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Biber sind auch an der Alz auf dem Vormarsch

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Viele heimische Gewässer hat sich der Biber bereits wieder zurückerobert, nun scheint er auch am obersten Flusslauf der Alz unterhalb von Seebruck wieder ansässig zu sein. Westlich von Stöffling hat zuletzt mindestens ein Exemplar des monogam lebenden Pflanzenfressers eine große gesunde Pappel gefällt. (Foto: Müller)

Seeon-Seebruck. Wenige hundert Meter nördlich der Seebrucker Alzbrücke hat ein Biber in den vergangenen Tagen Schwerstarbeit verrichtet. Mit seinem kräftigen Gebiss machte sich der Nager auf Höhe des Weilers Stöffling am naturnahen Ostufer der Alz an einer etwa 40 Jahre alten gesunden Pappel zu schaffen und ließ den circa 20 Meter hohen Baum mit einem Stammumfang von 130 Zentimetern fachmännisch ins Wasser fallen. Eine gewaltige Leistung für ein eher plump und »unsportlich« wirkendes Tier, das bei einer Kopf-Rumpf-Länge von 80 bis 102 Zentimetern bis zu 30 Kilo auf die Waage bringen kann.


Spielt das Tier mit dem Gedanken, sich dort einen neuen Bau zu errichten? Um das Wasser ein wenig aufzustauen, wäre der erste Schritt schon einmal getan. »Bisher habe ich noch keinen Biber gesehen«, erzählt der Stöfflinger Landwirt Max Freiwang jun., doch es würden auch viele kleinere ab- und angenagte Bäume auf dessen Existenz hinweisen. Ihm und seinem Vater seien Biberpopulationen bisher eigentlich nur viel weiter flussabwärts bei Truchtlaching bekannt gewesen. Die Rückkehr des größten europäischen Nagers zeigt auf jeden Fall, dass die Flora und Fauna im Landschaftsschutzgebiet Obere Alz noch in bester Ordnung ist.

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Nachdem der dämmerungs- und nachtaktive Biber erst vor wenigen Jahren den westlichen Chiemsee über die Prien erreicht hatte und sich an deren Mündung niederließ, könnte er nun schon bald über die Alz ans nördliche Seeufer gelangen.

Im Jahre 1867 war auch der letzte frei lebende bayerische Biber dem Jagdtrieb des Menschen zum Opfer gefallen. Anschließend galt das Tier in Bayern rund hundert Jahre als ausgerottet. Inzwischen kann sich der Biber auch zwischen Inn und Salzach wieder ungestört ausbreiten. An anderen Orten Bayerns nimmt sein Bestand mangels natürlicher Feinde sogar so stark zu, dass schon von einer Biberplage die Rede ist und eine Lockerung des Naturschutzes gefordert wird. Soweit ist man im Chiemgau noch nicht. mmü

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