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Biergärten am Freitag und Samstag bis 24 Uhr offen

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Waging am See – Was München recht ist, das sollte Waging doch billig sein. So sehen dies die Gemeinderäte der Marktgemeinde und haben daher in ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen, sich an das Münchner Beispiel für längere Öffnungszeiten in den Biergärten – offiziell »private Gastgärten und Freischankflächen« genannt – anzuschließen. Demnach können Biergärten in Waging künftig an Freitagen, Samstagen und an Abenden vor Feiertagen bis 24 Uhr geöffnet haben. Für die übrigen Werktage legte das Gremium eine Öffnungszeit bis 23 Uhr fest.


Geschäftsleiter Franz Röckenwagner hatte im Gemeinderat die geltende Rechtslage geschildert; derzufolge müssen Biergärten um 22 Uhr ihren Betrieb im Freien schließen. Eine Ausnahmeregelung stellt die Bayerische Biergartenverordnung dar, die eine Öffnungszeit bis 23 Uhr ermöglicht, wobei aber nur die wenigsten Gastgärten die Anforderungen erfüllen, die ein bayerischer Biergarten erfüllen muss.

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Eine Rechtsgrundlage für eine gemeindliche Verordnung mit längeren Öffnungszeiten über 22 Uhr hinaus gibt es nicht, so Röckenwagner weiter. Daher fasste der Kreisverwaltungsausschuss der Stadt München einen Sonderweg ein und fasste den Beschluss, dass in den Sommermonaten an den genannten Tagen bis 24 Uhr geöffnet bleiben darf. Diese längeren Öffnungszeiten wurden im Sommer 2014 in einem dreimonatigen Versuch eingeführt und führten offensichtlich in ganz München nur zu 16 Beschwerden. Aufgrund dieser Erfahrungswerte lässt die Landeshauptstadt diese Regelung weiterlaufen.

Und Waging schließt sich jetzt an. Der Marktgemeinderat stimmte ohne längere Diskussion für diesen Vorschlag der Verwaltung. Die Zeitdauer dieser Ausnahmeregelung wurde etwas anders festgelegt als in München: Sie soll in Waging von Beginn der Pfingstferien bis zum Ende der bayerischen Sommerferien gelten. München hat pauschal die Monate Juni, Juli und August festgelegt.

Der gesetzlich verankerte, immissionsschutzrechtliche Nachbarschutz bleibe allerdings, wie Röckenwagner betonte, unverändert bestehen. Wenn sich also jemand beschwert, muss diesen Beschwerden nachgegangen werden.

Aber in der Verwaltung gehe man davon aus, sagte der Geschäftsleiter, dass in einer Tourismusgemeinde wie Waging das Verständnis für längere Öffnungszeiten in der Sommersaison bei ruhigem Gastgartenbetrieb vorhanden sei. Und auch das Landratsamt habe gegen diesen Waginger Sonderweg keine Einwendungen vorgebracht, ergänzte Röckenwagner. he