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Bilanzsumme stieg auf über 2,6 Milliarden Euro

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Traunstein. Der Kreisverband der Volks- und Raiffeisenbanken Traunstein-Berchtesgadener Land blickt auf ein positives Geschäftsjahr zurück. Die Bilanzsumme der fünf Mitgliedsbanken mit ihren 55 Bankstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um 70,8 Millionen oder 2,8 Prozent auf über 2,6 Milliarden Euro gestiegen. Bilanz zogen die Vertreter der Banken jetzt im Parkhotel.


Der Kreisvorsitzende und Vorstandssprecher der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost Wolfgang Völkl sprach zwar von einer erfreulichen Entwicklung, betonte aber, dass sich die Rahmenbedingungen nicht verbessert hätten. Wegen der Verwerfungen von Groß- und Schattenbanken würden auch die Regionalbanken durch immer mehr Bürokratie behindert. Zunehmende Regulierungsmechanismen, die riskante Finanzgeschäfte verhindern sollen, führten zu einer Aufblähung der Bürokratie ohne erkennbaren Kundennutzen. Auch die Niedrigzinsphase und der Regulierungsdruck reduzierten die Margen der Banken. Als Folge müssten die Kosten im Auge behalten werden.

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Das erfreuliche Wachstum der fünf Genossenschaftsbanken sei ausschließlich auf die wichtigste Refinanzierungsquelle, das Geschäft mit den Kunden, zurückzuführen. Der bereits 2011 festzustellende bemerkenswerte Aufschwung des Kundenkreditgeschäftes habe sich 2012 nochmals verstärkt. Das Volumen der Ausleihungen an Privat- und Firmenkunden wurde um 6,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro ausgeweitet. Im Vergleich zu manchem Wettbewerber sei die Liquidität der Kreditvergabe nach wie vor vorhanden. Völkl: »Eine Kreditklemme gibt es bei uns definitiv nicht.«

Auch bei den Kundeneinlagen habe man Marktanteile hinzugewonnen. Die bilanzierten Kundengelder hätten sich um 3,2 Prozent auf über zwei Milliarden Euro erhöht. Hierbei setze sich bereits im vierten Jahr in Folge der Trend fort, auf Renditeaufschläge für langfristige Anlageformen zu verzichten. Die Position der Sichteinlagen sei nochmals um über 13 Prozent gestärkt worden, während die Termineinlagen um 15,6 Prozent zurückgegangen seien.

Weiterhin großer Beliebtheit erfreue sich die klassische Spareinlage. Dieser Block sei mit über 800 Millionen Euro auf hohem Niveau nahezu unverändert. Auch das Eigenkapital sei ebenfalls weiter gestärkt worden. Durch Gewinnthesaurierungen seien die Rücklagen auf knapp 170 Millionen Euro aufgestockt worden. Nach Angaben von Andreas Bauregger von der Raiffeisenbank Chiemgau Nord-Obing betrage das haftende Eigenkapital der fünf Genossenschaftsbanken derzeit 284 Millionen Euro.

Mit 55 Bankstellen hätten die Volks- und Raiffeisenbanken im Kreisverband Traunstein-Berchtesgadener Land das dichteste Zweigstellennetz in der Region. Diese Präsenz sei zwar nicht billig, stelle aber die Grundlage des Erfolges dar, erklärte Georg Kamml von der Raiffeisenbank Anger. Die rund 150 000 Kunden und über 50 000 Mitglieder könnten nicht nur an den 88 Geldautomaten der Mitgliedsinstitute, sondern auch deutschlandweit an über 19 000 Geldautomaten kostenlos Bargeld abheben.

Dass die Banken auch ein bedeutender Arbeitgeber und Investor sind, belegten die Zahlen, die Wolfgang Thanbichler von der Raiffeisenbank Rupertiwinkel vorlegte. Das Bankennetz beschäftigte 770 Mitarbeiter, 78 davon in Ausbildung. An die Städte und Gemeinden in den beiden Landkreisen seien über 3,5 Millionen Euro Gewerbesteuer abgetreten worden. Gleichzeitig sei mit 2,7 Millionen Euro auch wieder kräftig in die Geschäftsstellen investiert worden. Für heuer seien Investitionen von über fünf Millionen Euro geplant. Im letzten Jahr wurden auch wieder Spenden (Kultur, Sport karitative Einrichtungen) in Höhe von über 300 000 Euro ausgeschüttet.

Wie der stellvertretende Kreisvorsitzende Konrad Baueregger sagte, dürfte das Ringen um die Stabilisierung der Währungsunion auch 2013 anhalten. »Es wird spannend bleiben.« Kritisch seien die wirtschaftlichen Entwicklungen in Italien und Frankreich. Beide Länder seien aus ökonomischer Perspektive zu groß, um durch den Euro-Rettungsschirm gestützt zu werden. ga