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Bitter für Geschäfte und Gewerbe

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Bauarbeiter nutzten am Mittwoch das noch trockene und warme Wetter, um die Arbeiten an der Überseer Ortsdurchfahrt fortzuführen. Der Ärger bei Geschäftsleuten und Gewerbetreibenden ist groß, weil der Zeitplan völlig aus dem Ruder geraten ist. (Foto: Kretzmer)

»Die Situation stellt den Landkreis überhaupt nicht zufrieden. Die Verzögerungen sind für Geschäfte und Gewerbetreibende sehr bitter.« Das betonte Landrat Siegfried Walch am Mittwoch im Kreisausschuss auf eine Anfrage von Heinz Wallner zu den großen Bauverzögerungen bei der Erneuerung der Überseer Ortsdurchfahrt. Der Bayernpartei-Kreisrat hatte von »seinem vollsten Vertrauen in die Kreisbauverwaltung« gesprochen. Schon mehrfach sei er jedoch inzwischen gefragt worden, wie lange alles noch dauere in Übersee. Der Landrat erwiderte: »Dazu sag’ ich nichts. Wir bemühen uns, alles so schnell wie möglich zu erledigen.«


Die Feldwieser Straße ist Teil der Kreisstraße TS 45 und wird seit Mai 2016 bei Kosten von über zwei Millionen Euro für den Kreis auf voller Länge erneuert. Ursprünglich sollte die Maßnahme heuer im Herbst abgeschlossen werden. Mittlerweile sind die Arbeiten erst etwa zur Hälfte erledigt. Für 2016 steht nunmehr im Raum, bis zur Abzweigung Angerpoint zu kommen.

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Walch hob heraus, es gebe bei solchen Projekten immer Dinge, die nicht funktionieren. Dass der Terminplan aber so aus dem Ruder laufe, sei »ungewöhnlich«. Das liege daran: Der Landkreis sei nicht alleiniger Bauherr. Sechs weitere Beteiligte hätten relativ viele neue Vorschläge eingebracht, die zunächst nicht geplant gewesen seien. Einzig der Landkreis habe nichts geändert und müsse deshalb auch nichts von den Mehrkosten übernehmen. Der Landrat erinnerte an eine große Kreisstraßensperrung 2016 in Traunstein ohne andere Beteiligte: »Dort hat alles exzellent geklappt.«

Landratsstellvertreter Andreas Danzer (FW/UW) schnitt das Beseitigen von Unrat in der Hirschauer Bucht an. Offensichtlich seien die Arbeiten gestoppt worden: »Man sieht genau, wo aufgehört wurde.« Danzer wollte wissen, ob die Ursache finanzieller Art war, und bat Walch, beim Wasserwirtschaftsamt Traunstein nachzuhaken. Die Maßnahmen seien nicht Sache des Landkreises, die Verantwortung liege allein bei den Wasserbehörden, stellte Walch fest. Er überlasse es seinem Vertreter Danzer, sich mit Nachdruck um die Angelegenheit zu kümmern.

Die Gesellschaft für Katholische Dorfhelferinnen und Betriebshelfer in Bayern, Station Traunstein, erhält für 2016 einen Zuschuss von 4000 Euro aus dem Landkreisetat. Dies beschloss der Ausschuss einstimmig. Vor gut zehn Jahren lag der Zuschuss noch im niedrigen sechsstelligen Bereich und senkte sich seit 2014 auf 4000 Euro jährlich. Die Gesellschaft finanziert ihre Arbeit, die zu 70,7 Prozent landwirtschaftlichen Betrieben und zu 29,3 Prozent privaten Haushalten zugute kommt, aus Eigenmitteln, einem Pro-Kopf-Betrag der Kommunen und dem Kreisobolus. Wie der Landrat heraushob, wird der Zuschuss dem Bedarf angepasst. Kürzlich sei mitgeteilt worden, dass 4000 Euro ausreichend seien. Kreisbäuerin Resi Schmidhuber ergänzte, im Sommer habe »eine dramatische Situation« geherrscht. Inzwischen sei die Finanzierung aber gesichert dank Spenden von Banken und Landfrauen.