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Bilanzsumme kletterte um 3,3 Prozent nach oben

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Traunstein. Von vielen »Plus«-Zeichen hat Vorstandsvorsitzender Werner Linhardt bei der Bilanzpressekonferenz der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg im Parkhotel Traunsteiner Hof berichten können. Die Bilanzsumme legte 2013 mit einem Plus von 3,3 Prozent deutlich zu und kletterte auf 1,899 Milliarden Euro.


Die Gesamteinlagen erhöhten sich um fast 47,8 Millionen Euro oder 3,2 Prozent auf 1,532 Milliarden Euro. Trotz kleinem Rückgang beim Zuwachs stiegen die Gesamtausleihungen von 1,042 Milliarden Euro auf 1,068 Milliarden Euro. Das Neugeschäft erreichte einen Umfang von 183,6 Millionen Euro, gegenüber 2012 mit 208 Millionen Euro um 11,7 Prozent oder 24,4 Millionen Euro weniger. Linhardt bewertete: »Die Kreditnachfrage bleibt groß und wird gestützt vom niedrigen Zinsniveau.«

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Grundsätzlich merkte der Sparkassenchef zum Thema Zinsen an: »Je höher unser Risiko ist, desto höher muss unser Zins ausfallen.« Der Kauf eines Hauses sei derzeit »nicht teurer als vor zehn Jahren«. Niedrige Zinsen schafften ein langfristiges Problem: »Was passiert in fünf oder zehn Jahren, wenn die Zinsbindung ausläuft?« Wenn der Zins von zwei auf fünf Prozent steige, könne die finanzielle Lage für den Kunden gefährlich werden. Linhardt sowie seine Mitvorstände Josef Schallinger und Stefan Nieß rieten, die Tilgungsraten höher anzusetzen. Dann könne man sich später einen höheren Zins leisten.

Das historisch tiefe Zinsniveau hatte laut Linhardt auch Auswirkungen auf das Anlageverhalten der Kunden. Alle langfristigen Anlagen mit mehr als drei Monaten rutschten in den Keller, kurzfristige Anlagen verzeichneten Zuwächse im zweistelligen Bereich. Als Beispiele nannte Linhardt einen Rückgang von über 44 Prozent – von 59,7 Millionen Euro auf 33 Millionen Euro – bei mehr als dreimonatigen Spareinlagen. Termineinlagen schnellten laut Linhardt sogar um 1559,4 Prozent in die Höhe. In absoluten Zahlen veränderten sie sich von 0,667 Millionen Euro im Jahr 2012 um 10,401 Millionen Euro auf 11,068 Millionen Euro. Linhardt prognostizierte, dass sich das Zinsniveau mittel- bis langfristig »nur sehr langsam bewegen« werde.

Die Wertpapierkäufe der Kunden zeigten 2013 wieder eine Tendenz nach oben. Stand 2012 noch ein Rückgang um 28,2 Prozent zu Buche, so gab es 2013 ein Plus von 10,8 Prozent. Die Wertpapierkäufe kletterten von 30,4 auf 33,7 Millionen Euro. Aktien schafften den Sprung von 41 Prozent Minus auf ein Plus von 58,1 Prozent, in absoluten Zahlen von 8,5 Millionen Euro auf 13,5 Millionen Euro. Damit nahmen Aktien »eine deutlich positive Entwicklung« im Vergleich zu den Vorjahren, wie Linhardt feststellte. Relativ hoch fielen mit 30,3 Millionen Euro (Vorjahr 36,9 Millionen Euro) ebenfalls die Wertpapierverkäufe aus. »Die Kunden agieren wieder am Aktienmarkt«, so der Vorstandsvorsitzende.

Die Zahl der Geldautomaten blieb mit 46 gleich. Vermehrt will die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg auf Kombigeräte für Ein- wie Auszahlungen umrüsten. Inzwischen gibt es 19 solche »Cash-Recycler« im Landkreis Traunstein. Der Mitarbeiterstamm sank durch natürliche Fluktuation von 509 auf 495. Die Zahl der bankspezifischen Beschäftigten minderte sich um zwei auf 356. Trotz teilweise kürzerer Öffnungszeiten in den Geschäftsstellen werde sich die Kreissparkasse nicht aus der Fläche zurückziehen, sie werde in allen größeren Orten bleiben, sicherte Linhardt zu.

Zum 150-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr habe man »angemessen gefeiert, aber nichts Protziges gemacht«, blickte Linhardt zurück. Die Spendenaktion, etwa zugunsten des Breitensports, sei gut angekommen. Das Jahr 2014 stufte Werner Linhardt als positiv ein: »Wir haben eine gute Situation im Landkreis – keine Branchenmonokultur, keine extremen Ausschläge nach oben oder unten.« kd