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Biathlon Weltcup Ruhpolding: »Wenn die Leute ihre Freude haben, dann ist das unser Erfolg«

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Hermann Hipf hat in der Biathlon-Woche jede Menge zu tun: Der Ruhpoldinger ist der Chef des Unterhaltungsprogramm-Teams. Von seinem Arbeitsplatz aus hat er einen perfekten Blick ins Stadion und auf die Schießstände. (Foto: Brenninger)

Schon früh morgens sitzt Hermann Hipf im Regieraum. Dieser befindet sich direkt im Gebäude neben der Zuschauer-Tribüne in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena am Fuße des Zirmbergs. Noch herrscht hier Ruhe, doch bald tummeln sich in diesem Gebäude eine jede Menge Leute – unter anderem auch die beiden Stadionsprecher und natürlich DJ Lumpi.


Hermann Hipf bereitet jetzt gerade noch den Tag vor und geht alles nochmals Punkt für Punkt genau durch. Wenige Stunden später stehen er und seine Mitstreiter unter Hochspannung – und das fast eine ganze Woche lang. Hipf und sein Team sind nämlich für das Unterhaltungsprogramm während des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding verantwortlich – sowohl im Stadion als auch im Champions-Park. »Wenn die Leute ihre Freude haben, dann ist das unser Erfolg«, betont der Ruhpoldinger.

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Jeden Monat gibt es ein Treffen

Doch vor diesem Erfolg steckt eine jede Menge Arbeit – und die sieht der Fan gar nicht. »Nach dem Weltcup ist vor dem Weltcup«, betont Hermann Hipf. Und so trifft er sich mit seiner Crew – zum engsten Kreis gehören neben Hipf noch Herbert Ringsgwandl (Leiter der Tourist Info Ruhpolding), Harald von Knoerzer (Vorsitzender des SC Ruhpolding) und seine Assistentin Johanna Binder – auch unter dem Jahr regelmäßig. »Wenn wir eine gute Idee haben, dann müssen wir uns spätestens im Sommer an die Arbeit machen«, weiß er. Schließlich muss alles durchdacht und dann eben auch genau geplant werden.

Auch für den nahenden Weltcup gibt es ein paar Änderungen, verrät Hermann Hipf schon jetzt. Bei der Eröffnungsfeier wird etwa die Bayern-1-Band spielen und auch »den Einmarsch der Nationen werden wir ein wenig anders gestalten«. Das sei auch das Schöne an der Arbeit seines Teams. »Wir haben freie Hand«, freut sich der Gemeinderat. »Uns redet wirklich keiner drein, aber natürlich müssen wir ein gewisses Niveau haben.«

Und die Ansprüche an das Team sind in den Jahren stetig gestiegen. »Früher hat unser Stadionsprecher noch alles selber koordiniert«, erinnert sich Hipf zurück. Das sei mittlerweile undenkbar. »Die Leute im Stadion wollen unterhalten werden«, weiß er. Da müsse sein Team nun Jahr für Jahr die richtige Mischung finden aus Unterhaltung, Informationen und Gewinnmöglichkeiten. »Wir haben mittlerweile etwa zwei Kamera-Teams im Einsatz. Die fangen etwa Zuschauerstimmen ein oder machen Interviews mit Sportlern.« Viel könne im Vorfeld schon geplant werden. »Aber vieles ist einfach auch spontan«, erzählt er. Und unberechenbar sei es obendrein. »Schließlich weiß man ja nicht, was beispielsweise der Fan gleich live ins Mikrofon sagen wird.«

Auch der Umfang ist über die Jahre gestiegen. Mittlerweile beginnt 2,5 Stunden vor dem Wettkampf das Programm in der Arena. Nur während der Bewerbe können Hipf und sein Team ein wenig durchatmen, dann übernehmen nämlich die Stadionsprecher die Arbeit. Doch schon kurz nach dem Wettkampf sind Hipf und Co. wieder an der Reihe. Ist die Arbeit in der Arena getan, ist aber längst noch nicht Schluss. Dann geht es schnell zur Siegerehrung in den Champions-Park, denn auch hier ist das Stadionregie-Team für das Programm verantwortlich. Sprich: Der Tag ist lang. »Früher sind wir abends dann oft auch noch weggegangen, das machen wir mittlerweile nicht mehr. Wir sind halt auch älter geworden«, lacht Hipf. Denn schon am nächsten Morgen sitzt er wieder früh morgens im Regieraum und bereitet den nächsten Tag vor.

Aber warum tut man sich diesen Stress überhaupt an, nimmt noch dazu extra Urlaub? Die Antwort kommt bei Hermann Hipf wie aus der Pistole geschossen. »Das ist ein ungemein interessantes und spannendes Aufgabengebiet«, betont er. »Und wir sind ein gutes und eingespieltes Team.«

Dabei bekommen er und sein Team auch Jahr für Jahr auch kritische Töne zu hören. »Dem einen gefällt die Musik nicht, dem anderen ist der Stadionsprecher zu laut.« Aber im Großen und Ganzen treffe man doch den Geschmack der Leute, betont Hipf.

Und natürlich gab's in den vergangenen Jahren auch das eine oder andere Missgeschick. »Einmal hatten wir bei der Siegerehrung etwa die falsche Fahne dabei«, erinnert sich Hipf und lacht. »Da hat einer von uns schnell die richtige holen müssen. Er musste dafür einmal quer durch den Champions-Park, aber er kam gerade noch rechtzeitig vor der Hymne damit an.«

Die WM 2012 als besonderer Höhepunkt

Besonders gern erinnert sich Hermann Hipf übrigens an die WM 2012 zurück. »Das war ein absolutes Highlight«, schwärmt er heute noch und hofft darauf, dass man noch einmal »so eine Chance bekommt«. Und natürlich möchte der Ruhpoldinger dann auch noch immer dabei sein.

Seit mittlerweile zwölf Jahren macht Hermann Hipf diese ehrenamtliche Aufgabe nun schon. Er war vor seiner Tätigkeit im Unterhaltungsteam auch als Streckenposten im Einsatz – wie einst sein Vater. »Als Ruhpoldinger wächst man mit dem Biathlon einfach auf«, sagt Hermann Hipf. Dann konzentriert er sich wieder auf den Ablaufplan für den heutigen Tag – und hat sichtlich viel Spaß an seiner Arbeit. SB