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Bleiben Projekte auf der Strecke?

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Ruhpolding. Welche Chancen, aber auch welche Risiken mit der Winterolympiade 2022 in Ruhpolding verbunden sind, darum ging es bei einer von den Grünen organisierten Diskussionsveranstaltung im Hotel Post in Ruhpolding. Bereits am 10. November sind alle Bürger des Landkreises aufgerufen, bei einem Bürgerentscheid ihre Stimme für oder gegen eine Bewerbung für die Winterolympiade abzugeben.


Kreisrat Sepp Hohlweger hatte zur Veranstaltung unter anderem Katharina Schulze, Sprecherin der Initiative »NOlympia«, eingeladen. Sie erzählte zunächst, dass sich immer weniger Städte für Olympische Spiele bewerben, was unter anderem an den Kosten liegt. »Bei vielen Olympiaden gab es bei der Schlussabrechnung ein Minus und das Internationale Olympische Komitee lässt sich vertraglich zusichern, dass dieses Minus von den Austragungsorten übernommen werden muss«, so Schulze.

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Sollten die Winterspiele 2022 nach München, Ruhpolding, Garmisch und Berchtesgaden kommen, würde das voraussichtlich zwischen 2,9 und 3,5 Milliarden Euro kosten. »Und was nicht durch Einnahmen zurückkommt, zahlt der Steuerzahler«, so die Sprecherin der Initiative.

Einen anderen Aspekt im Bereich der Kosten brachte Sepp Hohlweger ins Spiel: »Wenn der Landkreis und die Gemeinde so viel Geld für die Olympiade ausgeben müssen, bleiben da nicht andere Projekte auf der Strecke?« In Ruhpolding wären dies etwa die Freibadsanierung, der Jugendtreff oder das Sozialbüro, landkreisweit der Turnhallenbau am AKG in Traunstein oder die Sanierung der Realschule in Trostberg.

Befürworter und Kritiker diskutierten miteinander

In der anschließenden Diskussion gab es sowohl Befürworter als auch Ablehner der Winterolympiade. »In Ruhpolding können wir kostengünstig auf viel Bestehendes zurückgreifen«, so Bürgermeister Claus Pichler. Herbert Koch wollte konkret wissen, was am Biathlon-Stadion verändert werden müsste. Gemeinderat Herrmann Hipf meinte dazu, dass Änderungen sicher notwendig sein werden. Dazu ergänzte Pichler: »Da wir die A-Lizenz haben, müsste bei dem heutigen Stand nichts gemacht werden. Aber bis 2022 ändern sich die Vorschriften sicher nochmals.«

Im Hinblick auf die Möglichkeiten zur Unterbringung von Athleten, Reportern und Funktionären berichtete Gemeinderat Willi Geistanger aus Siegsdorf. »Wir haben die Bewohner in Vorauf gefragt, ob sie ihre Häuser für die Olympiade zur Verfügung stellen würden. Ihre Antwort lautete zu 95 Prozent: Nein.« Dies hätte zur Folge, dass erst ein olympisches Dorf gebaut werden müsste. »Was soll damit nach den Spielen passieren?«, wollte Helga Mandl wissen. Laut Kreisrat Sepp Hohlweger wäre diese neue Bettenkapazität sicher eine Konkurrenz zu den bestehenden Beherbergungsbetrieben.

Herrmann Feil wunderte sich, warum er und die anderen Ruhpoldinger Gemeinderäte nicht im Vorfeld von der Stadt München gefragt wurden, ob Ruhpolding überhaupt mitmachen will. Das nahm Herbert Koch zum Anlass zu einem Schlussappell: »Der Gemeinderat soll bis zum Ratsentscheid bitte offen sagen: Olympia ist für Ruhpolding machbar oder nicht!«

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