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Betreuung von Schulkindern in der Diskussion

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Bei der Betreuung von Schulkindern sowohl nach dem Unterricht als auch in den Ferien sieht die Stadtverwaltung erheblichen Handlungsbedarf auf Traunstein zukommen. (Foto: dpa)

Traunstein – Wie viel Unterstützung brauchen die Familien in Traunstein bei der Kinderbetreuung – auch während der Ferien? Und wie vielen dieser Ansprüche kann die Stadt gerecht werden? Mit diesem Thema beschäftigte sich der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung gleich mehrfach. Dabei ging es dieses Mal in erster Linie um die Schulkinder.


Während es in der Stadt derzeit genug Krippen- und Kindergartenplätze gebe, sei nicht absehbar, wie sich der Betreuungsbedarf bei den Schulkindern künftig entwickeln wird, erläuterte Hauptamtsleiter Gerhard Spiegelsberger dem Gremium. Und zwar sowohl nach dem Unterricht als auch in den Ferien. Er sieht hier einen erheblichen Handlungsbedarf auf die Stadt zukommen.

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Der Ausschuss beschloss deshalb einstimmig, im Januar 2015 eine umfassende Bedarfsumfrage bei den etwa 1700 Familien im Stadtgebiet mit Kindern bis zum Grundschulalter zu starten. Der Beschluss soll in der Stadtratssitzung am Donnerstag noch bestätigt werden.

Spiegelsberger dämpfte allerdings gleich all zu große Erwartungen: »Alle Wünsche werden wir nicht erfüllen können.« Und Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) ergänzte, so wichtig die Kinderbetreuung auch sei, »das kostet Geld«. Dabei sieht er neben der Kommune auch die Eltern in der Pflicht. Ernst Haider (UW) plädierte deshalb dafür, den Eltern zur Umfrage gleich auch so etwas wie eine Preisliste an die Hand zu geben, um sie über die finanziellen Konsequenzen der gewünschten Betreuungszeiten zu informieren.

Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) ist sich sicher: »Wir werden verlängerte Öffnungszeiten brauchen.« Die Stadt müsse hier unglaublich flexibel sein und sich an die gesellschaftlichen Veränderungen anpassen. Von Thomas Stadler (Grüne) auf die Kosten einer so umfassenden Elternbefragung angesprochen musste Spiegelsberger passen. Die Vorbereitung und Auswertung werde die Verwaltung übernehmen.

Ermittelt werden soll mithilfe der Umfrage allerdings nicht nur der Betreuungsbedarf nach dem Unterricht, sondern auch in den Ferien, was den beiden Ausschussmitgliedern der UW allerdings nicht gefiel. Ernst Haider hält diese Abfrage für gefährlich, zumal noch nicht geklärt sei, ob sich die Stadt ein solches Angebot überhaupt leisten könne. Bislang habe sich kein Träger bzw. Kooperationspartner für eine Ferienbetreuung gefunden. »Eine Bedarfsabfrage würde die Stadt aber in die Pflicht nehmen«, gab er zu bedenken.

Oberbürgermeister Kegel räumte ein, ganz unproblematisch sei diese Befragung nicht. Allerdings steckt die Stadt in einem Dilemma: Denn ohne genauere Teilnehmerzahlen und Betreuungszeiten ist es schwer, überhaupt einen Träger für die Ferienbetreuung zu finden. Deshalb soll nun zunächst der Bedarf ermittelt werden.

Die Verwaltung hält es für möglich, dass etwa 100 Kinder einen Ferienbetreuung brauchen und kalkuliert mit einem Elternanteil von 80 Euro pro Betreuungswoche. Weitere Rahmenbedingung: Es können nur ganze Wochen gebucht werden, in denen von 7 bis 16 Uhr ein Platz zur Verfügung steht.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder wiederum in Sachen Ferienprogramm und beschlossen, auch dieses Programm an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen und auszubauen. Auch hier sei vor allem die Nachfrage nach ganztägigem Betreuungsangebot gestiegen, so Spiegelsberger. Zudem sollen die vielen Vereine und privaten Anbieter ihre Angebote künftig eigenverantwortlich abwickeln – die Stadt will nur noch als Infoplattform fungieren. Das heißt: Während bislang Anmeldungen und Anfragen zum Ferienprogramm über die Tourist-Info liefen, sollen künftig die Veranstalter direkt Ansprechpartner sein. ka