weather-image
15°

Bienenkrankheit im Landkreis Traunstein erfolgreich bekämpft

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Den Bienenvölkern im Landkreis Traunstein geht es wieder gut, zumindest was die Amerikanische Faulbrut anbelangt. Diese ist im Landkreis vorerst zurückgedrängt.

Traunstein – Erstmals gibt es seit Oktober 2016 im Landkreis Traunstein keine Sperrbezirke aufgrund der Amerikanischen Faulbrut. Die letzten betroffenen Bienenstände wurden entsprechend gereinigt und desinfiziert. Das teilte das Landratsamt mit.


Im Herbst 2016 wurden die ersten Krankheitserscheinungen bei Völkern in der Nähe von Traunstein festgestellt. Die im Anschluss durchgeführten Untersuchungen zeigten, dass mehrere Gebiete um Traunstein und im Achental betroffen waren. Durch Wanderimkerei und Verkauf von unentdeckt infizierten Völkern war es zu einer enormen Ausbreitung gekommen.

Anzeige

Seit Herbst 2016 waren im Landkreis Traunstein 119 Bienenhaltungen mit 941 Bienenvölkern von den Sperrmaßnahmen betroffen. Durch die beiden Bienengesundheitswarte Luise Mitterreiter und Wolfgang Lewald wurden insgesamt über 1500 sogenannte Futterkranzproben in den Bienenvölkern genommen, die am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht wurden.

Tierarzt Dr. Wittmann vom Veterinäramt bedankte sich bei den Imkerverbänden sowie allen betroffenen Bienenhaltern für das entgegengebrachte Vertrauen: »Sie haben über die gesamte Zeit unsere Maßnahmen hervorragend unterstützt.« Um jegliche Gefahren der Weiterverbreitung auszuschließen, wurden zusätzlich mehrere Tonnen Gerätschaften aus infizierten Bienenhaltungen, die sich nicht ausreichend reinigen ließen, auf Kosten des Landratsamtes Traunstein der Müllverbrennung zugeführt.

Letzter bekannte Fall im März

Der bisher letzte dokumentierte Fall von Amerikanischer Faulbrut ist im März in Inzell in einem Bienenbestand ausgebrochen. Die sofort eingeleiteten Umgebungsuntersuchungen führten zur Bildung von zwei Sperrbezirken im Gemeindegebiet Inzell. Nach erfolgter Sanierung sowie Reinigung und Desinfektion der betroffenen Bienenstände haben abschließende Untersuchungen keine weiteren Hinweise von Amerikanischer Faulbrut ergeben. Die beiden Sperrbezirke wurden durch das Veterinäramt am Landratsamt Traunstein aufgehoben.

Da die Bakterien der Amerikanischen Faulbrut als Sporen jahrelang überleben, können sie auch mit dem Honig transportiert werden. Für Menschen besteht aber keine Gefahr, da die Seuche für sie völlig ungefährlich ist. Auch Honig und Honigprodukte wurden in ihrer Qualität nicht beeinflusst. Bienen wiederum können die Sporen über den Honig aufnehmen und dadurch ihr Volk gefährden. Untersuchungen zeigten, dass Importhonig in rund 70 Prozent der Fälle mit Sporen belastet war. Daher sollten nur gründlich gereinigte Honiggläser genutzt werden.

Die Bekämpfung der Erreger erfolgt in Deutschland ohne Medikamenteneinsatz. Wurden bis vor kurzem befallene Bienenvölker entfernt, wird mittlerweile in den allermeisten Fällen das sogenannte Kunstschwarmverfahren durchgeführt. Dabei werden die Bienen von ihren befallenen Waben getrennt und in eine neue Behausung umgesetzt, in welcher die Bienen komplett neue Waben ausbauen müssen. Durch diesen Neuanfang gelingt es, das Faulbrut-Bakterium wieder aus dem Bienenvolk zu entfernen.