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Bezirksmusikfest krönt den 190. Kapellen-Geburtstag

Fridolfing. Höhepunkt des sechstägigen Bezirksmusikfestes des Chiem- und Rupertigaus im Musikbund Ober- und Niederbayern war sicher der Festzug am gestrigen Sonntag mit 46 Musikapellen. Zum 190. Geburtstag der Musikkapelle Fridolfing waren daneben viele weitere Vereine mit Fahnenabordnungen, Festwagen und den Kutschen gekommen. Scharen von Zuschauern säumten die Straßen, die Besucherzahl übertraf sämtliche Erwartungen schon am Festabend, der mit dem Totengedenken am Kriegerdenkmal mit Andacht von Hans Althammer und Kranzniederlegung von Kapellmeister Georg Reitinger begann.

Die Musikkapelle Fridolfing umrahmt den Gottesdienst im Freien musikalisch. (Foto: Caruso) Mehr Fotos unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos

Sechs von elf Kapellmeistern hießen Gierlinger

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Reitinger erinnerte an die Geschichte der Fridolfinger Kapelle, die im Jahr 1823 begann. Damals gründete Mathias Gierlinger die Musikkapelle Gierlinger. Sechs der elf Kapellmeister seitdem kamen aus der Familie Gierlinger: Dem Gründer folgte 1855 Sohn Mathias Gierlinger, den Ludwig Kumberger ablöste. Ihm folgten ab 1882 Georg Schweiger und Franz Schlagbauer. Bis 1919 dirigierte Johann Gierlinger, danach dessen Söhne Johann und Matthias bis 1965. Bis 1985 lag die Leitung bei Johann Mörtl, ihm folgte Matthäus Gierlinger von 1985 bis 2008. Seither führt Georg Reitinger die Musikanten an. In Kirchanschöring wirkte ebenfalls ein Gierlinger, aus dessen Feder viele Märsche stammen. Er komponierte auch den »Fridolfinger Festmarsch«, den die Musikanten am Festabend spielten. Derzeit gehören 40 aktive Musikanten zur Kapelle. Weitere Jugendliche spielen in der von Alois Thalbauer geführten Jugendmusik. Große Dienste leistet bei der Ausbildung von Kindern die Bläserklasse an der Grundschule.

»Wir Fridolfinger haben eine Kapelle mit Tradition, auf die wir stolz sein dürfen«, lobte Bürgermeister Hans Schild. »Ihr bietet eine gut organisierte Festwoche mit einem ausgezeichneten Rahmenprogramm und ein Bezirksmusikfest« mit 56 Musikkapellen (neun von zehn Kapellen nahmen am Festabend teil, die restlichen 46 am Festsonntag) und mehr als 1900 Musikanten.

Beim Bezirksmusikfest in Fridolfing wurden das hohe musikalische Niveau und die gesellschaftliche Bedeutung der Blasmusik einer breiten Öffentlichkeit in beeindruckender Weise dargeboten. Aus einer großen Tradition kommend, prägt diese Musik nicht nur Land und Leute. Sie hat auch einen Aufschwung in der Heimat erlebt, der im kulturellen Leben nur wenige Parallelen kennt. Das drückte der Vorsitzende des Bezirksmusikverbandes, Robert Koch, so aus: »Hier hat jeder Musikant einen Platz«. Nach dem tosenden Beifall gab es ein wohlklingendes Gemeinschaftsspiel zu Ehren des Jubelvereins, das den Raum mit Harmonie und Wohlklang erfüllte. Geboten wurde der Bozener Bergsteiger-Marsch, den Kapellmeister Stefan Rusch aus St. Pantaleon dirigierte, und der Cascaldo Marsch unter dem Stab des Bezirksdirigenten, Erhard Moldau.

Ausgezeichnete Stimmung herrschte auch schon am Eröffnungsabend, als Bürgermeister Schild das erste Fass Bier anstach. Wie Kapellmeister Georg Reitinger im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt betonte, habe sich der Veranstalter mit ihm einen guten Schirmherrn ausgesucht, was vom guten Wetter bestätigt werde. Reitinger würdigte auch die vielen Helfer aus allen Vereinen: »Hier zeigt sich wieder einmal, wie gut die Fridolfinger Vereine zusammenstehen.« Zum Auftakt begeisterte die Blaskapelle »Vlado Kumpan und seine Musikanten« aus Tschechien im voll besetzten Festzelt die Blasmusikfreunde ca