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Biomassehof Achental entwickelt sich stabil

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Auf eigenen Wunsch schied jetzt der Beiratsvorsitzende Joseph Weiß (links) aus dem Beirat des Biomassehof Achental aus. Unser Bild zeigt ihn bei der Verabschiedung mit Geschäftsführer Wolfgang Wimmer.

Grassau – Über einen erfolgreichen Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr berichtete der Geschäftsführer des Biomassehofs Achental, Wolfgang Wimmer, den zahlreichen Gesellschaftern. Sie erfuhren neben den Geschäftszahlen aus dem Brennstoffhandel von 2015 auch alles über die Aktivitäten für die Regionalentwicklung und den Ausbau der Erneuerbaren Energieträger.


Trotz überdurchschnittlich milder Witterung sei der Unternehmensumsatz, im Vergleich zum Vorjahr, um 2,5 Prozent gesteigert worden. Die Nachfrage nach umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Holzbrennstoffen in Form von Holzpellets und Hackschnitzeln sei konstant, betonte Wimmer. Deshalb wurde auch das Betriebsergebnis insgesamt gesteigert. Die guten Zahlen belegen die finanzielle Rentabilität der Energiewende. Besonders schätzten die Kunden den regionalen Bezug und die besondere Qualität der Produkte, so der Geschäftsführer.

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Er kritisierte in dem Zusammenhang immer wiederkehrende Berichte zur Holznutzung und zu Staubemissionen von Biomasseheizungen, die nicht den Tatsachen entsprächen und einen falschen Eindruck vermittelten. Dadurch würden Verbraucher verunsichert und der notwendige Umbau der Energieversorgung gehemmt.

Umbauarbeiten im ehemaligen Holzvergaser

Im vergangenen Jahr hatte der Biomassehof den ehemaligen Holzvergaser am Standort Grassau erworben. In den letzten Monaten gab es im Gebäude umfangreiche Umbauarbeiten. Künftig würden zwei Holzvergasermodule der Burkhardt GmbH aus Mühlhausen den Gasmotor mit Holzgas versorgen. Hierfür werden jährlich etwa 2000 Tonnen Holzpellets eingesetzt und produzieren Strom für bis zu 600 Haushalte und Wärme für etwa 200 Haushalte. Letztere kann in das Fernwärmenetz der Wärmeversorgung in Grassau eingespeist werden.

Wimmer bezifferte die Gesamtinvestition auf etwa eine Million Euro. Nachdem der Biomassehof heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert, ist im Herbst ein Tag der offenen Tür mit Besichtigungsmöglichkeit der Anlagen geplant.

Weiter berichtete Wimmer über das EU-Forschungsvorhaben SRC-Plus. Ein Arbeitsschwerpunkt der teilnehmenden Regionen aus Kroatien, Lettland, Frankreich, Tschechische Republik, Griechenland, Mazedonien und dem Achental als Deutschem Vertreter besteht im Aufbau einer lokalen und ökologisch sinnvollen Versorgungskette mit Kurzumtriebsplantagen.

Dabei werden schnell wachsende Baumarten, wie Weiden oder Pappeln gepflanzt und nach nur drei bis vier Jahren abgeerntet. Nach der Ernte treiben die Bäume am Stock wieder von selbst aus und können abermals nach drei oder vier Jahren erneut geerntet werden. Im vergangenen Januar wurde ein Teil der Demonstrationsanlage in Übersee geerntet mit entsprechenden Rückschlüssen für die künftige Arbeit.

Wimmer informierte auch über den Start des Heizwerks mit Fernwärme im Ortszentrum von Rimsting im November. Mit dem dortigen Kommunalunternehmen der Wärmeversorgung sei ein Vertrag zur Betreuung und Belieferung vereinbart worden. Am 9. Oktober wird der Neubau mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt. Außerdem lobte Wimmer die gute Öffentlichkeitsarbeit des Biomassehofs im Einklang mit dem Ökomodell Achental. Mit dem Kauf eines benachbarten Grundstücks sei die Entwicklung des Unternehmens abgesichert worden.

Für die nächsten drei Jahre wurden in den Beirat gewählt Wolfgang Bachmann, Dr. Christian Epp, Hans Höglauer, Josef Loferer und Andreas Schmid. Abschließend wurde der bisherige Beiratsvorsitzende Joseph Weiß verabschiedet, der auf eigenen Wunsch aus dem Gremium ausschied.

Demnächst, so Wimmer weiter, sollen weitere Projekte aus dem gemeinsamen Energiekonzept von Biomassehof und Ökomodell umgesetzt und Beratungsleistungen zur Energieeinsparung ausgeweitet werden. Auch die Bioenergietage soll es im Herbst wieder geben. Trotz schwieriger werdender Rahmenbedingungen entwickle sich der Biomassehof Achental im Zuge der Energiewende stabil, innovativ und nachhaltig, so Wimmer. fb