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Bewegungsdrang der Kinder wird gestillt

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Landschaftsarchitekt Hannes Krauss stellte im Gemeinderat die Planung vor. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – »Wir müssen auf einem relativ kleinen Bereich viele Interessen unterbringen«, brachte Bürgermeister Thomas Gasser die besondere Herausforderung bei der Neugestaltung der Außenanlagen der Franz-von-Agliardis-Schule und der Turnhalle auf den Punkt. Anlässlich der mehrheitlichen Absegnung der Maßnahmen durch den Gemeinderat ergaben sich Grundsatzdiskussionen zu Themen wie Schaffung von weiteren dringend benötigten zentralen Parkplätzen und Erhalt der letzten größeren Grünfläche im Ortskern.


Aus finanz- und fördertechnischen Gründen waren die Maßnahmen auf drei Bauabschnitte aufgeteilt worden. Die Einzelheiten hatte Landschaftsarchitekt Hannes Krauss vom Büro »Die Grille« bereits im Bauausschuss vorgestellt (siehe Kasten). Nun sollte der Gemeinderat auch über die Vergabe der Planung für die Bauabschnitte 2 und 3 an das Büro »Die Grille« sowie über die kostengünstigere zeitgleiche Durchführung aller drei Bauabschnitte entscheiden.

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Alle Bauabschnitte gleichzeitig umsetzen

Eine klare Mehrheit begrüßte, alle drei Bauabschnitte gleichzeitig umzusetzen. Es zeigte sich jedoch in teils kontroversen Beiträgen, wie viele Gesichtspunkte bei der Planung eine Rolle spielen. Andreas Neumeier (CSU) begrüßte die zusätzlichen Parkplätze an der Lindenallee. Er wünschte sich, dass anstelle des Bolzplatzes Lehrerparkplätze geschaffen werden. Im Ortsentwicklungskonzept habe man sich zu zentrumsnahen Parkplätzen bekannt; um diese an der Lindenallee frei zu halten, müssten die Lehrer »in der zweiten Reihe« parken. Einen Bolzplatz könne man beim geplanten Freizeitgelände am Schwimmbadareal unterbringen.

Gasser meinte dazu, er könne sich vorstellen, eventuell beides bei der Turnhalle unterzubringen, einen kleineren Bolzplatz und einige zusätzliche Parkplätze. Zu bedenken sei, dass auf der Wiese südlich der Turnhalle ein Hubschrauberlandeplatz erhalten werden müsse.

»Sind wir komplett barrierefrei?«, wollte Johann Niederstraßer (FWG) wissen. Laut Krauss ist ein barrierefreier Zugang zur Halle möglich. Bis auf wenige Blockstufen zwischen Parkplatz und Eingang, die umgangen werden können, gebe es keine Stufen. Die Spielgeräte seien allerdings nicht speziell barrierefrei. Niederstraßer fragte zudem, ob alle Bäume an der Lindenallee noch gesund seien. Es sei besser, vor der Baumaßnahme kaputte Bäume wegzuschneiden und neue zu pflanzen. Laut Gasser wurden die Linden immer wieder kontrolliert und Totholz wurde weggeschnitten.

Gibt es auch einen Schulgarten?

Einen Schulgarten regte Elisabeth Aschauer (Grüne) an. »Den Kindern gehört schon gezeigt, wo unser Obst und Gemüse herkommt.« Peter Schuhbeck (FWG) legt Wert darauf, dass ein Schulgarten als Schulprojekt realisiert wird; dann stünden die Lehrer dahinter. Gasser will das Interesse bei der Vorstellung der Planung vor der Lehrerschaft abfragen.

Georg Quentin (SPD) fragte, ob das Spielareal auch öffentlich nutzbar ist. Krauss sagte, grundsätzlich sollten viele Personen etwas davon haben, da das Ganze mit Steuergeldern realisiert werde. Markus Putzhammer (CSU) möchte, dass regionale Firmen »zum Zug kommen«. Dem pflichtete Fraktionskollege Thomas Egger bei. Gasser versprach, abzuklären, welche Möglichkeiten es da gibt. Laut Bauamtsleiter Theo Steinbacher muss der Auftrag öffentlich ausgeschrieben werden.

Schuhbeck und Egger fänden Parkplätze am derzeit geplanten Bolzplatz-Standort gut und würden den Bolzplatz lieber nach Süden verschieben. Beide zeigten jedoch Verständnis dafür, dass das als Pausenraum geplante Spielgelände für die Lehrer einsehbar sein muss. Der Bürgermeister warf ein, weiter südlich in der Wiese seien noch Löcher für ein Volleyballnetz, und es sei nicht verboten, dass der Nachwuchs auch dort spielt.

»Grüner Fleck« im Ort soll erhalten bleiben

Hans Rauscher (SPD) ist gegen weitere Parkplätze; die Wiese bei der Turnhalle sei der »einzige grüne Fleck« im Ortskern von Teisendorf; davon möchte er so viel wie möglich erhalten. Wichtig sind ihm Behindertenstellplätze. Edwin Hertlein (Grüne) warb für Verkehrskonzepte, die so viel Parkraum überflüssig machen. Er berichtete, dass Parkplätze an der Lindenallee samstags teilweise frei bleiben, weil es vielen von dort zu weit zu Fuß zur Marktstraße ist. Ein Bolzplatz sei an dieser Stelle schon nötig, da die heutigen Schulkinder so wenig Bewegung haben.

Georg Baumgartner plädierte dafür, die nach Westen abgesenkte Fläche südlich der Halle zu erhöhen, sodass eine ebene Wiese für ein größeres Fest im Ortszentrum entsteht. Für ein gutes Parkraumkonzept sprach sich dritter Bürgermeister Gernot Daxer (CSU) aus; einige wenige zusätzliche Parkplätze bringen für ihn nichts.

Mit 19 Ja-Stimmen billigte das Gremium die Schritte. Die Planung mit neuen Varianten wird noch einmal im Gremium vorgestellt. vm