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Betriebe kämpfen mit Azubi-Mangel

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Traunstein. Die Unternehmen im Landkreis Traunstein haben nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern trotz eines Rekordangebots an Lehrstellen erneut weniger Auszubildende eingestellt als im vergangenen Jahr. Die heimischen Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistung schlossen 2013 insgesamt 681 Ausbildungsverträge ab, ein Minus von 4,4 Prozent im Jahresvergleich. Bereits 2012 war die Zahl der Neu-Verträge um 3,4 Prozent geschrumpft.


Jeder fünfte Betrieb fand keine geeigneten Bewerber

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»Der Mangel an Bewerbern greift um sich und betrifft alle Branchen«, sagt Werner Linhardt, der Vorsitzende des IHK-Gremiums im Landkreis Traunstein. Jedes fünfte Unternehmen gab in einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer an, dass es nicht alle Lehrstellen besetzen konnte. Als Hauptgrund nennen die Unternehmen, dass keine geeigneten oder überhaupt keine Bewerbungen vorlagen.

Einerseits verlassen zunehmend geburtenschwächere Jahrgänge die allgemeinbildenden Schulen und der Trend zum Studium und zu weiterführenden Schulen wie der Fachoberschule halte an. Andererseits stelle die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger die Unternehmen vor Probleme. Der Traunsteiner IHK-Vorsitzende sieht vor allem die Bildungspolitik in der Pflicht. Das bayerische Schulsystem müsse gewährleisten, dass die Jugendlichen besser aufs Berufsleben vorbereitet werden.

»Auch in den Betrieben muss die Ausbildung zur Chefsache werden«, appelliert Linhardt an die Wirtschaft. Die Unternehmen, die in eine attraktive Ausbildung investieren und neue Bewerbergruppen ansprechen, hätten im zunehmenden Kampf um den Nachwuchs die Nase vorn, so der IHK-Gremiumsvorsitzende.

Linhardt empfiehlt allen Unternehmen, frühzeitig auf Schüler zuzugehen, Absolventen mit weniger guten Noten eine Chance zu geben und neue Angebote wie das Duale Studium und Teilzeitausbildungen einzuführen. Auch Studienabbrecher seien in der Ausbildung willkommen, so Linhardt. »Bewerber mit Abitur und Studienerfahrung können die Ausbildungsdauer um bis zu 18 Monate verkürzen«, erläutert der IHK-Gremiumsvorsitzende.

Linhardt ermutigt gleichzeitig alle Schüler, in den Schulferien Betriebspraktika zur Berufsorientierung zu nutzen und sich frühzeitig über Ausbildungsbetriebe und die Karriereaussichten für Azubis zu informieren. Zahlreiche Angebote finden Schulabgänger unter anderem im Internet in der IHK Lehrstellenbörse.

Ausbildungsbereitschaft ungebrochen hoch

Grundsätzlich ist die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ungebrochen hoch: Die Arbeitsagentur verzeichnete im Landkreis Traunstein im vergangenen Jahr 1539 offene Lehrstellen aus allen Ausbildungsbereichen, ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Lehrstellenbewerber hatten sich 1350 Jugendliche bei der Arbeitsagentur gemeldet. Nach Beginn des laufenden Ausbildungsjahres im Herbst 2013 waren davon laut Arbeitsagentur nur elf unversorgt. Demgegenüber blieben jedoch mehr als 150 Lehrstellen unbesetzt.

Insgesamt sind 397 IHK-Unternehmen im Landkreis Traunstein in der Ausbildung aktiv und stehen für rund 52 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.