weather-image
-2°

Besucherzahlen wurden wieder auf 30 000 »gedeckelt«

1.0
1.0

Übersee – Nach etlichen Unzulänglichkeiten und Bürgerbeschwerden im Zuge des letztjährigen Chiemsee Summer (wir berichteten), haben die Fraktionsvorsitzenden im Überseer Gemeinderat diverse Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Die Ergebnisse hat Bürgermeister Marc Nitschke in der jüngsten Sitzung des Gremiums vorgestellt. Sie sollen in ein überarbeitetes Konzept einfließen, das der Veranstalter im Beisein von Sicherheitskräften am 16. März um 19 Uhr in der Schulaula öffentlich vorstellen will.


Bereits im letzten Oktober hatte die CSU eine Mängelliste mit entsprechenden Auflagen aufgestellt, die vom Gemeinderat abgesegnet worden waren. Im Januar gab es von der Opposition weitere Forderungen. Schließlich hatte man sich darauf geeinigt, dass die Fraktionsvorsitzenden noch einmal alle Verbesserungsvorschläge durchsprechen und aufeinander abstimmen.

Anzeige

Zu einer der bereits umgesetzten Kernforderungen gehört die Wiedereinführung des integrierten Bahntickets für Bayern, das es im vergangenen Jahr nicht mehr gab. Nach den positiv verlaufenen Verhandlungen von Vertretern der Regierung, der Bahn, MdL Klaus Steiner und dem Veranstalter glaubt man an eine wesentliche Entschärfung der Verkehrs- und Parkplatzprobleme. Abgesehen davon fordern die Mandatsträger generell ausreichend Parkplätze und eine Sicherung der Zufahrten im Ort.

Um den Anreiseverkehr zu entzerren, hat der Veranstalter außerdem den Festbeginn bereits von Mittwochmittag auf den Abend verschoben und das sonntägliche Finale auf der Hauptbühne auf 22 Uhr vorverlegt. Außerdem werde dem Veranstalter laut Bürgermeister Nitschke die früher beschlossene Planungssicherheit für eine fünftägige Dauer des Festes und Besucherzahlen von maximal 30 000 bestätigt. Die letztjährige Genehmigung von 35 000 Besuchern sei einmalig gewesen.

Nochmals überprüft und gegebenenfalls verbessert werden sollten nach dem Willen der Fraktionsvorsitzenden die Standorte und die Zahl der Toiletten, die Absicherung der Privatbereiche zum Festivalgelände durch eine stärkere Überwachung und die Einhaltung der Nachtruhe.

Bürgermeister Nitschke bestätigte die von der Opposition in Frage gestellten Evakuierungspläne. Eine Veröffentlichung solle aber wegen einer möglichen Anschlagsgefahr nicht erfolgen. Auch die privaten Verträge vom Veranstalter mit den Landwirten und Grundstückseigentümern sollen unter Verschluss bleiben.

Die Sicherheitskräfte sollen nach dem Willen der Räte zertifiziert und im Vorfeld mit der Polizei abgesprochen sein. Jeder von ihnen soll einen Aufkleber mit Nummer erhalten, sodass sich Bürger über das neue Bürgertelefon notfalls über ein unangemessenes Verhalten dieser Personen beim Veranstalter beschweren können.

Die von vielen Überseern befürchteten nachhaltigen Schäden der Wiesen durch den Besuchermüll seien laut Nitschkes Bericht gegebenenfalls von den Grundstückseigentümern selbst zu regeln. So werde es auch in Wacken, einem vergleichbaren Veranstaltungsort, gehandhabt. Trotzdem solle dieses Thema noch einmal nach dem diesjährigen Festival auf den Tisch kommen.

Schließlich war man übereingekommen, zu den Sicherheits- und sonstigen Besprechungen keinen Gemeinderat zu entsenden. Allerdings wollen die Fraktionsvorsitzenden zeitnah noch im Herbst alle eventuell aufgetretenen Probleme besprechen. bvd