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Biomasseheizwerk: Weiterer Standort wird diskutiert

Unterwössen. Den nächsten Schritt zu einer eigenen Fernwärmeversorgung machte Unterwössen jetzt mit einem Informationsabend. Gemeinde, Ökomodell Achental und die beteiligten Firmen stellten das Projekt im gut besuchten Wössner Gemeindesaal vor.

Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer beim Ökomodell Achental, und Diplom-Ingenieur Wolfgang Baumgartner stellten die Energiesituation in Unterwössen und die Machbarkeitsstudie für ein Fernwärmennetz vor. Es soll in der ersten Ausbaustufe das Kernzentrum von Unterwössen mit Fernwärme versorgen. Darunter sind auch die Großverbraucher. In der hohen Wärmenachfrage dieser Firmen liegt der Schlüssel, das Projekt schon in der ersten Bauphase rentabel betreiben zu können. Ohne deren Wärmeabnahme ist das ohne Investoren geplante Projekt nicht zu verwirklichen, hieß es.

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Dieser erste Bauabschnitt soll das in sich tragfähige Grundmodell eines Fernwärmenetzes mit Netz und Heizkraftwerk bringen. Dazu soll die Gemeinde ein eigenständiges Tochterunternehmen gründen. Das soll fremdfinanziert und vom Gemeindehaushalt unabhängig sein, betonte Bürgermeister Hans Haslreiter. Ein weiterer Ausbau des Fernwärmenetzes im Gemeindegebiet in mehreren Bauabschnitten soll zukünftig darauf aufbauen.

Neben dem bisher angedachten Standort für das Biomasseheizwerk an der Turnhalle wird jetzt ein weiterer Standort diskutiert. Haslreiter verriet aber nur, dass dieser in Richtung des nördlichen Ortseingangs liege.

Bei der Vollkostenrechnung bringt die Fernwärme für den Endverbraucher eine Kostenersparnis von zehn Prozent gegenüber der herkömmlichen Einzelheizung, rechneten die Fachleute vor.

Bedenken und Sorgen ließ ein Zuhörer anklingen, weil die projektplanende Firma aqotec GmbH in Österreich residiere. Wimmer erläuterte, dass die Angebote für das Leitungsnetz von mehreren Anbietern eingehend geprüft worden seien. Letztendlich habe das zu der Firma aqotec geführt. Arbeiten abseits dieses Spezialwissens würden aber zusätzlich auszuschreiben sein. Den Zuhörervorschlag gleich das gesamte Gemeindegebiet zur Anschlussbereitschaft zu befragen und gegebenenfalls größer zu planen, lehnte Wimmer ab. So etwas könne man in den folgenden Ausbaustufen machen, betonte er. Jetzt gelte es erst einmal, die Grundvoraussetzungen für ein Fernwärmenetz im Kernbereich zu schaffen.

Auf Nachfrage erklärte Wimmer, dass sich die Planer derzeit bewusst auf Energie aus Brennstoffhackschnitzel konzentrierten, da diese in der Region ausreichend vorhanden seien. Auf die Anregung, Energie aus moderner Holzvergasung zu gewinnen, bestätigte Wimmer, dass das Ökomodell das für eine interessante Lösung halte. Nach Prüfungen vertritt das Ökomodell die Ansicht, dass diese Energiegewinnungsform noch nicht die nötige Betriebsstabilität hat. lukk