weather-image
23°

Bis jedes Töpfchen sein Deckelchen findet

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Christoph Urian als verliebten Metzgermeister zu erleben, das war Vergnügen pur. Gegenstand seiner Begierde: die Witwe Amalie (Regina Weistenfeld). (Foto: H. Eder)

Seeon-Seebruck. Herz war zwar Trumpf in der neuen Komödie der Heimatbühne Seeon, aber das hieß natürlich noch lange nicht, dass immer auch gleich die richtigen Herzen zueinanderfanden. Gar manche beabsichtigten oder auch unbeabsichtigten Ereignisse und Zwischenfälle galt es zu überwunden, ehe sich die Richtigen in die Arme schließen konnten. Das Premierenpublikum im ausverkauften Wirtssaal in Seeon freute sich über das amüsante Stück und litt mit, ehe sich dann doch fast alles in Wohlgefallen auflöste.


Tobias Weistenfeld gibt sein Theaterdebüt

Anzeige

Das Stück unter Regie von Christa Stifter spielte im Haushalt von Bäckermeister Weinzierl (Helmut Huber), eines Witwers, der gleichwohl von vielen Frauen umgeben war: von den temperamentvollen Töchtern Klara (Katharina Linner) und Gusti (Sabine Mair) sowie von seiner gleichfalls verwitweten Schwester Amalie (Reina Weistenfeld). Mehr oder weniger regelmäßig zu Besuch kamen allerlei Aspiranten auf die Zuneigung besagter Damen, als da waren: der eingebildete königliche Hofbeamte Speck (Konrad Daxenberger), Polizeioberwachtmeister Hackl (Michael Berger), der Schankkellner Wagenbauer (Markus Brandstätter) und nicht zuletzt der Metzgermeister Xaver Rembold, aus dem der vom Theaterverein Grabenstätt »ausgeliehene« Christoph Urian eine Paraderolle machte.

Von alledem gänzlich unbelastet spielte Tobias Weistenfeld sein Theaterdebüt auf der Seeoner Bühne: In seiner Rolle als Lehrbub beim Weinzierl ging es ihm hauptsächlich darum, möglichst Watschen seines Dienstherrn zu vermeiden. Mit seiner unbekümmerten Art lieferte er immer wieder kleine, lustige Höhepunkte.

Und dazwischen gab es dann auch noch eine kriminalistische Ermittlung, die der Polizeioberwachtmeister in seiner ruhigen Art ganz souverän und unaufgeregt leitete – und dazwischen doch Zeit fand, seine Fühler vorsichtig in Richtung der Töchter des Hauses auszustrecken. Im Zuge dieser Ermittlung ergab sich dann schließlich, dass auch der Bäckermeister, der ansonsten mit seinem Stammtisch und gut versorgt von seinen Frauen mit seinem Leben zufrieden war, auch noch auf Freiersfüße geriet.

Aber ehe alles so weit war, musste manch problematische Situation ausgestanden werden. Da war zum Beispiel das vom Vater am Stammtisch eingefädelte Verlöbnis von Tochter Klara mit dem königlichen Hofbeamten, über das diese sich so gar nicht zu freuen vermochte, trug er doch die Nase schon sehr weit oben – eine angenehm unsympathische Rolle, die Konrad Daxenberger so richtig ausspielte. Das genaue Gegenteil war der Metzgermeister, etwas derb und umso vergnüglicher zu erleben, als er dann plötzlich auf Freiersfüßen wandelte und Süßholz zu raspeln begann: Was Christoph Urian daraus machte, war aller Ehren wert. Als er mit Blumen und Zylinder auftrat, gab's Szenenbeifall, und wie sein Mienenspiel die Geschehnisse begleitete, war herzerfrischend.

Ehe sich dann so ziemlich alles in Wohlgefallen auflöste und alle Töpfe ihren Deckel fanden, war noch der Justizrat (Josef Mair) aufgetreten, dessen Besuch nochmals sehr dunkle Wolken am Himmel des Weinzierlschen Haushalts aufziehen ließen.

Weitere Vorstellungen des heiteren Stücks, bei dem es einiges zu lachen gibt, sind noch am Freitag und Samstag, 16. und 17. November, sowie am Donnerstag und Freitag, 22. und 23. November, jeweils um 20 Uhr beim Alten Wirt in Seeon. Karten bei Petra und Fritz Linner, Telefon 08667/1222. he