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Bittere Pille Kanalsanierung

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Unterwössen. Das Kanalsystem in Unterwössen mit seinen festgestellten, altersbedingten Schäden und den damit verbundenen Verunreinigungen durch Fremdwassereintritte stand in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates auf dem Prüfstand. Das Fazit: Die Gemeinde muss für die nächsten zehn Jahre mit etwa 200 000 Euro an Sanierungskosten jährlich rechnen.


»Die Neuerschließungen in Sachen Kanal sind bei uns weitestgehend abgeschlossen. Jetzt geht es nur noch um die Pflege und den Erhalt der bis zu 40 bis 50 Jahre alten Kanalinfrastruktur«, sagte Bürgermeister Ludwig Entfellner. Leider stünde es damit nicht zum Besten.

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Wie Mathias Bauhofer vom Abwasserzweckverband informierte, gebe es in Unterwössen einen übermäßigen Fremd-wassereintrag, was Verunreinigungen nach sich ziehe. In die gleiche Kerbe schlug auch Anton Schmuck von der Firma »Dippold und Gerold«. Bei Überprüfungen von sieben der insgesamt 36 Kilometer langen Kanalleitungen seien in den Jahren 2011 bis 2013 undichte Rohre, Risse mit Fremdwassereintritt, Scherbenbildungen, falsch eingebaute Anschlussstutzen und falsch angeschlossene Dränagen festgestellt worden.

Laut Schmuck sind in dieser Zeit schon insgesamt 1,2 Kilometer Kanalleitungen sowie 30 Schächte und 62 der insgesamt 1250 Hausanschlüsse in Unterwössen für rund 402 000 Euro saniert worden. Eine gewisse Problematik für die Sanierung sieht Schmuck bei der Zuständigkeit. Bis zu den Grundstücken sei die Gemeinde zuständig, ab der Grundstücksgrenze der private Nutzer.

»Eine Sisyphusarbeit mit hohen Kosten«, sah Bürgermeister Entfellner nach dem Sachstandsbericht des Diplomingenieurs auf die Gemeinde zukommen. Was die Hausanschlüsse anginge, müssten zunächst die Schäden festgestellt werden. Dann hieße es, Kontakt aufzunehmen, zu informieren, zu beraten, umzusetzen und zu kontrollieren. Das erfordere vermutlich sogar zusätzliches Personal.

Beim Hauptkanal müssten laut Entfellner die Schäden mittels Kamera-Befahrungen aufgespürt und dann mit den in der Sitzung vorgestellten modernen Schlauchliner-Verfahren saniert oder punktuell ausgebessert werden.

»Auf jeden Fall sollte es für die nächsten Jahre unser Ziel sein, alles komplett zu sanieren«, meinte der Gemeindechef. Gleichzeitig ließ er aber auch keinen Zweifel daran, dass diese Aufgaben – wegen der nicht sichtbaren Ergebnisse – zu den undankbarsten in der Kommune gehörten.

Für heuer stünden für die Sanierung noch 88 000 Euro zur Verfügung. Als nächstes solle der Bereich »Am Gries« in Angriff genommen und bis zum Jahresende abgeschlossen werden. Ab 2015 müssten laut Entfellner dann rund 200 000 Euro pro Jahr im Haushalt einkalkuliert werden. bvd