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Die Brunneranlage wurde gleich mit einem Spendenlauf eröffnet. Unter den Läufern waren auch Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel (links) und Landrat Siegfried Walch. Weitere Bilder von der Einweihung gibt es unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos auf unserer Internetseite. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Vor gut einem Jahr war der Spatenstich für den Neubau der Sportstätten auf dem Gelände der Brunneranlage. Nun fand die offizielle Einweihung der neuen Anlagen statt, für die der Landkreis Traunstein, die Stadt Traunstein und der Sportbund Chiemgau (SBC) verantwortlich sind.


Angelegt wurde ein Kunstrasenfeld mit einer Spielfeldgröße von 68 mal 105 Meter. Vor allem für den Schulsport, aber auch für Vereinsaktivitäten wurde die Leichtathletikanlage mit 100-Meter-Laufbahnen, einer Hochsprunganlage und einer Weitsprunganlage gebaut. Kugelstoßen und Speerwurf sind genauso möglich wie Basketball und Volleyball auf dem Allwetterplatz.

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Die 400-Meter-Kunststofflaufbahn hat einen barrierefreien Übergang zum Kunstrasenfeld. Neu gebaut wurde auch das Funktionsgebäude, über dessen Gestaltung und Finanzierung es im Vorfeld längere Diskussionen gegeben hatte. Die Baukosten liegen bei rund 1,75 Millionen Euro für die Sportplatzanlage und weiteren knapp 500 000 Euro für das Gebäude.

Walch: »Sport hält die Gesellschaft zusammen«

Landrat Siegfried Walch betonte, dass der Sport und der Landkreis stark miteinander verwurzelt seien. »Das ist ein Sportlandkreis, das merkt man bei dem Engagement des Landkreises, der Städte und Gemeinden«, sagte er. Dies zeige sich auch an den Zahlen: Der Landkreis Traunstein ist bayernweit der viertgrößte Sportkreis mit knapp 67 400 Mitgliedern. In 162 Vereinen treiben 14 755 Kinder, 6479 Jugendliche und 46 138 Erwachsene Sport. Der Landkreis fördere die Vereine mit der Vereinspauschale von 41 000 Euro.

Die Brunneranlage als Freizeitsportanlage wird von einer Vielzahl von Schulen genutzt, die unter der Trägerschaft des Landkreises aber auch der Stadt Traunstein stehen. Sport habe eine integrative und soziale Komponente: »Der Sport hält die Gesellschaft zusammen«, so der Landrat.

Oberbürgermeister Christian Kegel betonte, dass er als ehemaliger Sportlehrer eine besondere Freude an einer »solch gewaltigen Sportanlage« habe. »Da hüpft mir das Herz«, freute er sich. Traunstein sei besonders auch im Sport ein »wahres Oberzentrum«, mit diesen Sportstätten habe man sich, was die Ausstattung angehe, an die Spitze in Südostbayern entwickelt.

Auch von Seiten des SB Chiemgau zeigte man sich über die Fertigstellung sehr erfreut. Zweiter Vorstand Armin Brunner ging nochmals auf die Fusion der Fußballvereine ein: »Ein bissl hat es gedauert, bis aus dem FCler und dem ESVler ein SBCler geworden ist.« Wenn man nun die beiden Sportanlagen und die Entwicklung im Verein sehe, könne man sagen: »Es hat sich gelohnt.« Sein Vorstandskollege Engelbert Thaler ging auf erfolgreiche Zeiten des Vereins in der Leichtathletik in den 1950er und 1960er Jahren ein. Man hoffe, dass man daran wieder anknüpfen könne.

Eine nicht unbedingt auf der Agenda von Stadt und Landkreis Traunstein stehende Verbindungsbrücke zwischen dem gegenüberliegenden Sportpark und der durch die Traun räumlich getrennten Brunneranlage wurde von ihm ins Spiel gebracht. Man hoffe dort auf die Unterstützung von Stadt und Landkreis, wie auch bei den regelmäßig anfallenden Wartungskosten für den Granulatboden der Laufbahn, sagte er augenzwinkernd.

BLSV-Kreisvorsitzende Claudia Daxenberger sagte, die Anlagen seien »ein Schatz, um den viele Traunstein beneiden.« Auch schulübergreifende Veranstaltungen würden sich gut dort eignen. Für sie ist in der Anlage jeder ausgegebene Cent gut angelegt.

Speerwurfanlage nicht wettkampfgerecht

Thomas Gmeindl von der Planungsgruppe Strasser+ Partner betonte, dass die Planungsaufgabe »nicht einfach, aber reizvoll« gewesen sei. Als Planer freue es ihn besonders, dass die Bauzeit und die Kosten eingehalten wurden. Zum Thema einer nicht wettkampfkonformen Speerwurfanlage (wir berichteten) betonte er, dass dies keine Fehlplanung sei. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass die Speerwurfanlage zu Trainingszwecken verwendet werde.

Die katholischen und evangelischen Pfarrer, Georg Lindl und Peter Bertram, nahmen gemeinsam die kirchliche Segnung vor. Einen Vergleich zum Erntedankfest ziehend, betonten sie, der Traunsteiner Sport feiere mit der neuen Anlage bereits Erntedank. Sie betonten die christliche Verantwortung des Menschen, auf seinen Leib und seine Gesundheit zu achten. Das Miteinander und in Bewegung-Bleiben finde sich im Sport wie auch in der Kirche wieder.

Der Segnung folgte die Eröffnung der Sportanlage mit einem kleinen Sportprogramm. Schüler aus umliegenden Schulen liefen in einem Spendenlauf ihre Runden. Eine Gruppe turnender und tanzender Mädchen vom Annette-Kolb-Gymnasium zeigte ihr Können. Auch Landrat Siegfried Walch und Oberbürgermeister Christian Kegel waren sportlich aktiv. Sie versuchten sich im Elfmeterschießen und drehten 400 Meter auf der neuen Laufbahn mit. Beim Elfmeterschießen zeigte sich der Oberbürgermeister als der erfahrenere Fußballer. Als er im Tor stand, konnte ihn dann aber der Landrat mit einem gekonnten Schuss überwinden. awi