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Michael Mayer sen. koordiniert während des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding die Shuttle-Busse für die Besucher

Biathlon-Weltcup-Ruhpolding: Bereit für den Zuschauer-Ansturm

Michael Mayer sen. hat ein klares Ziel für den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding: »Die Besucher sollen möglichst schnell und ohne Probleme ins Stadion kommen und danach wieder nach Hause.« Was einfach klingt, erfordert eine ganze Menge Planung und Logistik, um die sich der 55-jährige Geschäftsführer eines Bauunternehmens beim Biathlon-Weltcup zusammen mit Christine Haase von der Gemeinde Ruhpolding kümmert: Sie koordinieren den Shuttleverkehr für die Zuschauer.

Michael Mayer sen. kümmert sich mit seinem Team darum, dass die Zuschauer sicher und schnell in die Chiemgau-Arena kommen. (Foto: J. Müller)

Damit die Fahrt ins Stadion möglichst reibungslos verläuft, werden die Besucher schon frühzeitig durch mobile Anzeigen, Wegweiser und die Feuerwehr zu den Parkplätzen gelotst. Von dort geht es dann per Bus zu den Wettkämpfen in der Chiemgau-Arena. Auch wer mit dem Zug anreist, steigt in Ruhpolding in einen Bus um. »Unser Ziel ist natürlich, alle Personen bis zum Start der Wettkämpfe im Stadion zu haben«, betont Michael Mayer sen. »Eine Stunde früher anzureisen, ist aber auf jeden Fall sinnvoll.«

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»Wir haben nicht immer alles in der Hand«

Schließlich kann auch die beste Planung nicht verhindern, dass es manchmal zu Wartezeiten kommt. »Mehr als 30 Minuten sollen es nicht sein«, betont der Koordinator der Shuttlebusse. »Wir geben unser Bestes, aber wir haben nicht immer alles in der Hand.« So mussten im vergangenen Jahr gleich zwei Shuttle-Busse auf der Strecke halten, weil Besucher einen Notarzt benötigten.

Doch auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. »Das größte Hindernis ist Schneefall«, weiß Michael Mayer sen. »Dann wird der Verkehr langsamer und wir müssen schauen, dass die Strecken geräumt werden und eventuell Busse umleiten.« Um ständig einen Überblick zu haben, ist der 55-Jährige selbst mit dem Auto unterwegs und bekommt Rückmeldungen von den Busfahrern und der Feuerwehr.

Diese Rückmeldungen laufen dieses Jahr erstmals im Ruhpoldinger Feuerwehrhaus zusammen. Dort baut auch die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) ihre Leitzentrale auf, die bisher als Provisorium im Feuerwehrstadl an der Chiemgau-Arena ihren Platz hatte. »Natürlich versuchen auch wir, jedes Jahr Verbesserungen umzusetzen«, sagt Michael Mayer sen.

Eine Neuerung ist auch ein großer Parkplatz in Siegsdorf mit Platz für rund 600 Pkw. »Wir versuchen, die Leute so zu fächern, dass keine langen Wartezeiten entstehen«, erklärt Michael Mayer sen. Wie sich der neue Parkplatz bewährt, steht zwar erst nach der Weltcup-Woche fest, trotzdem macht sich Michael Mayer sen. jetzt schon Gedanken über die Wettkämpfe 2019. Schließlich ist vor allem die Suche nach geeigneten Parkplätze eine Herausforderung. »Von Grünflächen sind wir wegen der Witterung abgekommen«, erzählt der 55-Jährige. Denn auch bei Regenschauern müssen die Besucher parken können. »Wir brauchen einen befestigten Parkplatz, den wir auch räumen und streuen können.« Hierbei macht sich auch die gute Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden bezahlt.

»Wir entscheiden dann immer kurzfristig, welche Parkplätze in Betrieb genommen werden.« Dafür muss schon im Vorfeld die Beschilderung aufgebaut und Logistik vorbereitet werden, die Besucher-Prognosen helfen Michael Mayer sen. bei der Planung. »Wir sind jetzt schon fast wieder auf dem Niveau der Weltmeisterschaft«, weiß er. Über 70 000 Besucher werden die Shuttle-Busse wohl wieder nutzen. Bei solchen Zahlen ist auch klar: »Zu viele Busse hat man eigentlich nie, aber ganz schnell zu wenige«, verrät Michael Mayer sen. »Wir müssen uns eigentlich immer auf die Kapazitätsgrenze im Stadion einstellen.«

Während der Wettkämpfe wird es bei Michael Mayer sen. und seinem Team dann ruhiger, bevor nach dem Ende der Wettbewerbe für zwei bis drei Stunden wieder Hochbetrieb herrscht. »Uns ist es natürlich immer lieber, wenn die Zuschauer erst noch einen Glühwein trinken und nicht alle auf einmal zurückfahren«, sagt der 55-Jährige. Doch selbst wenn es zu längeren Wartezeiten kommt, gebe es fast nie Probleme mit den Besuchern. »Wir sind mit unserem Publikum sehr zufrieden«, erklärt Michael Mayer sen.

Ein Garant für das gute Funktionieren des Shuttleverkehrs sind aber auch die Feuerwehren. Die Ehrenamtlichen aus Ruhpolding, Eisenärzt, Inzell und Siegsdorf sind beim Weltcup im Einsatz, um eine möglichst reibungslose Anfahrt der Besucher zur Chiemgau-Arena zu gewährleisten. Da ist es auch von Vorteil, dass Michael Mayer sen. selbst bei der Ruhpoldinger Wehr aktiv ist, den Weltcup auch schon in seiner Zeit als Kommandant und als Gemeinderat begleitet hat. Inzwischen führt sein Sohn die Feuerwehr – die Wege sind also kurz. »Da weiß ich gleich, was machbar ist und was nicht«, sagt Michael Mayer sen.

»Die Stimmung ist wirklich hervorragend«

Er könnte sich nicht vorstellen, den Weltcup nur vor dem Fernseher zu verfolgen. »Wenn ich Zeit habe, schaue ich mir abends auch die Siegerehrung im Champions Park an«, erzählt er. »Wenn wir schon so eine Veranstaltung hier haben, muss man das auch nutzen. Die Stimmung ist wirklich hervorragend.«

Zumindest nicht so einfach machbar ist auch der größte Wunsch von Michael Mayer sen.: »ein großer Parkplatz mit mindestens 3000 Pkw-Stellplätzen«. Bis dieser Wunsch Wirklichkeit wird, ist der Ruhpoldinger immer wieder auf der Suche nach Parkplätzen für die Besucher – damit die möglichst reibungslos ins Stadion kommen. »Es ist unser größter Ansporn, dass jeder einen schönen Sporttag hat, Ruhpolding in guter Erinnerung behält und dann wiederkommt.« jom