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Blick vom »Balkon von Traunstein«

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Traunstein. »Kammer und Rettenbach sind sozusagen der Balkon von Traunstein, von hier aus hat man eine schöne Sicht auf die Stadt, das ermöglicht einerseits Weitblick, andererseits können Sie etwas auf die 'Staderer' herunterschauen«, eröffnete SPD-Oberbürgermeisterkandidat Christian Kegel das Bürgergespräch im Gasthaus Jobst in Rettenbach.


Traunsteiner SPD für Handel und Gewerbe

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»Handel und Gewerbe gehören zusammen, ergänzen sich – wir stehen für beides«, erklärte Kegel. Der Handel in der Innenstadt solle gestärkt werden, die Ludwig- und die Marienstraße baulich und durch Aktivitäten zur Beseitigung von Leerständen aufgewertet werden. In Kammer sei ein Dorfladen wünschenswert, da gebe es in der Region nachahmenswerte Beispiele, wie man das organisieren könnte.

Mittelständische Gewerbebetriebe, die sich vergrößern wollen, aber auch neue, die meist keinen geeigneten Platz im Innenbereich fänden, sollten Ansiedlungsmöglichkeiten in erweiterten Gebieten erhalten. Da beziehe er den Süden Traunsteins westlich der Hochstraße durchaus mit ein. Neue Arbeitsplätze und zusätzliche Gewerbesteuern würden Traunstein weiter voranbringen, betonte Kegel. Jedes Gewerbegebiet gehöre aber durchgrünt, damit es sympathisch wirkt. Eine Rodung des Haidforst komme für die SPD nicht in Frage, ganz abgesehen davon, dass auch die Regierung von Oberbayern dort kein weiteres Gewerbe zulasse.

Wohnen und Schule gehörten für ihn unmittelbar zusammen. Er halte ein weiteres Wohngebiet nach dem Ansiedlungsmodell für sinnvoll. In Kammer sei gut wohnen – je mehr Familien, desto mehr Kinder, desto größer die Möglichkeit, die Grundschule in Kammer zu erhalten.

Stadtrat Peter Forster aus Kammer ergänzte, die angestrebte »Kneipp-Zertifizierung« von Schule und Kindergarten werde mithelfen, den Bildungsstandort Kammer attraktiver und zukunftssicherer zu machen. Kegel meinte, es sei auch eine Überlegung wert, eine neue Einfachhalle in der Nähe der Schule ins Auge zu fassen. Der jetzige Turnraum sei wohl auf Dauer nicht mehr zeitgemäß für Schulkinder und Vereine. Vielleicht sei durch ein Zusammenwirken von öffentlicher und privater Hand eine Lösung denkbar, so Kegel.

»Jedes Kind in einen Verein, diese Devise beim Landkreis Traunstein unterstütze ich voll und ganz«, betonte er. Er wolle, dass die Vereine weiter mit größtmöglicher Förderung rechnen können. Sie seien ebenso unverzichtbar, wie etwa Musikschule und Schule der Phantasie. Die SPD unterstütze auch den Ausbau der Klosterkirche zu einem barrierefreien Kunst- und Kulturzentrum.

Das Juni-Hochwasser habe zwar die Stadt weitgehend verschont, aber in Kaltenbach habe es größere Schäden gegeben. Im Norden Traunsteins sei deshalb noch Handlungsbedarf, dort, wo der Rettenbach auf die Traun trifft. In diesem Jahr werde der Hochwasserschutz der Kläranlage vervollständigt, als nächstes müsse es mit dem Hochwasserschutz im Norden weitergehen, forderte Kegel.

In der Diskussion erkundigte sich Volkmar Niedergesäß, ob die Kleinkunstbühne neben der Klosterkirche noch im Gespräch sei. Derzeit sicher nicht, so Kegel. Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner ergänzte, der Ausbau der Klosterkirche habe Vorrang. Die Mittagsbetreuung und die Ganztagsklassen an der Ludwig-Thoma-Schule brauchten zusätzliche Räume, ein Anbau an die Schule an der Nordseite sei vorgesehen, und der Schulhof werde neu gestaltet. Weitere Bauprojekte seien deshalb kein Thema.

Maria Schmidbauer fragte, ob ältere Menschen ihr Auto auch in der Nähe der Klosterkirche parken könnten, weil sie oft nicht mehr weit gehen können. Altoberbürgermeister Fritz Stahl riet, die Tiefgarage unter dem Rathaus und deren Aufzüge zu nutzen, auch die umliegenden Straßen seien abends gut geeignet – so gebe es etwa bei den Sommerkonzerten keinerlei Probleme

Ob die Ziele der Kommunalpolitik sich in den letzten sechs Jahren nicht geändert hätten, fragte Herbert Geppert. Ihm komme es vor, als werde immer das Gleiche gefordert. Das Programm der SPD enthalte alte und neue Themen, sagte Kegel dazu. Vieles dauere sehr lange, bis es verwirklicht werden kann.

Manche Themen sind immer aktuell

Auch der Umbau des Bahnhofs habe lange auf sich warten lassen – stets sei Hartnäckigkeit bei der Verfolgung von Themen nötig, erklärte Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner. Und bei den Themen Wohnen, Handel, Gewerbe, Schulen und Kindergärten sei der Einsatz immer aktuell. Die Verwirklichung von Zielen in der Kommunalpolitik sei oft nur in ganz vielen kleinen Schritten zu erreichen.