebel in die Erde zu drücken, vielmehr sollte die Methode »graben und legen« angewandt werden. »Tulpenzwiebeln haben (beispielsweise) ihre Wurzeln an der unteren Seite der Zwiebel, drücke ich sie lediglich ins Beet, verdichte ich damit den Boden und die Zwiebel hat Probleme anzuwurzeln«, informiert der Experte.

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Beim Kauf rät Putzhammer, auf die Farbzusammenstellung zu achten und die Wuchshöhe der Pflanzen im Auge zu haben. »Bei Tulpen schaue ich immer darauf, dass sie nicht zu hoch wachsen, je niedriger, desto stabiler sind sie.« Die Stabilität der Frühjahrspflanzen spielt in der hiesigen Region eine besondere Rolle: »Oft schneit es bei uns im Frühjahr noch einmal oder ein gehöriger Wind pfeift ums Haus, je niedriger also die Pflanze ist, desto weniger kann sie aufgrund der Witterungseinflüsse umknicken.«

Nachdem das Blumenbeet im Herbst leer geräumt ist, können die Zwiebeln von Tulpen, Narzissen, Traubenhyazinthen, Kaiserkrone und Co. gepflanzt werden. Speziell für Tulpen hat Putzhammer noch einen Tipp parat: Sollten im letzten Jahr die Tulpen nur spärlich geblüht haben, kann es sein, dass die sogenannte »Tulpenwelke«, eine Krankheit der Tulpen, aufgetreten ist. Da sich diese Krankheit für lange Zeit im Beet hält, ist es ratsam, in den Folgejahren an dieser Stelle auf das Pflanzen von Tulpen zu verzichten.

Auch die Wühlmaus kann den Tulpenzwiebeln arg zu schaffen machen: »Wer diese Tiere im Garten hat, sollte bedenken, dass Tulpenzwiebeln zu ihren Lieblingsspeisen gehören und folglich im nächsten Jahr von ihnen nichts mehr übrig ist«, so Putzhammer. Doch der Kreisfachberater hat dafür eine simple Lösung, schonend und ganz ohne Mausefalle. Einfach die Zwiebeln in kleine Körbe aus Draht legen und dann gruppenweise ins Beet einpflanzen.

Sind Tulpen gänzlich abgeblüht und eingezogen, nimmt man sie im späten Frühjahr wieder aus dem Boden. Anders verhält es sich bei Narzissen. Diese können ganzjährig im Blumenbeet belassen werden. Und auch die Gefahr vor Wühlmäusen ist hier nicht gegeben, Narzissenzwiebeln stehen nicht auf ihrem Speiseplan.

Um Sträuchern und Hecken im Frühjahr ein Gesicht zu geben, rät Putzhammer zum Pflanzen von Krokussen, Schneeglöckchen, Winterlingen, Blausternen oder Anemonen (können übrigens alle ganzjährig in der Erde gelassen werden). Im laublosen Zustand der Sträucher erhalten an gleicher Stelle gepflanzte Blumen viel Licht und Wärme. Und bis schließlich Blätter und Beeren an den Sträuchern sprießen, kann man sie bis dahin mit Frühblühern aufpeppen.

Narzissen und Krokusse verleihen auch einem schönen Rasen bunte Farbtupfer. »Einfach den Rasen ausstechen, die Zwiebeln reinlegen und den Rasen wieder darüberlegen«, rät der Kreisfachberater. Nur beim ersten Rasenmähen muss der Hobbygärtner aufpassen, mahnt der Experte: Die Blätter dürfen nicht gestutzt werden, weil die Zwiebelpflanzen über die Blätter, ihre natürlichen »Sonnenkollektoren«, Kraft für das nächste Jahr sammeln müssen. Caroline Irlinger