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Betrunken vom fahrenden Wagen gepinkelt

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Vom Boden hoben viele Kinder die geworfenen Süßigkeiten beim Traunsteiner Faschingszug auf. Die Bonbons sollen zuvor nicht nur in Bier- sondern auch in Urinpfützen gelandet sein.

Traunstein – Grölende Jugendliche, stark alkoholisierte Teilnehmer und dann auch noch Narren, die vom fahrenden Motivwagen auf die Straße und die dort stehenden Besucher pinkeln? Heftige Beschwerden über den vor allem bei Familien beliebten Traunsteiner Faschingszug tauchen heuer vermehrt in unserer Redaktion und auf Facebook auf.


»Ein kleiner Junge war nass von oben bis unten. Das ist echt widerlich!«, schreibt beispielsweise ein anonymer Verfasser auf der Facebook-Plattform »Spotted: Traunstein und Umgebung«. Kinder hätten Süßigkeiten aus den Urinpfützen aufsammeln müssen. Und auch von Bierduschen für die jüngeren Besucher berichtet eine andere Verfasserin.

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Alkoholverbot gilt nur für Fahrer und Begleiter

Geschockt über die letzte Hälfte des Zugs zeigte sich eine Traunsteinerin, die sich mit einem Leserbrief an unsere Redaktion gewandt hat. »Gefährlich schwankende, überfüllte Wagen mit grölenden, volltrunkenen Jugendlichen, die noch nicht einmal mehr Süßigkeiten warfen, prägten das Schlusslicht«, ist sie empört. Die Traunsteinerin fordert dringend ein Alkoholverbot bei Faschingszügen, wie es auch im Rheinland bereits praktiziert wird – bisher in Traunstein aber lediglich für die Fahrer des Wagens und die Begleiter am Boden gilt. (Den ganzen Leserbrief finden Sie heute auf Seite 17.)

»So etwas geht überhaupt nicht«

In einer Nachbesprechung mit Stadt und Polizei will die Veitsgroma Zunft als Ausrichter nun die Thematik besprechen und über Konsequenzen fürs nächste Jahr nachdenken. Vorher ist Präsidentin Sonja Preisach aber noch auf der Suche nach den Wildpinklern vom Faschingswagen, denn »so etwas geht überhaupt nicht«. Bereits bei mehreren Leuten hatte sie unter anderem auf Facebook nachgefragt, welcher Wagen das war – doch bisher ohne Ergebnis. »Jeder schreibt irgendetwas, aber Details weiß dann plötzlich keiner«, so die Präsidentin im Gespräch mit unserer Zeitung. apo