weather-image
30°

Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware

1.0
1.0

Traunstein. Um das Thema »Bezahlbares Wohnen in Traunstein« ging es bei einer Wahlveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen im Sailer-Keller.


Oberbürgermeisterkandidatin Burgi Mörtl-Körner stellte fest, dass in Traunstein neue Wohnungen teuer und alte Wohnungen günstig zu haben seien, allerdings energetisch und altersgerecht saniert werden müssten. In Traunstein werde viel gebaut, so Mörtl-Körner. Als Beispiele nannte sie die Baugebiete in Geißing und Haslach. Vorteil sei: »Wenn Familien in Häuser ziehen, werden Wohnungen frei.« Wenn aber private Investoren bauen, werde das relativ teuer, beispielsweise das Baugebiet auf dem Gelände des ehemaligen Triftstadions.

Anzeige

Einige Diskussionsteilnehmer klagten in dem Zusammenhang, dass in der Stadt derzeit nur »Luxuswohnungen« entstünden. Stadtrat Wilfried Schott betonte, die Stadt habe mit dem Verkauf des Triftstadions zu Höchstpreisen einen Fehler begangen. »Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, zumindest teilweise von der Stadt Sozialwohnungen zu schaffen.« Ortssprecher Wolfgang Wörner bestätigte, dass es viele Leute gebe, die bezahlbaren Wohnraum suchen, wie Alleinerziehende, junge Familien und ältere Menschen.

Mörtl-Körner wies darauf hin, dass wenigstens die Wohnungsbaugenossenschaft Haidforst einen neuen Wohnblock bauen werde. Die Stadt könne ihre Häuser nur halten und erhalten. Eine soziale Wohnraumbeschaffung sei wünschenswert, allerdings kaum realisierbar, da die Stadt keine Grundstücke habe. Die Stadt brauche aber bedarfs- und preisgerechten Wohnraum, weil es immer Menschen gebe, die darauf angewiesen seien. Eine Diskutantin wies darauf hin, dass es in der Unteren Stadt Leerstände gebe, die aber nicht vermietet würden. Das mache sie wütend.

Mörtl-Körner betonte, man müsse das barrierefreie Bauen gesetzlich vorschreiben. Dazu meinte ein Versammlungsteilnehmer, dass die energetische und altersgerechte Sanierung von Altbauten so teuer sei, dass die Mieten wiederum zu hoch würden für jene Leute, für die diese Wohnungen vorgesehen seien. Kritisiert wurde zudem, dass viele Leute in einer Wohnung leben, die nicht zu ihnen passe; es aber keine Alternative gebe. Angeregt wurde eine Tauschbörse für Wohnungen.

Zum Thema Wohngemeinschaften für ältere Menschen wies Landratskandidat Sepp Hohlweger auf die Broschüre des Landkreises zu seniorengerechten Modellen hin. »Eine Broschüre allein genügt nicht, man muss es ausprobieren, sich aber bewusst sein, dass dies Geld kostet.« In diesem Zusammenhang wurde die Frage aufgeworfen, warum die Stadt in Geißing kein Mehrgenerationenhaus ausgewiesen habe.

Die Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer aus Germering ging auf die steigenden Mieten in den Städten und Ballungsräumen von bis zu zehn Prozent im Jahr ein. In Bayern seien die Mieten 2013 in einem halben Jahr um 2,7 Prozent gestiegen. Die Mieten lägen durchschnittlich zwischen 14 und 20 Euro pro Quadratmeter. »Tag für Tag geht bezahlbarer Wohnraum verloren«, beklagte sie. Es dürfe nicht sein, dass es Wohnungen nur noch für Leute mit mittleren und hohen Einkommen gebe. »Die Städte müssen sozial gerecht werden, auch was den Wohnraum angeht«, so die Abgeordnete. Bjr