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Bis zu 750 000 Euro Schaden in Altenham

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Tacherting – Bei einem Brand in Altenham bei Tacherting sind in der Nacht auf Montag ein Wohnhaus und eine Kfz-Werkstatt mit Motorradhandel zerstört worden. Die vier Bewohner konnten das Gebäude noch alleine verlassen, erlitten aber eine leichte Rauchvergiftung. Sie wurden zur medizinischen Überwachung in ein Krankenhaus gebracht.


Der Notruf ging gegen 23.40 Uhr bei der Polizeizentrale ein. Sofort machte sich ein Großaufgebot an Feuerwehren auf zum Brandort. Neben der Ortsfeuerwehr aus Emertsham rückten die Feuerwehren aus Trostberg, Obing, Schnaitsee, Kirchstätt, Kienberg, Peterskirchen, Engelsberg, Waldhausen sowie Zeiling (Landkreis Mühldorf) an. Später wurde die Feuerwehr Tacherting nachgefordert, weil zusätzliche Atemschutzträger gebraucht wurden. Die Feuerwehrler zapften alle verfügbaren Wasserquellen an, Hydranten ebenso wie einen nahe gelegenen Weiher, von dem lange Schlauchleitungen bis zum Brandobjekt verlegt wurden, um ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben.

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Rund um das Gebäude wurden Löschtrupps postiert. Auch von Drehleitern aus wurden die Flammen bekämpft. Zudem versuchten zahlreiche Feuerwehrler mit Atemschutzgeräten dem Brand durch einen Innenangriff Herr zu werden. Dies musste jedoch bald aufgegeben werden, weil es für die Einsatzkräfte aufgrund von Einsturzgefahr zu gefährlich geworden wäre.

Trotz des starken Aufgebots an Feuerwehrlern, deren Löscharbeiten sich bis in den frühen Morgen hinein zogen, wurde das Wohngebäude und die Motorradwerkstatt größtenteils ein Raub der Flammen. Ein Schwerpunkt der Löscharbeiten bestand darin, nahestehende Gebäude vor einem Übergreifen des Feuers zu schützen. Nach knapp drei Stunden intensiver Löscharbeiten war das Feuer unter Kontrolle.

Nachdem die Einsatzkräfte der Brandwache am Montagmorgen abgerückt waren, stieg einige Stunden später erneut Rauch aus dem ausgebrannten Gebäude auf und Flammen züngelten aus dem Brandschutt. Daraufhin rückten die Wehren aus Emertsham, Peterskirchen und Tacherting nochmals an und löschten die hartnäckigen Glutreste vollständig ab.

Nur einem glücklichen Umstand war es zu verdanken, dass alle vier Bewohner unverletzt das Anwesen verlassen konnten. Der Brandleider wurde durch das Knistern des Feuers aufgeweckt und brachte sich rechtzeitig und eigenständig mit den drei weiteren Familienmitgliedern in Sicherheit. Zu diesem Zeitpunkt stand die Außenfassade der Gebäudesüdseite bereits in Flammen. Alle vier Personen wurden ärztlich untersucht, der Verdacht auf leichte Rauchgasvergiftung hat sich allerdings nicht bestätigt, so die Polizei.

Bei dem Anwesen handelt es sich um zwei zueinanderstehende Gebäude mit je einer Wohnung. Im Erdgeschoß des Altbaus ist sich ein ehemaliger Lebensmittelmarkt, der nun als Ausstellungsraum für Krafträder genutzt wird, im Erdgeschoß des Neubaus sind eine Werkstatt sowie eine Garage integriert.

Der Kriminaldauerdienst (KDD) aus Traunstein übernahm noch in der Nacht die Ermittlungen zur Brandursache, die am Vormittag vom Fachkommissariat der Kriminalpolizei fortgesetzt wurden. Nach ersten Erkenntnissen gibt es keine Hinweise für eine vorsätzliche Brandstiftung. Die Untersuchungen werden in den kommenden Tagen mit Unterstützung eines Brandsachverständigen vom Bayerischen Landeskriminalamt fortgesetzt. Der Sachschaden wird auf 500 000 bis 750 000 Euro geschätzt. fb