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Bis zu 150 weitere Asylbewerber für Traunstein

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In den ehemaligen Gebäuden der Telekom an der Seuffertstraße möchte die Regierung von Oberbayern eine Gemeinschaftsunterkunft für 100 bis 150 Asylbewerber einrichten. (Foto: Artes)

Traunstein – Wenn es nach der Regierung von Oberbayern geht, sollen in absehbarer Zeit zwischen 100 und 150 Asylbewerber nach Traunstein kommen. Untergebracht werden sollen sie nach ersten Informationen unserer Zeitung in den ehemaligen Gebäuden der Telekom an der Seuffertstraße.


Landratsamt-Pressesprecher Roman Schneider bestätigte gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt, dass der Landkreis Gespräche mit der Regierung von Oberbayern führt. »Im Moment gehört das Gebäude noch der Telekom«, so Schneider. Innerhalb der nächsten Wochen wird die Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Traunstein das Haus aber wohl kaufen, sagte Schneider weiter. Dann würde es der Landkreis an die Regierung weitervermieten.

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Turnhallenlösung war die schlechteste

Laut Schneider liegt der Vorteil der Gebäude an der Seuffertstraße darin, dass nun wohl eine Einquartierung in der ehemaligen AKG-Turnhalle vermieden wird (wir berichteten). »Die Turnhallenlösung war von Anfang an die schlechteste«, so Schneider. Dort würde man Asylbewerber nur kurzfristig unterbringen, wenn der Winternotfallplan der Regierung umgesetzt wird, wie zum Beispiel im Landkreis Rosenheim, wo ab heute Asylbewerber in der Turnhalle des Gymnasiums in Raubling einquartiert werden. Im Landkreis Traunstein sei man mit den Telekom-Gebäuden nun auf dem Weg zu einer mittelfristigen Lösung, so Schneider.

Ab wann die 100 bis 150 Asylbewerber in der Großen Kreisstadt ein neues Zuhause finden, ist allerdings noch unklar. Laut Roman Schneider muss das Gebäude für eine »menschenwürdige Unterbringung« erst umgebaut werden. Somit könnte man frühestens ab dem Sommer mit der neuen Gemeinschaftsunterkunft rechnen. »Wenn es soweit ist, wird aber eine Bürgerinformation stattfinden.«

Eine erste Reaktion zu den Plänen der Regierung gab es auch von Oberbürgermeister Christian Kegel: »Die Stadt Traunstein weiß um ihre Verantwortung und wird sich dieser auch stellen. Mit dem 'Traunsteiner Netz' haben wir bewiesen, dass es gelingen kann, Asylsuchende gut zu integrieren. Wenn wir eine Gemeinschaftsunterkunft tatsächlich bekommen, dann werden wir unsere Anstrengungen gemeinsam mit den Bürgern, mit den Kirchen sowie mit Vereinen und sozialen Organisationen forcieren, damit wir die Asylsuchenden gut in unserer Stadt aufnehmen können.«

»Wir können erst einmal nur um Verständnis bitten«

Dass die Unterbringung von Asylbewerbern sehr gut gelingen kann, hätten schon kleinere Gemeinden wie Grassau bewiesen, sagte Schneider. Dort sind derzeit rund 160 Asylbewerber untergebracht. »Wir können erst einmal nur um Verständnis bitten«, so der Pressesprecher weiter. Mit einer endgültigen Entscheidung sei erst in den nächsten Wochen zu rechnen.

Bis zu 1400 Asylbewerber müssen heuer noch im Landkreis Traunstein untergebracht werden. Aufgeteilt werden sollen sie anteilsmäßig auf alle Gemeinden. jar