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Bezirksmedaille für Pionier der Volksmusik

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Georg Sojer erhielt im Beisein seiner Frau Maria die Bezirksmedaille für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Volksmusik aus den Händen von Bezirkstagspräsident Josef Mederer (links). (Foto: Giesen)

Ruhpolding. Ein vorgezogenes, ganz besonderes Geburtstagsgeschenk erhielt der Ruhpoldinger Volksmusikant Georg Sojer: Bezirkstagspräsident Josef Mederer überreichte ihm die Medaille des Bezirks Oberbayern für seine überragenden Verdienste in der Volksmusik. Am Ostersonntag wird Georg Sojer 88 Jahre alt.


Während die Bezirksmedaille, die seit 1990 an Bürger aus Oberbayern mit außergewöhnlichem ehrenamtlichen Engagement verliehen wird, üblicherweise in München überreicht wird, bekam Georg Sojer die hohe Auszeichnung im Rahmen eines kleinen Festakts im Holzknechtmuseum in Ruhpolding. Mit dabei waren unter anderem Landrat Hermann Steinmaßl, Bürgermeister Claus Pichler und Ernst Schusser, Leiter des Volksmusikarchivs in Bruckmühl.

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»Ehrenamtliches Engagement ist für Sie nur deshalb ein Fremdwort, weil Sie nicht viel darüber reden, sie tun einfach – und zwar ohne auf die eigenen Vorteile zu achten«, sagte Josef Mederer in seiner Laudatio. Seit seiner frühen Jugend war die Volksmusik ein selbstverständlicher Bestandteil in Sojers Leben: Tagsüber wurde gearbeitet, abends gesungen und auf Instrumenten gespielt, vor allem Volks-, Blas- und Kirchenmusik. Da es keine Noten gab, wurden die Stücke auswendig gespielt.

Erst viel später begann Sojer damit, die Lieder und Stücke aufzuschreiben. Mederer würdigte besonders diese Leistung, weil er damit die Lieder vor dem Vergessen bewahrt hatte, so der Bezirkstagspräsident. Legendär sei Sojers Zusammenarbeit mit dem »Kiem Pauli«, Georg von Kaufmann und Wastl Fanderl, dem ersten Volksmusikpfleger des Bezirks Oberbayern gewesen. »Sie halfen mit, die Volksmusik populär und wieder salonfähig zu machen«, so Mederer. Besonders betonte er, dass Georg Sojer viele seiner eigenen Kompositionen nicht bei der GEMA anmeldete und somit ermöglichte, dass sie kostenfrei gespielt werden dürfen.

Auch Landrat Hermann Steinmaßl würdigte Georg Sojer mit herzlichen Worten und Bürgermeister Claus Pichler berichtete, Sojer sei »ein Urgestein des Holzknechtmuseums«, wo er unzählige ehrenamtliche Stunden verbrachte. Ohne ihn wäre die Ausstellung »Musik der Holzknechte« nicht zustande gekommen.

»I gfrei mi narrisch«, reagierte Georg Sojer auf die Auszeichnung, bevor die Ehrengäste auf sein Wohl anstießen. gi