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»Bierkur« für die Mannsbilder

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Lorenz Meier (Stefan Rösch, links) und Andreas Voglmeier (Alex Gruber, rechts) sagen dem Hausierer Eder Pauli (Marcus Pfeiffer) gehörig die Meinung. (Foto: Mix)

Traunreut. Es ist schon ein Kreuz mit den Mannsbildern, wenn sie tagtäglich ins Wirtshaus gehen und mit einem »Mordsdrum« Rausch heimkommen. Den drei Bäuerinnen im Theaterstück »Die Bierkur« ist das entschieden zu viel und sie suchen nach einem Mittel, ihren Männern das übermäßige Biertrinken auszutreiben. Wer wissen will, wie sie das anstellen und welch Qualen die geplagten Männer bei dieser Kur erleiden müssen, sollte sich das lustige Stück des Burschenvereins Hörpolding beim diesjährigen Ostertheater anschauen.


Die Theatergruppe des Burschenvereins hat heuer unter der Führung ihres neuen Regisseurs Markus Gruber für das Ostertheater den Dreiakter »Die Bierkur« von Martin Dornreiter ausgesucht und ihm den Untertitel »Weiberkriag in Hiabading« verpasst. Das Stück bietet jede Menge Möglichkeit zum herzhaften Lachen und die Darsteller erhielten bei der Premiere begeisterten Applaus vom Publikum.

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In dem Stück geht es um die leidige Sauferei von drei Bauern, von denen aber nur zwei tatsächlich auf der Bühne zu sehen sind. Bauer Voglmeier (wie immer brillant gespielt von Alex Gruber) und sein Nachbar Lorenz Meier (überzeugend dargestellt von Stefan Rösch) treffen sich Tag für Tag mit dem dritten im Bunde, dem Huberbauern, beim Dorfwirt und kommen regelmäßig mit einem »Fetzn-Rausch« nach Hause. Den Frauen wird es zu bunt und sie versuchen alles, die Männer vom Saufen abzuhalten. Aber gutes Zureden nutzt nichts, die Fronten verhärten sich immer mehr und es gibt nur noch Streit über das Thema Bier. Da kommt der Hausierer Eder Pauli (eine Paraderolle für Marcus Pfeiffer) gerade recht. Er hat eine Medizin, die den Dreien das Saufen austreiben soll. Resl (hervorragend gespielt von Andrea Kötzinger), Kathl (Bettina Gruber gewohnt souverän) und Urschl (erstmals auf der Bühne: Micha Sinzinger) verabreichen ihren Männern die Medizin reichlich und bescheren ihnen damit schlimme Qualen, da es sich bei dem angepriesenen »Wundermittel« offenbar um ein sehr wirksames Abführmittel handelt. Es kommt, wie es kommen muss, die Finte der Frauen fliegt auf und es geht so richtig rund in den Familien.

Neben den Streitereien der Bauersleute dreht sich die Geschichte auch noch um die leicht einfältige Dirn Nandl, die ganz dringend auf der Suche nach einem Mann ist. Stephanie Danner, die schon mehrmals in Hörpolding auf der Bühne stand, verkörpert die »Mannstolle Magd« in herausragender Manier und sorgte allein schon durch ihre Körperhaltung und Mimik immer wieder für Begeisterung im Publikum.

Ihr auserwähltes Opfer wäre eigentlich der Knecht Sepp (Florian Scheck ganz souverän). Dieser kann aber mit den Liebesbezeugungen der Dirn gar nichts anfangen. Doch am Ende gibt es auch für die Nandl einen Hochzeiter.

Das Stück verspricht einen sehr amüsanten Abend. Markus Gruber, selber langjähriges Mitglied der Theatergruppe, hat seine erste Regiearbeit sehr gut gemeistert. Für Frisuren, Schminke und die aufwändigen, alten Kostüme der Darsteller ist wie üblich Gundi Thaler zuständig. Als Souffleuse fungiert Christina Fackler.

Wer sich »Die Bierkur« nicht entgehen lassen will, kann sie noch an vier Terminen sehen. Weitere Aufführungen sind am Freitag und Samstag sowie am Samstag, 23. März, jeweils um 20 Uhr, außerdem am Sonntag, 24. März, um 17 Uhr im Gasthaus Namberger in Hörpolding. Platzreservierung ist möglich unter der Telefonnummer 08669-2828. mix