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Betreiber des Unternberg-Lifts macht weiter

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Ruhpolding. Die Plätze beim jüngsten Treffen der Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB) wurden knapp – Vorsitzender Hermann Hipf freute sich über das rege Interesse am Thema Tourismus. Dazu sagte Henning Wolf zur Bilanz des letzten Winters am Unternberg trotz des Schneemangels: »Wir machen weiter«. Auch wenn das Ziel 1000 Fördermitglieder mit derzeit 780 noch nicht erreicht sei, gebe es viel zu tun. Denn es sollen am Lift zwei Zwischenausstiege eingerichtet und ein kleiner See für die Beschneiung angelegt werden. Im nächsten Winter findet am Unternberg unter anderem der »Geno-Cup« am Kristallhang statt, zu dem viele Teilnehmer erwartet würden.


Tourismusdirektor Markus Stuckmann sagte dann, die Übernachtungszahlen seien schon länger rückläufig, mit Ausnahme der Jahre 2010 bis 2012, was mit dem Biathlon- Weltcup und der Biathlon-Weltmeisterschaft 2012 zu tun habe. Nach der erfolgreichen WM ging die Übernachtungszahlen im Tourismusjahr 2013 um 8 Prozent zurück, im Februar 2014 ohne Schnee musste ein Minus von etwa 20 Prozent hingenommen werden. Stand April 2014 wird der Winter 2013/14 mit einem Minus von 6 Prozent bei den Übernachtungen schließen.

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Die Gästezahlen blieben stabil – es hielten sich mehr Urlauber aus den Niederlanden, Großbritannien und der Tschechischen Republik in Ruhpolding auf bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 6 Tagen – bayernweit lag sie bei durchschnittlich 3 Tagen.

Zu berücksichtigen sei aber auch, dass die Bettenkapazitäten immer weniger würden und etwa Firmenanfragen mit Einzelzimmern nicht bedient werden könnten, weil die dazu nötigen Hotels und gewerblichen Betten fehlen. Wirklich vermittelbar im Ort seien nur noch 4300 bis 4500 Betten. Nach wie vor stammten zwei Drittel des Bettenangebotes von Klein- und Privatvermietern, welche auf einen »weißen Ritter« mit Änderungen von außen warteten. Aber eigensinnig könne es nicht weiter gehen, weil heutzutage die Anfragezeiten der Gäste erfüllt werden müssten und nicht umgekehrt, so Stuckmann. So fahre sprichwörtlich viel Umsatz an Ruhpolding vorbei, weil die Gastgeber Kurzaufenthalte verweigern.

Die Politik könne nur Rahmenbedingungen schaffen, das Feld bestellen müssten die Gastgeber selbst und solange sich die drei im Ort befindlichen Gastgebergruppierungen untereinander nicht einig seien, werde kein Aufschwung möglich sein. Mit einem Umsatz in 2013 von 68 Millionen Euro sei nach wie vor der Tourismus die größte Einnahmequelle im Ort. Ohne diese könnten die vielen Freizeiteinrichtungen nicht gehalten werden.

Leider sei die Gemeinde in der Vergangenheit zu sehr im operativen Bereich tätig gewesen. Im vergangenen Jahr erfolgte etwa eine Umstellung im Marketing und als »wildromantisches Tal« wolle man mit traumhaften Bildern und kurzen Texten für »innere Einkehr durch Bewegung draußen«, »abschlagen mit Weltmeistern und Olympiasiegern«, »Genuss auf Bayerisch«, »Zauberhafte Loipenwelt«, »Die aktiven Seiten des Winters erleben«, »Entspannen und loslassen« sowie »Ruhpoldings bunte Kinderwelt« die Gäste neugierig machen. »Denn wir können mit alpinen Wintersportorten nicht konkurrieren und müssen eine eigene Nische besetzen«, sagte Stuckmann.

Bei vielen schon oft gestellten Teilnehmer-Fragen blieb Stuckmann eisern und verteidigte sein Konzept, denn bei einem Budget von jährlich 300 000 Euro wären etwaige Pläne B nicht möglich. Zum Schluss riet er den Gastgebern, von Fortbildungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen. Auf der nächsten Gastgeberversammlung werde erneut Hilfestellung zur Kalkulation für Privat- und Kleinvermieter angeboten, sagte er.

Vorsitzender Hermann Hipf stellte im Rahmen der Sitzung den neu gewählten, jungen VRB-Gemeinderat Thomas Ringsgwandl vor. Die VRB wolle beantragen, dass eine ständige Öffentlichkeitsarbeit aus dem Rathaus in den neuen Medien stattfinde. Denn Protokolle und Aushänge seien von Freitag, 12 Uhr, bis Montag, 8 Uhr für die Bürger nicht einsehbar.