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»Besser Geduld statt Schnellschuss«

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Unterwössen – Die Nachnutzung des stillgelegten Hallenbads war neben dem Bürgermeister-Bericht (wir berichteten) das zentrale Thema in der Unterwössner Bürgerversammlung im Restaurant Poststüberl in Oberwössen. Bei der Vorstellung der aktuellen Überlegungen machte Architekt Anton Entfellner eines klar: Bis es eine endgültige Lösung für das Gebäude gebe, werden wohl an die zehn Jahre vergehen.


Bürgermeister Ludwig Entfellner zeichnete noch einmal die jüngsten Entwicklungsschritte nach. Im Anschluss an eine Analysephase über den Bauzustand des Gebäudes und seiner technischen Anlagen, hatte es über ein halbes Jahr lang Gespräche mit den derzeitigen Nutzern, eine Ideensammlung im Gemeinderat und einen Tag der offenen Tür mit den Bürgern gegeben. Dabei habe man die Erkenntnis gewonnen, dass das Haus mehr Chancen als Probleme biete und man ein tragfähiges Gesamtkonzept brauche.

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Architekt Entfellner umriss den aktuellen Entwicklungsstand mit den Worten: »Ich bin jetzt dabei, alle bisherigen Ideen und Wünsche für die neue Nutzung zu einem roten Faden zu knüpfen, der in den nächsten zehn Jahren zu einer Lösung führt, die unser Dorfleben aufwertet.«

Wie jüngst im Gemeinderat (wir berichteten), informierte er die Bürger über drei Planungsvarianten der Raumaufteilung. Alle haben eine Auflösung der bisher verschachtelten Strukturen im Erd- und Obergeschoß zum Ziel. Klare Bewegungsachsen sowie eine geradlinige Struktur und Ordnung dienen nicht nur einer besseren Orientierung, sondern auch einer Kostenreduzierung, so Entfellner.

Mehr Strahlkraft nach außen

Auch die zergliederte Fassade möchte der Architekt auflösen, »damit das Gebäude mehr Strahlkraft nach außen bekommt«. Für die Außenanlagen strebt er »eine Aufenthaltsqualität« an, besonders direkt vor dem Eingang. Auch der bisher ungenutzte Bereich hinter der Sauna soll nach seinen Vorstellungen eine Funktion bekommen.

Die anschließende Bürgerdiskussion war geprägt von Fragen und Anregungen. Ein Bürger wollte wissen, warum man den geplanten 600 Quadratmeter großen Mehrzwecksaal mit seinen bis zu 600 Sitzplätzen im Erdgeschoß nicht mit dem sogenannten »Dorfraum« im Obergeschoß für etwa 80 bis 120 Leute zusammenlegt und dann Aufteilungsmöglichkeiten für die jeweiligen Zuschauerkapazitäten schafft.

Grundsätzlich sei dies möglich, meinte Entfellner. Primär sehe er aber für die beiden Säle unterschiedliche Funktionen mit einem jeweils eigenen Ambiente. Der große Saal sei für Ausstellungen, gesellschaftliche Großereignisse und auch Firmen-Präsentationen gedacht. Dagegen sei der kleine Saal eher für gemeindeinterne Veranstaltungen vorgesehen.

Die Wünsche für einen Kinderspielplatz und eine Kegelbahn griff der Architekt für seine weiteren Planungen auf. Die Frage nach einem Lift bejahte er mit dem Hinweis, dass beide Geschoße behindertengerecht ausgebaut werden sollen.

Dagegen hielt er sich auf Anfragen nach den mutmaßlichen Kosten sehr bedeckt. Beim momentanen Planungsstand seien entsprechende Aussagen hierüber noch zu vage, meinte er.

Beim nächsten Entwicklungsschritt werde man nach der Aussage des Architekten die Varianten auflösen und sich damit langsam dem Entscheidungsprozess über eine endgültige Raumaufteilung nähern. bvd