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Biotonne wird nicht so schnell kommen

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Wer einen Komposthaufen hat, muss auch in Zukunft keine Biotonne nehmen. (Foto: Reiter)

Traunstein – Äußerst umstritten ist die Einführung der Biotonne im Nachbarlandkreis Berchtesgadener Land (wir berichteten). Trotz großer Ablehnung stimmten die Kreisräte nun aber dafür, ein Konzept für die Einführung der Biotonne ausarbeiten zu lassen. Dieses soll im Frühjahr 2016 fertig sein. Denn die Regierung von Oberbayern schreibt seit geraumer Zeit vor, dass die Landkreise Grüngut aus dem Garten und Bioabfälle aus der Küche gesondert sammeln müssen. Im Landkreis Traunstein »bleibt das Thema erst mal offen«, wie Landrat Siegfried Walch dem Traunsteiner Tagblatt sagte. Denn für ihn macht die Biotonne nur Sinn, »wenn es eine gemeinsame Lösung gibt«.


Angedacht ist, dass der Biomüll des Landkreises Traunstein – zusammen mit dem Biomüll aus anderen Landkreisen – beim Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern (ZAS) entsorgt wird. Doch bislang wurde die Vergärungsanlage nicht gebaut, denn die Landkreise sind sich in Sachen Biomüll nicht einig. Neben den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land gehören dem Zweckverband die Landkreise Altötting, Mühldorf, Rosenheim sowie die niederbayerischen Kreise Dingolfing-Landau und Rottal-Inn an. Die Niederbayern haben längst eine Biotonne, doch hier bei uns ist die Akzeptanz bislang gering.

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Grundsätzlich halte der Kreistag an seiner Entscheidung, die Biotonne einzuführen, fest, betonte Landrat Siegfried Walch. Diese sei im Landkreis Traunstein mit breiter Mehrheit (55 zu 5 Stimmen) beschlossen worden. Allerdings sei derzeit noch offen, »ob und wann die Vergärungsanlage beim ZAS in Burgkirchen kommt«, erklärte er. »Nur so macht das Ganze aber ökonomisch und ökologisch Sinn.« Solange hier keine Gewissheit herrsche, bleibe das Thema offen.

Der 31-Jährige schätzt die Kosten für die Einführung der Biotonne im Landkreis Traunstein auf 1,5 Millionen Euro im Jahr, »eine Million für die Sammlung und eine halbe Million für die Verwertung«. Durch das Sammeln des Biomülls in eigenen Tonnen werde sich aber die Menge an Restmüll reduzieren. »Hier spart sich der Landkreis entsprechende Verbrennungskosten, sodass zumindest ein Teil der Kosten an anderer Stelle gespart werden wird.«

Landrat Siegfried Walch betonte, dass es keinen Zwang geben werde. Wer beispielsweise einen Komposthaufen habe, müsse die Biotonne selbstverständlich nicht nehmen. Für den Einzelnen würden die Müllgebühren auch nicht teurer, »denn die Gesamtkosten werden aus dem Gebührenaufkommen der Restmülltonne abgedeckt«, sagte der Landkreischef.

Konsequenzen der Regierung?

Auf die Frage, ob der Landkreis Traunstein mit Konsequenzen rechnen müsse, nachdem die Vorschrift eigentlich schon seit einem Jahr gilt, sagte Landrat Siegfried Walch: »Wir haben der Regierung von Oberbayern unsere Pläne zur Einführung der Biotonne mitgeteilt und zugleich auf die Notwendigkeit der gemeinsamen Anlage beim ZAS verwiesen. Es macht doch keinen Sinn, eine Verpflichtung stumpf zu befolgen.« Sollte die Vergärungsanlage nicht kommen, »dann muss der Landkreis die Verwertung europaweit ausschreiben«. – Es wird also so oder so noch einige Zeit vergehen, bis es im Landkreis Traunstein eine Biotonne geben wird. Doch  dass sie kommt, davon ist Landrat Siegfried Walch überzeugt. KR

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