weather-image
15°

Besondere Würdigung für Georgiritt und Schwertertanz

2.3
2.3
Bildtext einblenden
Rund 400 festlich geschmückte Pferde nahmen heuer an der Wallfahrt zum Ettendorfer Kircherl teil.
Bildtext einblenden
Die Ursprünge des Traunsteiner Schwertertanzes reichen zurück bis ins Jahr 1530.

Traunstein – Eine besondere Würdigung haben der Georgiritt und der historische Schwertertanz erfahren: Der Freistaat Bayern hat sie am Donnerstag für die Aufnahme ins Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen.


»Ich hab' mich gefreut, wie nochmal was«, sagt Albert Schmid, der Vorsitzende des St.-Georgs-Vereins Traunstein. Er erhielt die freudige Nachricht mit der Post: Das Schreiben des Kunstministeriums erreichte ihn ebenfalls gestern. Die Bewerbung hatte Schmid gemeinsam mit Peter Graspeuntner, dem Kassier des Georgivereins, sowie einer Mitarbeiterin der Stadt Traunstein verfasst und im Herbst abgeschickt.

Anzeige

Unzählige Formulare hatten die drei ausfüllen und alles im Detail erläutern müssen. Zwei Stellungnahmen – eines vom Ordinariat und eines von einem Geschichtsprofessor – sowie die neue Broschüre und der neue Film komplettierten die Bewerbung. Doch der Aufwand war es ihnen wert: »Wir waren uns einig, dass der Georgiritt und der Schwertertanz prädestiniert für eine Aufnahme ins immaterielle Kulturerbe sind«, erklärt Schmid.

Jahrhundertelange Tradition

Der Georgiritt in Traunstein ist eine der größten Pferdewallfahrten in Bayern und kann auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblicken. Gut 400 festlich geschmückte Pferde nahmen heuer an der Wallfahrt zum Ettendorfer Kircherl teil. Der Schwertertanz stellt die Austreibung des Winters durch den Frühling dar. Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1530 zurück.

Karl Weilharter, der Vorsitzende der Schwerttänzer, erfuhr die gute Nachricht gestern vom Traunsteiner Tagblatt. Seine erste Reaktion: »Das ist eine tolle Sache.« Und auch beim Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Kegel war die Freunde selbstverständlich groß: »Der Georgi-Ritt und der Schwertertanz sind mehr als eine touristische Attraktion. Sie sind Zeichen eines vitalen kulturellen Selbstverständnisses und Erbes, sie leisten einen großen Beitrag zur Stadt- und Regionalkultur«, erklärte das Stadtoberhaupt.

Der Freistaat Bayern kann insgesamt 21 Traditionen für die Aufnahme in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorschlagen. Eigentlich hätte jedes Bundesland nur vier Traditionen und Bräuche nominieren dürfen. Bereits in der vergangenen Woche hatte Bayern seine vier Nominierungen bekannt gegeben: das Feldgeschworenenwesen in Bayern, den Further Drachenstich, die Landshuter Hochzeit 1475 und die Osingverlosung (wir berichteten).

Die zusätzlichen 17 Plätze sind zwischenzeitlich verfügbar geworden, da nicht alle Bundesländer ihr Kontingent von vier Bewerbungen ausgeschöpft haben. In Bayern lagen insgesamt 26 Bewerbungen vor – mehr als in jedem anderen Bundesland.

Vom Viktualienmarkt bis zum Spitzenklöppeln

Durch die zusätzlichen Nominierungsmöglichkeiten kommen jetzt auch der Georgiritt und der Schwertertanz zum Zug. Weitere neue Vorschläge sind beispielsweise das Flechthandwerk, der Viktualienmarkt, die Goldhaubentradition im Passauer Land, das Historische Festspiel »Der Meistertrunk« zu Rothenburg ob der Tauber, das Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald und das Wunsiedler Brunnenfest.

»Die 21 bayerischen Vorschläge für die Aufnahme in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes sind eine eindrucksvolle Bestätigung der hohen Bedeutung und festen Verwurzelung von Traditionen und Bräuchen in Bayern«, sagte Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle. san