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»Bestehende Versorgungsstrukturen verbessert«

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Dr. Birgit Krause-Michel (links), Vorsitzende der Ethikberatung im Netzwerk Hospiz, nahm den Gesundheits- und Pflegepreis von Melanie Huml entgegen. (Foto: Andreas Gebert)

Bayerischer Gesundheits- und Pflegepreis: Zu den drei Preisträgern gehört auch die außerklinische Ethikberatung des Netzwerks Hospiz in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land.


Die Vorsitzende der Ethikberatung, Dr. Birgit Krause-Michel, nahm den mit 5000 Euro dotierten Preis entgegen. Die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml betonte bei der Verleihung am Mittwochabend: »Insgesamt gab es dieses Mal 129 Nominierungen. Alle diese Projekte spiegeln wider, wie lebenswert und innovativ der Gesundheits- und Pflegestandort Bayern ist. Die Verantwortlichen haben engagiert neue Wege eingeschlagen und bestehende Versorgungsstrukturen verbessert.«

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Hilfe bei sehr schweren Entscheidungen

Die außerklinische Ethikberatung des Netzwerks Hospiz Südostbayern berät und unterstützt seit 2012 mit einem multiprofessionellen Team Betroffene bei ethischen Fragen im Hinblick auf ein würdevolles Sterben; vor allem dann, wenn es Unstimmigkeiten oder Konflikte gibt, zum Beispiel zwischen Patienten und Angehörigen, Hausärzten oder Pflege- und Betreuungsfachkräften. Das aus Klinikseelsorgern, Juristen, Medizinern, Palliativfachkräften und Sozialdienstmitarbeitern bestehende Team hilft, bei diesen sehr schweren Entscheidungen abzuwägen und alle entscheidungserheblichen Aspekte mit einzubeziehen. Für die kostenlose und zeitnahe Beratung ist eine 24-Stunden-Bereitschaftsnummer eingerichtet.

Einer der anderen Preisträger ist die Forensische Präventionsambulanz der Klinik für Forensische Psychiatrie der Bezirkskliniken Mittelfranken in Ansbach. Dort arbeitet ein mehrköpfiges, multiprofessionelles Team daran, das Angebot zur ambulanten psychiatrischen Prävention für psychisch kranke Straftäter zu verbessern, die zu Gewalt neigen. Der dritte Preisträger ist die Klinik St. Hedwig am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg mit ihrem Projekt »Medizinische Behandlung und Versorgung von Flüchtlingen und Migranten«.

Um Sprachbarrieren mit den Patienten zu überwinden und diese bestmöglich zu behandeln, arbeitet die Klinik unter anderem mit Dolmetscherdiensten via Video und Übersetzungshilfen. Über ehrenamtliche Helfer mit Migra-tionshintergrund wird zudem versucht, Flüchtlinge und Migranten für die Krankenpflegehelferausbildung zu gewinnen.

»Das kann die Politik alleine nicht schaffen«

»Wir brauchen auch künftig kreative Ideen und Konzepte, um gesundheitliche und pflegerische Angebote so gut zu organisieren, dass sie effizient sind und zugleich die Menschlichkeit nicht zu kurz kommt. Das kann die Politik aber nicht alleine schaffen. Dafür brauchen wir die Innovationskraft der Menschen in Bayern«, unterstrich Ministerin Huml bei der Preisverleihung. »Deshalb haben wir vor zwei Jahren den Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis ins Leben gerufen. Er soll wichtiges Engagement für Gesundheit und Pflege würdigen. Und er will auch Ansporn sein für Bürgerinnen und Bürger, ihre innovativen Ansätze und Ideen nicht nur zu hegen, sondern auch in die Tat umzusetzen.« fb